ÖAW vergibt ihre höchsten Preise

Wien (OTS) – Einmal im Jahr verleiht die Österreichische Akademie der
Wissenschaften (ÖAW) ihre Preise und Auszeichnungen. Am 24. März 2026
werden im Festsaal der ÖAW in Wien neben der Medaille Bene Merito an
den früheren Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner auch die
beiden höchsten Wissenschaftspreise der Akademie vergeben: Der
Wilhelm Hartel-Preis geht an die Historikerin Martha Keil, der Erwin
Schrödinger-Preis an den Physiker Anton Rebhan. Beide Preise sind mit
je 15.000 Euro dotiert. Darüber hinaus wurden neun
Nachwuchsforschende mit weiteren Preisen der ÖAW ausgezeichnet.

Zwtl.: Medaille Bene Merito an Reinhold Mitterlehner

Für seine außergewöhnlichen Verdienste um das Sanierungsprojekt
Campus Akademie verleiht die ÖAW dem ehemaligen Bundesminister für
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (2014 bis 2017) Reinhold
Mitterlehner die Medaille Bene Merito.

ÖAW-Präsident Heinz Faßmann sagt: „Jeder Minister ist mit einer
Vielzahl an möglichen Bauprojekten konfrontiert. Reinhold
Mitterlehner hat in seiner Ministerzeit das Sanierungsprojekt Campus
Akademie ausgewählt und die entscheidenden politischen Schritte zur
Realisierung gesetzt. Ohne ihn hätte es keine Sanierung der Alten
Universität gegeben. So ist mitten in der Wiener Innenstadt ein
lebendiger Ort für Wissenschaft, Forschung und den Austausch mit der
Bevölkerung entstanden. Mit seinem Einsatz hat Reinhold Mitterlehner
daher in besonderer Weise zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrags der
ÖAW beigetragen, die Wissenschaft in jeder Hinsicht zu fördern.“

Die Medaille Bene Merito wird seit 1961 in unregelmäßigen
Abständen verliehen und zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich durch
institutionalisierte Kooperation, politische Entscheidungen oder
großzügige Zuwendungen in außergewöhnlicher Weise um die ÖAW verdient
gemacht haben.

Zwtl.: Wilhelm Hartel-Preis an Martha Keil

Mit dem Wilhelm Hartel-Preis würdigt die ÖAW Martha Keil für ihre
herausragenden Forschungsleistungen zur jüdischen Geschichte im
aschkenasischen Kulturraum und ihre Verdienste in der Vermittlung der
jüdischen Geschichte Österreichs. Im Zentrum ihres Werks steht die
jüdische Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit im
deutschsprachigen jüdischen Kulturraum, stets verstanden als
integraler Bestandteil der allgemeinen österreichischen und
zentraleuropäischen Geschichte.

Martha Keil gilt im deutschsprachigen Raum als Pionierin der
jüdischen Frauen- und Geschlechtergeschichte des Mittelalters. Ihre
Arbeiten zur wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung jüdischer
Geschäftsfrauen eröffneten neue Perspektiven und inspirierten
zahlreiche weitere Forschungsvorhaben. Sie erschloss, edierte und
interpretierte deutsche und hebräische Quellen des aschkenasischen
Mittelalters und leitete u.a. das internationale Projekt „Books
within Books: Hebrew Fragments in European Libraries“. Zudem widmete
sie sich der Erforschung der jüdischen Geschichte St. Pöltens und dem
Gedenken an die dortige jüdische Gemeinde in der Zeit vor und nach
1938.

Zwtl.: Erwin Schrödinger-Preis an Anton Rebhan

Mit dem Erwin Schrödinger-Preis zeichnet die ÖAW Anton Rebhan für
seine Forschungsleistungen im Bereich der theoretischen Kern- und
Teilchenphysik aus, insbesondere für die Entwicklung neuer Methoden
in der Quantenchromodynamik (QCD). Die QCD beschreibt die
Wechselwirkung von Quarks und Gluonen, also der fundamentalen
Bausteine der Atomkerne.

Anton Rebhan entwickelte neue Methoden zur Beschreibung des Quark
-Gluon-Plasmas, eines extremen Materiezustands kurz nach dem Urknall,
der in Teilchenbeschleunigern erzeugt werden kann. Dabei nutzte er
die sogenannte Holographie, die stark wechselwirkende Theorien mit
lösbaren höherdimensionalen Gravitationstheorien verknüpft. Diese
Methode eröffnete seinem Team an der TU Wien neue Erkenntnisse, u.a.
über Hadronen und Gluebälle. Zudem koordiniert Rebhan seit 2023 die
internationale Muon g-2 Theory Initiative, die theoretische
Vorhersagen mit Präzisionsmessungen des magnetischen Myonmoments
vergleicht – ein zentraler Test des Standardmodells der
Teilchenphysik.

Zwtl.: Nachwuchsforschende ausgezeichnet

Im Rahmen der Preisverleihung werden zudem neun
Nachwuchsforschende ausgezeichnet. Die Preise reichen vom Elisabeth
Lutz-Preis für Forschung in den Life Sciences bis zu verschiedenen
Dissertationspreisen. Ausgezeichnet werden: Dagmar Gotthardt-Pötsch,
Elisabeth Gruber, Patrick Jambura, Bogdan-Răzvan Bruƫiu, Lisa Isola,
Mason A. Wirtz, Theresa Eisele, Valentina Martinis, und Iepke M.
Rijcken.