30 Jahre EU: Wiener Tischlerhandwerk zwischen Chancen und Wandel

Wien (OTS) – Wien, 10. November.2025 – Drei Jahrzehnte nach dem
EU-Beitritt
Österreichs zeigt sich das Wiener Tischlerhandwerk in einer starken,
zukunftsfähigen Position. „In den vergangenen 30 Jahren hat die EU-
Mitgliedschaft für die Wiener Tischler sowohl Chancen als auch
Herausforderungen gebracht. Durch den europäischen Binnenmarkt
konnten einheitliche Normen und Standards etabliert werden, die den
Materialeinkauf erleichtern und neue Absatzmöglichkeiten im Ausland
eröffnen. Viele Betriebe haben diese Chancen genutzt, um sich mit
maßgeschneiderten, hochwertigen Lösungen im EU-Raum zu
positionieren“, betont Ludwig Weichinger-Hieden, Landesinnungsmeister
der Wiener Tischler.

Wachstum und positive Entwicklung

Die Zahl der Mitgliedsbetriebe der Landesinnung der Wiener
Tischler ist in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen – von
784 im Jahr 1994 auf 1.166 im Jahr 2024, ein Zuwachs von rund 49
Prozent. „Mit ihrer handwerklichen Qualität und der Nähe zu
regionalen Kunden sind Wiener Tischlereien hier bestens aufgestellt,
um vom wachsenden Trend zu langlebigen, reparaturfähigen und
ökologischen Produkten zu profitieren“, so Weichinger-Hieden.

Positiv wirken sich insbesondere die EU-Initiativen im Bereich
Nachhaltigkeit aus. Weichinger-Hieden. Die Wiener Tischlereien
profitieren vom Trend zu ökologischen, reparaturfähigen und
langlebigen Produkten. Gleichzeitig bleibt die Branche gefordert,
bürokratische Hürden zu bewältigen und faire Wettbewerbsbedingungen
zu sichern. Weichinger-Hieden: „Der Wettbewerbsdruck hat sich
deutlich verschärft, vor allem durch günstigere Anbieter aus anderen
Mitgliedsstaaten. Als besonders belastend empfinden kleinere
Tischlereien zudem die überbordende Bürokratie: Zertifizierungen,
Dokumentations- und Nachweispflichten sind oft zeit- und
ressourcenintensiv.“

Wien profitiert besonders

Auch insgesamt zeigt sich die Wiener Wirtschaft durch den EU-
Beitritt in einer starken Position: Die Exporte in die EU haben sich
seit 1995 fast verdreifacht, rund sieben von zehn Euro der Wiener
Exportwirtschaft werden heute in der Europäischen Union verdient.
Seit dem EU-Beitritt hat sich die Zahl der jährlichen
Unternehmensgründungen in Wien mehr als verdreifacht: von 3.200 im
Jahr 1995 auf 10.048 im Jahr 2024. Wien ist Standort für mehr als die
Hälfte aller internationalen Unternehmensniederlassungen Österreichs
und zieht über 60 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen an.

Zukunft aktiv gestalten

Weichinger-Hieden sieht die Zukunft des Wiener Tischlerhandwerks
positiv: „Die EU-Mitgliedschaft hat uns viele Chancen eröffnet – etwa
durch einheitliche Standards, Mobilität und Zugang zu neuen Märkten.
Nun gilt es, die Ausbildung hochzuhalten, die Qualität unserer
Produkte zu sichern und die gesellschaftliche Wertschätzung für unser
Handwerk weiter zu stärken. So bleiben wir auch in den kommenden
Jahrzehnten eine starke, kreative und lebendige Branche.“

Über die Wiener Tischler

Die Landesinnung der Wiener Tischler und Holzgestalter ist die
Interessenvertretung der rund 1.200 Wiener Tischlerbetriebe. Die
Landesinnung setzt sich für bessere rechtliche und wirtschaftliche
Rahmenbedingungen ihrer Mitglieder ein und unterstützt die
Mitgliedsbetriebe bei ihrer beruflichen Tätigkeit sowie in allen
branchenrelevanten Belangen. Aktuelle Veranstaltungen, Förderungen,
Beratungen und die gesamte Palette der Leistungen der Wiener
Tischlerinnung unter: https://www.wienertischler.at/

Zur Europa-Kampagne

Vom österreichischen EU-Beitritt vor 30 Jahren hat der
Wirtschaftsstandort Wien in besonderem Maße profitiert: 95.000
Arbeitsplätze und 6,7 Mrd. Euro an Wohlstandsgewinn jedes Jahr sowie
3.200 internationale Ansiedlungen mit einem Investitionsvolumen von
5,8 Mrd. Euro. Die Wirtschaftskammer stellt die erfolgreiche
Entwicklung Wiens mit einer neuen Kampagne in den Fokus. Konkret
zeigt die WK Wien auf, wie unser Wohlstand, unser Arbeitsmarkt und
unsere F&E-Landschaft seit dem Beitritt gewachsen sind – und räumt
mit Mythen wie dem Nettozahler-Status auf. Mehr dazu auf
http://wko.at/wien/30JahreEU