Elisabeth Steinkellner erhält den Christine-Nöstlinger-Preis 2026

Wien (OTS) – Der von der Stadt Wien Kultur, Christine Nöstlingers
Buchstabenfabrik
und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gemeinsam
vergebene Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 2021
jährlich verliehen, wobei eine fachkundige Jury die Preisträgerin
oder den Preisträger nominiert.

Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler:
„Elisabeth Steinkellner versteht es wie wenige, in poetischer Sprache
Lebenswelten zu eröffnen: Sie schafft Figuren, die die Leser:innen
auf ihre Reise mitnehmen. Ihre Literatur für junge Menschen öffnet
Räume der Auseinandersetzung und verbindet gesellschaftliche Themen
wie Flucht, Demenz oder Genderdiversität mit einem Ton, der ernst
nimmt und auf Augenhöhe bleibt, bewegt und dennoch zum Lachen bringt.
Ihre Geschichten und Gedichte stehen für Vielfalt und schaffen Raum
für alle, die sich orientieren wollen. Herzliche Gratulation an
Elisabeth Steinkellner zum Christine-Nöstlinger-Preis 2026! Möge ihre
Stimme weiterhin klingen – klar, warm und unverwechselbar.“

Christiana Nöstlinger und Barbara Waldschütz, Töchter von
Christine Nöstlinger: „Wir freuen uns, dass mit Elisabeth
Steinkellner eine Autorin ausgezeichnet wird, die in ihrer
literarischen Arbeit jene Haltung weiterleben lässt, für die unsere
Mutter Christine Nöstlinger stand: Ein empathischer Blick auf die
Lebensrealität junger Menschen und der Mut, ihnen auch vermeintlich
schwierige Themen in einer ehrlichen, zugewandten und witzigen
Sprache zuzumuten.
Die Bücher von Elisabeth Steinkellner zeichnen sich durch einen
sensiblen Zugang zu den inneren Welten junger Menschen aus: Gefühle
wie Unsicherheit, Angst oder Selbstzweifel werden differenziert
dargestellt und stehen häufig im Zentrum. Die Figuren erscheinen
dadurch vielschichtig und echt. Ihre reduzierte, zugleich poetische
Sprache mit bildhaften Elementen lässt aber auch Raum für
Interpretation.
Steinkellners Bücher behandeln – ganz in der Tradition Christine
Nöstlingers – Themen wie Identität, Anderssein, Zugehörigkeit,
Freundschaft und Verlust. Ihre Mädchen- und Frauenbilder heben sich
wohltuend vom gängigen Mainstream ab. Die Sprache ihrer
Protagonistinnen ist schlagfertig, selbstbewusst und witzig. Auch
diese Qualität verbindet sie mit unserer Mutter.
Mit dieser Auszeichnung wird eine Autorin geehrt, die einen modernen
Beitrag zur emanzipatorischen Jugendliteratur liefert und Christine
Nöstlingers humanistisches Erbe überzeugend weiterträgt.“

Alexander Potyka, Vorsitzender des Österreichischen
Verlegerverbandes: „Mit Elisabeth Steinkellner wird eine Autorin
ausgezeichnet, die der Kinder- und Jugendliteratur in Österreich eine
unverwechselbare Stimme verleiht. Ihre Texte verbinden literarische
Sensibilität mit gesellschaftlicher Relevanz und zeigen, wie
kraftvoll Sprache sein kann, wenn sie junge Menschen ernst nimmt. Sie
eröffnet Perspektiven, schafft Identifikationsräume und lädt dazu
ein, die Welt in ihrer Vielfalt zu begreifen. Gerade in einer Zeit,
in der Orientierung und Empathie wichtiger denn je sind, setzt ihr
Werk ein starkes Zeichen für Offenheit, Zugewandtheit und
literarische Qualität.“

Zwtl.: Die Preisträgerin Elisabeth Steinkellner

Elisabeth Steinkellner, geboren 1981, wuchs im Bezirk Neunkirchen
(NÖ) auf. In Wien besuchte sie ein Kolleg für Sozialpädagogik und
studierte Kultur- und Sozialanthropologie mit dem Schwerpunkt Gender
Studies. Seit 2010 veröffentlicht sie Lyrik und Prosa für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene. Für ihre Werke erhielt sie mehrere
Auszeichnungen, u. a. den Feldkircher Lyrikpreis, den
Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und den Outstanding
Artist Award für Kinder- und Jugendliteratur. 2026 wurde sie für den
Hans Christian Andersen Award und den Astrid Lindgren Memorial Award
nominiert. Ihre Bücher sind bisher in 12 Sprachen erschienen. Sie
lebt in Baden bei Wien.

Elisabeth Steinkellner über Christine Nöstlinger: „Was mir sofort
in den Sinn kommt, wenn ich an die Bücher von Christine Nöstlinger
denke, die ich in meiner Kindheit vorgelesen bekommen und später
selbst gelesen habe: der Witz und Humor und dass wir manchmal alle
beim Zuhören lachen mussten, die ganze Familie; dass die Bücher,
anders als alle anderen mir bekannten Kinderbücher, in „meiner“
Sprache verfasst waren, der Sprache, die ich tatsächlich gesprochen
habe – allein dadurch war mir, als befände ich mich mitten im
Geschehen; die lebensnahen Figuren, die alle ihre Macken und
Schrulligkeiten hatten und nie perfekt, sondern mal verständnisvoll,
mal ungeduldig, mal liebevoll, mal aufbrausend waren; da wurde
geschimpft und füreinander eingestanden, gestritten und
zusammengehalten und irgendwie war immer alles ein bisschen trubelig
und chaotisch. Dieser Alltag war mir vertraut, da fühlte ich mich
aufgehoben.“

Zwtl.: Der Christine-Nöstlinger-Preis

Der Christine-Nöstlinger-Preis wird von der Stadt Wien Kultur,
Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik und dem Hauptverband des
Österreichischen Buchhandels gemeinsam vergeben. Der Preis zeichnet
Menschen aus, die Kindern und all jenen, die sonst nicht gehört
werden, eine Stimme geben, ihre Perspektive einnehmen und so einen
kleinen Beitrag leisten, deren Leben ein Stück gerechter zu
gestalten. Bisherige Preisträger:innen: Verena Hochleitner (2025),
Heinz Janisch (2024), Lilly Axster (2023), Linda Wolfsgruber (2022)
und Michael Roher (2021).

Zwtl.: Die Jury

Die Entscheidung über die Auszeichnung fällt eine unabhängige
Fachjury. Diese besteht aus drei Mitgliedern, die von den Trägern des
Preises nominiert werden. 2026 bestand die Jury aus Stefanie Schlögl
(Geschäftsführung Institut für Jugendliteratur), Linda Wolfsgruber (
Illustratorin, freischaffende Künstlerin und Autorin), Andrea Zsutty
(Direktorin Verein ZOOM Kindermuseum).

Die Jurybegründung finden Sie hier .
Mehr Informationen zum Preis finden Sie hier .
Hier finden Sie ein Foto der Preisträgerin (© privat) zur Verwendung
in Ihrer Berichterstattung.