Hoffnung auf Rädern: Wie eine Mobile Klinik in Indien Leben verändert

Wien (OTS) – Weltweit haben laut Schätzungen der
Weltgesundheitsorganisation WHO
rund 4,5 Milliarden Menschen keinen vollständigen Zugang zu
grundlegenden Gesundheitsdiensten. Jedes Jahr sterben Millionen
Menschen an vermeidbaren Krankheiten, darunter besonders viele Kinder
unter fünf Jahren. Frauen leiden zudem häufig unter mangelnder
medizinischer Betreuung während Schwangerschaft und Geburt – mit
teils lebensbedrohlichen Folgen.

Die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt
unterstützt seit der Gründung im Jahr 1997 neben Straßenkinder-,
Schul- und Berufsausbildungsprogrammen auch Projekte zur
medizinischen Versorgung benachteiligter Menschen. „Gesundheit darf
kein Privileg sein, Gesundheit ist ein Menschenrecht“ , betont
Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt , anlässlich
des Weltgesundheitstages am 7. April.

Mangelernährung und fehlende Hygiene
Erst vor wenigen Wochen besuchte Dr. Magdalena Grießler,
ehrenamtliches Vorstandsmitglied von Jugend Eine Welt und Leiterin
des Gesundheitszentrum Mariazell , Chandigarh, eine
Millionenmetropole im Norden Indiens. Die moderne Planstadt steht für
Fortschritt und Entwicklung. Doch abseits der breiten Boulevards
zeigt sich eine andere Realität: In den schnell wachsenden Slums am
Stadtrand leben tausende Familien unter prekären Bedingungen – ohne
ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, gesunder Ernährung oder
medizinischer Versorgung. Besonders betroffen sind Kinder und Frauen.
„Viele leiden unter Mangelernährung, und fehlende Hygiene ist ein
großes Problem“ , berichtet Dr. Grießler. „Der Zugang zu
medizinischer Versorgung ist stark eingeschränkt – oft fehlt schlicht
das Geld für einen Arztbesuch.“

Mobile Klinik bringt medizinische Hilfe direkt zu den Menschen
Gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos, langjährige Projektpartner
von Jugend Eine Welt vor Ort, setzt die österreichische
Entwicklungsorganisation genau hier an. Eine Mobile Klinik fährt
regelmäßig in die Slums von Chandigarh und bringt medizinische
Versorgung dorthin, wo sie am dringendsten benötigt wird. Ein Team
aus Arzt, Krankenschwester und Laborassistentin ist mit einem
Kleinbus an 21 Stationen im Einsatz und erreicht rund 30.000
Menschen. „Kinder werden untersucht und erhalten Medikamente,
schwangere Frauen betreut und ältere Menschen versorgt. Für viele ist
die Mobile Klinik die erste und einzige Möglichkeit, medizinische
Hilfe in Anspruch zu nehmen“ , so die steirische
Allgemeinmedizinerin, die das Team der Mobilen Klinik mehrere Tage
vor Ort persönlich unterstützte. „Der Behandlungsbus ist so weit
ausgestattet, dass eine gewisse Basisdiagnostik, wie z.B. ein
Blutbild, möglich ist. Gäbe es diese Mobile Klinik nicht, wären die
notleidenden Menschen von jeglicher medizinischen Versorgung
abgeschnitten.“

Prävention rettet Leben
Neben akuter Behandlung spielt Aufklärung eine zentrale Rolle. Die
Teams informieren über Hygiene, gesunde Ernährung und Vorsorge.
Besonders häufig diagnostiziert wird Blutarmut – eine Erkrankung, die
vor allem Kinder und Schwangere betrifft und unbehandelt
schwerwiegende Folgen haben kann. „Die Ausgabe von Vitaminen und
gezielte Aufklärung helfen, Krankheiten vorzubeugen und langfristig
die Lebensbedingungen zu verbessern“ , betont Dr. Grießler.

Gemeinsam für globale Gesundheitsgerechtigkeit
Die Mobile Klinik in Chandigarh ist ein Beispiel dafür, wie gezielte
Hilfe von Jugend Eine Welt Leben verändern kann. Doch der Bedarf ist
enorm. Milliarden Menschen weltweit warten noch immer auf Zugang zu
medizinischer Grundversorgung. „Mit der Mobilen Klinik bringen wir
medizinische Hilfe direkt zu den Menschen – dorthin, wo staatliche
Systeme oft nicht greifen. Jeder Beitrag hilft, Leben zu retten und
langfristig Perspektiven zu schaffen. Es bricht mir das Herz, wenn
ich eine Mutter sehe, die verzweifelt versucht, Hilfe für ihre kranke
Tochter zu erhalten. Mit Ihrer Spende können wir die wichtige Arbeit
vor Ort fortsetzen. Vielen Dank!“ , so Heiserer abschließend.

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