Österreichischer Behindertenrat veröffentlicht Positionspapier zur Hilfsmittelversorgung

Wien (OTS) – Die Umsetzung eines One-Stop-Shops, also die
Sicherstellung einer
zentralen Antrags-/Abwicklungsstelle für Heilbehelfe/Hilfsmittel, ist
Teil des aktuellen Regierungsprogramms. Im Mai 2025 befürworteten die
Abgeordneten des Gesundheitsausschusses des Nationalrats einstimmig
den Antrag auf Umsetzung eines One-Stop-Shops.

Das Positionspapier beinhaltet Kriterien für den geplanten One-
Stop-Shop und verdeutlicht zugleich, dass das Thema
Hilfsmittelversorgung weit über diesen Aspekt hinausgeht. Von
zentraler Bedeutung sind neben der Zuständigkeit auch die
Kostendeckung, der zugrundeliegende Hilfsmittelbegriff, die
Feststellung des Hilfsmittelbedarfs und die entsprechende Beratung.

Aktuell müssen Menschen, die auf Heilbehelfe und Hilfsmittel
angewiesen sind, teils mehrere Ansuchen bei unterschiedlichen Stellen
einbringen. Ob die anfallenden Kosten von diesen Stellen ersetzt
werden, hängt von mehreren Faktoren ab:

von den konkreten Lebensumständen, etwa ob die Person im
Arbeitsleben, in Ausbildung oder Pension ist,

ob die Behinderung bei einem Arbeitsunfall erworben wurde,

in welchem Bundesland die Person lebt,

ob das entsprechende Hilfsmittel in den veralteten Hilfsmittel-
und Leistungskatalogen gelistet ist oder

wie der Versorgungsbedarf festgestellt wird.

„ Der Prozess, um ein Hilfsmittel finanziert zu bekommen, kann
sehr aufwändig und unübersichtlich sein. Oft muss man bei mehreren
Fördergebern ansuchen. Es kann trotzdem passieren, dass man nur einen
Teil der Kosten ersetzt bekommt. Für Menschen mit Behinderungen ist
das schlichtweg unzumutbar. “, erklärt Klaus Widl, Präsident des
Österreichischen Behindertenrats.

Das Positionspapier wurde Staatssekretärin Ulrike Königsberger-
Ludwig bei einem Gespräch am 4. August 2025 übergeben und
präsentiert.

„ Vor dem Hintergrund, dass der Nationalrat bereits 2021 eine
entsprechende Entschließung gefasst hatte, die Umsetzung aber bisher
ausblieb, muss mit der Umsetzung der Maßnahmen alsbald – von Beginn
an mit Einbeziehung des Österreichischen Behindertenrats – begonnen
werden. “, fordert Klaus Widl.