Klinik Floridsdorf: Lungentumor mittels Roboter-OP und Live-Coach aus Spanien entfernt

Wien (OTS) – Kürzlich fand in der Klinik Floridsdorf eine besondere
Premiere
statt: Zum ersten Mal wurden in einer WIGEV-Klinik 2 Operationen mit
dem da Vinci-Operationsroboter unter Einsatz eines live
zugeschalteten Teleproctors durchgeführt. Dr. Pau Rodriguez Taboada,
Thoraxchirurg im Hospital Universitari Joan XXIII, war live aus
Taragona, Spanien, in den Operationssaal der Thoraxchirurgie in der
Wiener Klinik Floridsdorf zugeschaltet und begleitete 2
aufeinanderfolgende Operationen an der Lunge.

Seit Anfang 2024 wird an der Abteilung für Thoraxchirurgie der
Klinik Floridsdorf auch roboterassistiert operiert. Trotz umfassender
Schulungsprogramme benötigt es für manche Eingriffe nach wie vor die
Fachexpertise von externen internationalen Spezialist*innen. Hier
wird üblicherweise ein*e Proctor*in hinzugezogen, der*die den
Eingriff überwacht und anleitet. Neu ist, dass diese Form der
Unterstützung nun auch unabhängig vom Ort der*s Proctors*in möglich
ist.

„Das ist nicht nur aus Umweltschutz-, Zeit- und Kostengründen ein
großer Vorteil“, so Stefan Watzka, Vorstand der Abteilung für
Thoraxchirurgie der Klinik Floridsdorf. „Die Methode führt auch zu
mehr Sicherheit für Patient*innen und gibt uns die Möglichkeit, junge
Operateur*innen noch gezielter zu schulen. Sie ist ein weiterer
Schritt in Richtung digital unterstützter Hochleistungsmedizin“,
berichtet Watzka.

Zwtl.: Teleproctoring funkioniert ähnlich wie andere-Online-Meetings

Die*der Proctor*in und die*der Operateur*in sind durch eine
verschlüsselte, bi-direktionale Audio- und Video-Verbindung – also
eine 2-Weg Kommunikation – in Echtzeit miteinander verbunden. Die
Verbindung läuft über eine Art audio-visuelle Medienplattform, die im
OP-Roboter verbaut ist und den Knotenpunkt für Kommunikation und
Dokumentation darstellt.

Dadurch sehen Teleproctor*in und Operateur*in – ähnlich wie bei
einem Online-Meeting – das gleiche Bild. Die*der Teleproctor*in kann
so z.B. für die*den Operateur*in Markierungen setzen und zeigen, wo
Schnitte zu setzen sind und wo Gefäße liegen. Sie*er kann Fragen
beantworten, Hinweise und Hilfestellungen geben aber nicht in die OP
selbst eingreifen. Die volle Kontrolle liegt immer beim OP-Team.

Zwtl.: Wie Digitalisierung in der Medizinischen Ausbildung
unterstützt

Dieses innovative Verfahren eröffnet neue Möglichkeiten: Durch
die Einhaltung höchster Standards bei Datenschutz, IT-Sicherheit und
nach Einwilligung der Patient*innen lassen sich neue OP-Techniken und
medizinische Geräte dadurch effizienter, sicherer und kostensparender
einführen. Besonders wertvoll ist dabei die unkomplizierte Weitergabe
internationalen Fachwissens – ohne lange Anreisezeiten oder
zusätzliche Kosten für externe Expert*innen. Für die Zukunft wird der
Einsatz in allen Fachbereichen, die robotisch operieren erwartet und
auf diese Weise auch die Digitalisierung in der Ausbildung weiter
ausgebaut.

Zwtl.: 1200 Operationen am Thorax werden jährlich in der Klinik
Floridsdorf durchgeführt

Österreichs größte Thoraxchirurgie in der Klinik Floridsdorf ist
spezialisiert auf chirurgische Eingriffe bei Verletzungen,
Fehlbildungen oder Tumorerkrankungen im Bereich des Brustraumes. 90 %
der Patient*innen sind Lungenkrebspatient*innen. Für sie werden
laufend neue Verfahren und Therapien zur Behandlung von Lungenkrebs
bzw. Metastasen in der Lunge entwickelt. An der Thoraxchirurgie der
Klinik Floridsdorf werden jährlich rund 1200 Operationen
durchgeführt. Die beiden jüngst mit Dr. Rodriguez Taboadas Hilfe
durchgeführten Eingriffe waren Entfernungen von Lungentumoren und
verliefen erfolgreich.