Wien (OTS) – Egal ob Reichtum, Persönlichkeit, Gesundheit oder Liebe
– für jeden
nur erdenklichen Bereich des Lebens gibt es Coaches, die ein
erfolgreiches und erfülltes Leben versprechen. Coaching boomt. Man
müsse nur das richtige Mindset haben, wie es im Fachjargon heißt, die
richtige Einstellung, dann schaffe man es spielerisch zu Glück und
Wohlstand. Immer mehr Menschen vertrauen Coaches und sind bereit, in
kurzer Zeit Tausende Euros zu bezahlen. Für die „Am Schauplatz“-
Reportage „Die Supergurus“ – zu sehen am Donnerstag, dem 2. Oktober
2025, um 21.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON – hat Nora Zoglauer in den
vergangenen Monaten in der österreichischen Coachingszene
recherchiert.
Sie hat „Investmentpunk“ Gerald Hörhan getroffen, aber auch Menschen
besucht, die auf der Suche nach Glück, Reichtum und Erfolg viel Geld
verloren haben. „Die Beschäftigung mit dem verunsicherten ‚Ich‘ ist
in unübersichtlichen Zeiten ein lukratives Geschäft geworden“, sagt
Ulrike Schiesser, Leiterin der Bundesstelle für Sektenfragen. Einen
seriösen von einem unseriösen Coach zu unterscheiden ist oft kaum
möglich, da die Berufsbezeichnung Coach nicht geschützt ist. Jede:r
kann in Österreich als Coach sein Geld verdienen.
Die pensionierte Lehrerin Cornelia S. stieß im Internet auf ein
Coachingprogramm, das ein erfüllteres Leben versprach. Mit einem
speziell entwickelten Gerät sollten verborgene Traumata und Konflikte
ausfindig gemacht werden, die einen hindern, ein glückliches und
zufriedenes Leben zu führen. In einem Jahr hat sie 23.000 Euro
investiert. Funktioniert hat es nicht, sagt Frau S. heute. Das Ganze
sei wie eine Gehirnwäsche gewesen.
Die Geschwister Manuel und Melanie R. wollten sich persönlich
weiterentwickeln. Beide waren unzufrieden in ihrem Leben, als sie von
Markus Streinz, dem selbsternannten „Meister des Lebens“, hörten.
Anfänglich waren sie begeistert von der unverblümten Art des
Oberösterreichers. Die beiden schüchternen Geschwister sahen in
Streinz ein Vorbild. Doch mit der Zeit sei Streinz immer aggressiver
geworden, sagt Manuel R. Anstatt von den Internetcoachings zu
profitieren, ging es den Geschwistern immer schlechter. Nach vier
Jahren und mehr als 30.000 Euro entschieden sie, ihre Mitgliedschaft
in der „Liberator Academy“ zu beenden. Im Zuge der Recherche hat „Am
Schauplatz“-Reporterin Nora Zoglauer mit ehemaligen Mitgliedern der
„Liberator Academy“ gesprochen, die von einer Welt voller Gewalt und
Frauenfeindlichkeit berichten. Einige Opfer haben mittlerweile
Anzeige erstattet.



