Nur jedes fünfte Ei macht den Osterhasen glücklich

Wien/Vösendorf (OTS) – Bunte Eier, volle Regale – doch hinter der
Osteridylle verbirgt sich
eine unangenehme Wahrheit: Der Großteil der Ostereier in Österreich
stammt weiterhin aus Haltungsformen, die mit echtem Tierwohl wenig zu
tun haben. Das zeigt ein aktueller Marktcheck von Tierschutz Austria.
Die klare Botschaft: Vier von fünf Ostereiern erfüllen nicht einmal
grundlegende tierische Mindestkriterien. Dabei sind große
Unterschiede im Handel feststellbar.

Für die Erhebung wurden 30 Filialen großer Handelsketten in Wien
unter die Lupe genommen – darunter Billa, Spar, Hofer, Lidl und Penny
sowie die Lieferdienste Alfies und Gurkerl. Insgesamt wurden 197
Produkte analysiert.

„Viele Konsument:innen glauben, sie greifen zu einem harmlosen
Osterprodukt – tatsächlich kaufen sie oft Eier aus industrieller
Massenhaltung. Das hat mit Tierwohl wenig zu tun“ , warnt Hanna
Zamernik, tierschutzpolitische Referentin und
Konsument:innenschutzsprecherin von Tierschutz Austria.

Zwtl.: Bodenhaltung dominiert – Bio bleibt selten

Das Ergebnis ist eindeutig – und ernüchternd:
Über 54 Prozent der angebotenen Eier stammen aus Bodenhaltung.
Knapp 36 Prozent aus Freilandhaltung (inkl. verbesserter Programme).
Nur rund 10 Prozent sind Bio.

„Wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Tierwohl spielt beim
Ostereier-Kauf oft nur eine Nebenrolle“ , erklärt Hanna Zamernik ,
tierschutzpolitische Referentin von Tierschutz Austria.

Zwar zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine leichte
Verbesserung – doch von einem echten Wandel kann keine Rede sein. Bio
bleibt die Ausnahme, Bodenhaltung der Standard.

Zwtl.: Tausende Tiere auf engstem Raum

Besonders kritisch sieht Tierschutz Austria die Bedingungen in
der Bodenhaltung:
Bis zu 24.000 Hühner können in einer einzigen Stalleinheit gehalten
werden – ohne regelmäßigen Auslauf ins Freie.

„Das entspricht weder einer tierwohlverbesserten Haltung noch den
Erwartungen vieler Konsument:innen“ , so Zamernik.

Zwtl.: „Tierfreunde greifen anders ins Regal“

Für Tierschutz Austria ist klar: Nicht nur Konsument:innen,
sondern vor allem der Handel steht in der Pflicht.

„Wer Tierwohl ernst nimmt, darf Bodenhaltung nicht weiter zum
Standard machen. Der Handel muss sein Angebot konsequent in Richtung
Freiland und vor allem Bio ausbauen“ , fordert Zamernik.

Zwtl.: Osterappell: Bewusst entscheiden

Gerade zu Ostern, wenn Millionen Eier verkauft werden, sei ein
Umdenken dringend nötig. Jährlich werden allein in Österreich rund 60
Millionen Ostereier produziert und verkauft.

Tipps:

– Verwenden Sie unseren Label-Check aus dem Jahr 2025
https://labelcheck.at

– Hintergrundpapier Ei

Zwtl.: Konkrete Hilfe für Hühner in Not – Jedes Leben zählt

Dieses Wochenende setzt Tierschutz Austria auch ein direktes
Zeichen: Rund 200 Hühner werden aus der Bodenhaltung gerettet und in
Sicherheit gebracht. Für diese Tiere beginnt damit die Chance auf ein
neues, artgerechtes Leben. Gesucht werden nun dringend Menschen, die
den Hühnern ein gutes Zuhause bieten können. Wer Platz und Herz hat,
kann sich direkt bei der Tierheimleitung melden: tierheimleitung@
tierschutz-austria.at .
Mit eurer Unterstützung können wir vielleicht sogar mehr Tiere
retten.