„H2 cross border“ – Wasserstofflieferung von Österreich nach Deutschland steht weiterhin vor Hürde

Wien (OTS) – – Erfolgreiche Lieferungen: Seit September 2024 wird
grüner
Wasserstoff pipelinegebunden von Österreich nach Deutschland
geliefert.

– Mengen zuletzt deutlich gesteigert: Ende Jänner 2026 wurden rund
630 MWh geliefert.

– Regulatorische Hürde: Der grenzüberschreitende Transfer der
Herkunftsnachweise ist mangels Register in Deutschland nicht möglich.

– Harmonisierung dringend notwendig: Die rasche Implementierung eines
Herkunftsnachweisregisters in Deutschland sowie die Beschleunigung
der Harmonisierung zwischen Österreich und den angrenzenden Ländern
ist wesentlich.

Das Wasserstoffprojekt „H2 cross border“ bildet die gesamte
Wasserstoff-Wertschöpfungskette von der Produktion über die
Speicherung und den Transport bis zum Endverbraucher erfolgreich ab.
Es zeigt, dass der grenzüberschreitende pipelinegebundene Transport
von grünem Wasserstoff von Österreich nach Deutschland unter den
bestehenden technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen möglich
ist.

Gleichzeitig wird deutlich, dass der Markthochlauf weiterhin
durch fehlende regulatorische Voraussetzungen gebremst wird,
insbesondere durch das bislang nicht verfügbare
Herkunftsnachweisregister in Deutschland.

„Wir haben gezeigt, dass grenzüberschreitende
Wasserstofflieferungen technisch und operativ funktionieren. Dass es
in Deutschland weiterhin kein funktionsfähiges
Herkunftsnachweisregister gibt und vom Umweltbundesamt keine klare
Zeitschiene kommuniziert wird, bremst den Markthochlauf erheblich und
sendet ein problematisches Signal an Investoren und
Projektentwickler“, betont Dr. Matthias Jenn, Geschäftsführer der
bayernets GmbH. „Ohne ein handelbares und interoperables Register
bleibt grüner Wasserstoff im grenzüberschreitenden Kontext ein
regulatorisches Provisorium.“

Zwtl.: Deutliche Steigerung der Liefermengen

Das Projekt „H2 cross border“ wurde 2021 von den Initiatoren RAG
Austria AG und bayernets GmbH mit dem Ziel ins Leben gerufen,
erstmals die gesamte Wertschöpfungskette für Wasserstoff
länderübergreifend aufzubauen. In weiterer Folge konnte die MEGGLE
Group erfolgreich als Abnehmer akquiriert werden, zudem trat Shell
Energy Deutschland GmbH dem Projekt als Partner bei.

Seit 2024 wird der von RAG mittels Wasser-Elektrolyse erzeugte
und durch TÜV Süd zertifizierte grüne Wasserstoff in das bestehende
Erdgasnetz in Österreich beigemischt und in Burghausen an das
Transportnetz der bayernets übergeben. Mit Unterstützung von Shell
Energy wird der Wasserstoff schließlich an MEGGLE weitergeleitet.

Ende Jänner 2026 wurden rund 630 MWh an Wasserstoff
pipelinegebunden aus Österreich nach Deutschland geliefert. Die Menge
konnte somit seit der ersten Lieferung im September 2024 nahezu
versechsfacht werden.

Zwtl.: Fehlen des Registers in Deutschland als zentrale
regulatorische Hürde

Trotz dieses nachweislich funktionierenden grenzüberschreitenden
Liefermodells stehen die Projektpartner weiterhin vor einer
wesentlichen regulatorischen Hürde: Der Transfer von
Herkunftsnachweisen über die Staatsgrenze ist bislang nicht möglich.
Konkret können die in Österreich ausgestellten Herkunftsnachweise
nicht nach Deutschland übertragen werden. Ursache hierfür ist das
Fehlen eines kompatiblen Herkunftsnachweisregisters in Deutschland.

Während RAG und MEGGLE ordnungsgemäß in der von der E-Control
implementierten und betriebenen österreichischen
Herkunftsnachweisdatenbank registriert sind, können die ausgestellten
Zertifikate nicht auf ein deutsches Register übertragen werden.
Infolgedessen verbleiben die Herkunftsnachweise auf dem
österreichischen Konto und können vom Abnehmer in Deutschland weder
genutzt noch angerechnet werden.

Auf eine offizielle Anfrage der Projektpartner beim für die
Implementierung des deutschen Herkunftsnachweisregisters zuständigen
Umweltbundesamt konnte bislang keine verbindliche Bestätigung für
eine Inbetriebnahme im Jahr 2026 erlangt werden. Entsprechend ist von
weiteren Verzögerungen auszugehen.

„Das deutsche Umweltbundesamt verlangsamt den Wasserstoffhochlauf
durch übermäßige Bürokratie. Dabei brauchen wir die
grenzüberschreitende Anerkennung des grünen Wasserstoffs jetzt, um
Projekte weiterhin realisieren zu können. Unsere Partner sind bereit,
voranzugehen – doch ohne sofortiges Umdenken bleiben notwendige
Investitionen und Skalierungsprojekte blockiert“, betont Markus
Mitteregger, CEO RAG Austria AG.

Zwtl.: Voraussetzungen für Wasserstoff-Markthochlauf

Um den Markthochlauf von Wasserstoff zu beschleunigen, bedarf es
nach wie vor kürzerer administrativer Wege und eines intensiven
grenzüberschreitenden Austausches von Know-how zwischen den
betroffenen Unternehmen und Behörden. Ohne funktionierende,
praxisgerechte und effiziente Herkunftsnachweisregister wird es keine
grenzüberschreitende Marktintegration von Wasserstoff geben, die eine
Basis für eine länderübergreifende Handelbarkeit und Anrechenbarkeit
möglich machen. Die Projektpartner fordern daher eine rasche
Implementierung eines Herkunftsnachweisregisters in Deutschland sowie
eine beschleunigte Harmonisierung der Systeme zwischen Österreich und
den angrenzenden Ländern.

Mehr zum Projekt unter:

https://www.rag-austria.at/forschung-innovation/h2-cross-
borders.html