Disoski/Grüne zu Deepfake-Gipfel: Herstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie verbieten

Wien (OTS) – Der bekannt gewordene Fall der deutschen Schauspielerin
Collien
Fernandes, die über Jahre hinweg Opfer von Deepfake-Pornografie und
digitalem Missbrauch geworden sein soll, sorgt auch in Österreich für
große Betroffenheit und legt einmal mehr dringenden politischen
Handlungsbedarf offen. Für die Frauensprecherin der Grünen, Meri
Disoski, ist klar: „Dieser Fall zeigt auf erschütternde Weise, welche
massiven Folgen digitale Gewalt haben kann. Deepfake-Pornografie ist
digitaler sexueller Missbrauch – mit gravierenden Auswirkungen auf
das Leben der Betroffenen. Und wir wissen: 99 Prozent der Opfer sind
Frauen.“

Anlässlich des von Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner
angekündigten Deepfake-Sicherheitsgipfels kritisiert Disoski das
zögerliche Handeln der Bundesregierung und betont den dringenden
politischen Handlungsbedarf: „Mit Show-Gipfeln ist keiner einzigen
Frau geholfen. Es braucht endlich konkrete Maßnahmen statt leerer
Ankündigungen. Wir Grüne haben bereits im vergangenen Jahr
Initiativen eingebracht, um die Herstellung und Verbreitung von
Deepfake-Pornografie klar zu verbieten und Betroffene besser zu
schützen. Doch die Regierungsparteien haben unsere Vorschläge
vertagt. Angesichts der dramatischen Entwicklungen im Bereich KI ist
das völlig unverständlich – es gibt keine Zeit für Zuwarten. Frauen
haben ein Recht auf Schutz, jetzt.“

Disoski verweist zudem auf bereits umgesetzte Maßnahmen aus
Grüner Regierungsverantwortung, darunter den Aktionsplan gegen
Deepfakes, das Verbot von Upskirting, Verschärfungen bei Cybermobbing
sowie Maßnahmen gegen Hass im Netz. „Diese Schritte waren wichtig –
aber sie reichen angesichts der rasanten technologischen Entwicklung
bei weitem nicht mehr aus. Wir brauchen jetzt ein umfassendes
Nachschärfen des rechtlichen Instrumentariums zum Schutz vor
missbräuchlicher Nutzung von Bild- und Video-KI“, betont Disoski.

Auch auf europäischer Ebene gebe es klare Signale: „Auf
Initiative der Grünen hat das Europäische Parlament für ein Verbot
besonders missbräuchlicher KI-Anwendungen gestimmt. Diese verletzen
Privatsphäre und Würde und fügen den Betroffenen erheblichen Schaden
zu. Jetzt liegt es an den Mitgliedstaaten, dieses Verbot konsequent
umzusetzen. Österreich sollte hier eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Abschließend fordert Disoski entschlossenes Handeln: „Es braucht
jetzt ein klares Verbot von Deepfake-Pornografie, wirksame rechtliche
Mittel für Betroffene und die Umsetzung längst vorliegender
Gewaltschutzmaßnahmen. Jeder weitere Aufschub bedeutet, dass
Betroffene weiterhin unzureichend geschützt sind. Das dürfen wir
nicht länger hinnehmen.“