Naturschutzbund fordert Stopp des geplanten Kraftwerksausbaus im Kaunertal

Salzburg (OTS) – Der Naturschutzbund Österreich lehnt den geplanten
Ausbau des
Kraftwerks Kaunertal ab. Er hat dazu eine Stellungnahme im laufenden
UVP-Verfahren bei der Tiroler Landesregierung eingereicht. Die
Organisation warnt vor schweren und dauerhaften Schäden für Natur und
Bevölkerung.

Zwtl.: Hauptkritikpunkte des Naturschutzbundes Österreich:

Rund 120 Hektar alpine Böden und großflächig geschützte
Lebensräume würden zerstört.

Über 7 Hektar Moor- und Feuchtgebiete wären betroffen – der
größte bekannte Moorverlust Mitteleuropas.

Seltene Tier- und Pflanzenarten wären gefährdet, einzelne
Populationen könnten verschwinden.

Ein unberührtes Hochtal würde landschaftlich stark verändert.

Maßnahmen zur Schadensvermeidung oder -kompensation sind
unzureichend.

Erholung, Tourismus und Lebensqualität der Region wären
beeinträchtigt.

Moore sind wichtige Kohlenstoffspeicher. Ihre Zerstörung
gefährdet Klimaziele auf EU- und Bundesebene.

Naturverträgliche Alternativen wurden unzureichend geprüft.

Das Projekt widerspricht mehreren nationalen und internationalen
Schutzvorgaben, darunter:

Alpenkonvention

RAMSAR-Konvention

EU-FFH-Richtlinie

EU-Wasserrahmenrichtlinie

EU-Wiederherstellungsverordnung

Österreichische Moorschutzstrategie 2030+

„ Der Naturschutzbund befürwortet erneuerbare Energien, jedoch
nur in Einklang mit Natur- und Artenschutz. Das geplante Projekt im
Kaunertal ist aus naturschutzfachlicher Sicht abzulehnen “, sagt
Thomas Wrbka, Präsident des Naturschutzbundes Österreich. „ Die
Gesamtkapazität österreichischer Speicherkraftwerke ist im
europäischen Vergleich bereits sehr hoch. Ein Ausbau der
Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz würde die im Platzertal vorgesehene
Leistung vollständig kompensieren und zusätzliche Flexibilität für
die Energieversorgung Tirols schaffen – ohne dabei unberührte Natur
zu zerstören. “ Stefanie Pontasch, Vizepräsidentin des
Naturschutzbundes Österreich ergänzt: „ Die Energiewende darf nicht
auf Kosten sensibler Alpenräume erfolgen. “

Die vollständige Stellungnahme ist HIER verfügbar.