Wien (OTS) – Der aktuelle Rechnungshofbericht zeigt deutlich: die
Anzahl stationär
behandelter Kinder und Jugendlicher ist insbesondere seit der COVID-
19-Pandemie dramatisch gestiegen – insbesondere bei Angststörungen,
Depressionen und Essstörungen. Die kinder- und jugendpsychiatrische
Versorgung ist vielerorts überlastet, Wartezeiten von Wochen bis
Monaten sind die Folge. Für Betroffene bedeutet das einen massiven
Leidensdruck und Verzögerungen für dringend notwendige Hilfe. Deshalb
empfiehlt der Rechnungshof den Ausbau von Angeboten zur Stärkung der
psychosozialen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Österreich.
Der Fokus soll dabei auf dem Auf- und Ausbau von multiprofessionellen
Einrichtungen, von Modellen für Home Treatment und von
kassenfinanzierten Sachleistungen liegen.
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (
BÖP) unterstreicht die Notwendigkeit für gezielte Maßnahmen zur
Verbesserung der Versorgung und Prävention: „Wir benötigen
flächendeckenden, kostenfreien Zugang zu klinisch-psychologischer
Behandlung für alle, die es benötigen – gerade für Kinder und
Jugendliche“, betont BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate
Wimmer-Puchinger. „Wir unterstützen den empfohlenen Auf- und Ausbau
von multiprofessionellen Einrichtungen und die Zusammenarbeit in
multiprofessionellen Teams. Die Implementierung kassenfinanzierter
Sachleistungen für klinisch-psychologische Behandlung ist nicht nur
eine wirksame Maßnahme insbesondere für die psychische Gesundheit von
Kindern und Jugendlichen, sondern eine Notwendigkeit.“ Der BÖP, als
größte Vereinigung für psychische Gesundheit in Österreich, begrüßt
die Empfehlungen des Rechnungshofes und fordert deren rasche
Umsetzung: „Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
entscheidet über ihre gesamte weitere Entwicklung. Jede Verzögerung
vergrößert das Leid und die Folgekosten. Als größte Vereinigung für
psychische Gesundheit in Österreich stehen wir mit unserer Expertise
bereit, um die Versorgungslücke nachhaltig zu schließen“, so a.o.
Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. Der BÖP weist weiters
darauf hin, dass kassenfinanzierte Sachleistungsangebote an klinisch-
psychologischer Behandlung primär im Kinder- und Jugendbereich –
jenseits dem zeitlich begrenzten Projekt “ Gesund aus der Krise ” –
ausgebaut werden müssen, jedoch auch im Erwachsenenbereich.


