Wien (OTS) – Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeichnen ein klares
Bild der
angespannten wirtschaftlichen Lage. Im März waren 400.561 Personen in
Österreich arbeitslos oder in Schulung, das sind 3.488 mehr als im
Vorjahr (+0,9 Prozent). „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt spiegelt die
schwierige wirtschaftliche Lage für die österreichische Industrie
wider, Stellenabbau und Arbeitslosigkeit sind weiter präsent, auch
die neuen geopolitischen Entwicklungen – Iran-Konflikt, hoher Ölpreis
und Inflation – werden ihre Auswirkungen am Arbeitsmarkt
hinterlassen. Die Politik ist in den Budgetverhandlungen gefordert,
fiskalischen Spielraum zu schaffen und die angekündigten Reformen,
insbesondere die Industriestrategie und eine spürbare
Lohnnebenkostensenkung konsequent umzusetzen“, merkt Christoph
Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV),
angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen an.
Erwerbsbevölkerung wächst nur in Wien
Darüber hinaus ist es unverzichtbar, die Auswirkungen der
Demografie auf den Arbeitsmarkt zu berücksichtigen. Laut Statistik
Austria befinden sich 750.000 mehr Erwerbstätige seit 2005 am
Arbeitsmarkt (+20 Prozent), wobei die Gesamtsumme der tatsächlich in
einem Jahr geleisteten Arbeitsstunden nur um 2,1 Prozent gestiegen
ist. Dies ist bei einem erwarteten Rückgang der Erwerbspersonen um
120.000 bis 2050 bei gleichzeitigem Anstieg der Bevölkerung in
Österreich auf 9.384.412 Personen nicht nachhaltig. Der Anstieg der
Bevölkerung 65+ von 2025-2050 wird sogar 36 Prozent betragen. Auch
ist auf die ungleiche geographische Verteilung der demografischen
Entwicklung hinzuweisen. Nur die Erwerbsbevölkerung in Wien wächst,
wobei Rückgänge in ländlichen und industriestarken Regionen bis zu 20
Prozent betragen. „Es braucht gezielte Maßnahmen, um die
Beschäftigung in den vorhandenen Arbeitskräftepotentialen zu heben,
damit der Standort wettbewerbsfähig bleibt. Dies muss vor allem durch
eine Reduktion der Abgabenlast und Anreize zur Arbeitsleistung
geschehen“, betont Neumayer.
„Weiters ist das gestern veröffentlichte gesamtstaatliche
Budgetdefizit für 2025 von -4,2 Prozent – das sechste Jahr in Folge
mit mehr staatlichen Ausgaben als Einnahmen – immer noch zu hoch und
nimmt Spielraum für notwendige Investitionen, um den zukünftigen
Standortproblemen, darunter den Auswirkungen der Demografie, zu
begegnen. Von den Staatsausgaben von 283 Milliarden Euro ging der
größte Teil mit 127 Milliarden Euro an Sozialleistungen. Es ist nun
notwendig, Tempo für die Verbesserung des Standortes Österreich
einzulegen und Strukturreformen anzugehen“, so Neumayer abschließend.


