30 % der weltweiten Ressourcen werden verschwendet

Wien (OTS) – Anlässlich des Internationalen Tags der
Nullverschwendung am 30. März
machen das Ökosoziale Forum und Die Tafel Österreich auf die massiven
Folgen von Lebensmittelverschwendung auf Ressourcen, Umwelt, Klima
und Gesellschaft aufmerksam.

Zwtl.: Die anderen sind schuld?

Lebensmittelverschwendung entsteht entlang der gesamten
Wertschöpfungskette – vom Anbau über Verarbeitung und Handel bis hin
zur Gastronomie und den Haushalten. Dennoch zeigt sich klar: Der
größte Anteil entsteht in privaten Haushalten. In Österreich landen
jährlich rund 1,2 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Mehr als die
Hälfte davon – etwa 54 Prozent – stammt aus privaten Haushalten. Pro
Person sind das durchschnittlich 1,3 Kilogramm pro Woche, also rund
69 Kilogramm im Jahr. Die Gründe für die Verschwendung sind
unterschiedlich: Reste, die vergessen werden, es wurde schlichtweg zu
viel eingekauft, falsch gelagerte Lebensmittel oder Produkte, die z.
B. aufgrund eines missverstandenen Mindesthaltbarkeitsdatums
vorschnell entsorgt werden.

Zwtl.: Unterschätzte Ressourcenverschwendung

Werden Lebensmittel nicht genutzt und weggeworfen, obwohl sie zum
Zeitpunkt ihrer Entsorgung noch essbar sind oder bei rechtzeitigem
Verbrauch genießbar gewesen wären, gehen wertvolle Ressourcen
verloren. „Mehr Wertschätzung für Lebensmittel ist entscheidend. Wer
den Ressourcen- und Arbeitsaufwand kennt, erkennt auch ihren Wert.
Wissen, Transparenz und Regionalität stärken diese Wertschätzung“,
plädiert Hans Mayrhofer, Generalsekretär des Ökosozialen Forums
Österreich & Europa.

In der EU entfallen rund 12 Prozent des Wasserverbrauchs für
Produktion und Konsum auf Lebensmittel, die letztlich im Müll landen.
Gleichzeitig verursacht Lebensmittelverschwendung 8 bis 10 Prozent
der weltweiten Treibhausgasemissionen – das entspricht etwa dem
Fünffachen des gesamten Flugverkehrs.

Ressourcenschonung hat neben der ökologischen auch eine klare
soziale Dimension: Fast 33 Millionen Menschen in der EU können sich
nur jeden zweiten Tag eine ganze Mahlzeit leisten. „In Österreich
sind rund 420.000 Menschen von schwerer Ernährungsarmut betroffen,
während gleichzeitig tonnenweise Lebensmittel und damit wertvolle
Ressourcen im Müll landen“, so Alexandra Gruber, Geschäftsführerin
von Die Tafel Österreich.

Über das Projekt
Die Tafel Österreich und das Ökosoziale Forum zielen in ihrem
gemeinsamen Projekt „Isst das jemand? Gemeinsam gegen
Lebensmittelverschwendung!“ darauf ab, die Öffentlichkeit für das
Ausmaß, die Folgen und den eigenen Beitrag zur
Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren und aufzuzeigen, dass
jede und jeder etwas dagegen unternehmen kann. Alle Materialien zur
Kampagne können direkt bei der Tafel Österreich und dem Ökosozialen
Forum bestellt werden. Das Projekt „Isst das jemand?“ wird von Bund,
Ländern und Europäischer Union unterstützt.