Wien (OTS) – Eine erfreuliche Entwicklung zeigte der
milchwirtschaftliche
Außenhandel für das Jahr 2025 auf Basis der nun vorliegenden Zahlen
der Statistik Austria. „Die österreichische Milchwirtschaft konnte
sich mit ihrer Qualitätsstrategie auch am heftig umkämpften,
internationalen Milchmarkt behaupten und seine Marktposition weiter
ausbauen“ erklärte dazu der Präsident des Milchverbandes Österreich (
MVÖ) Dir. Helmut Petschar. Er sieht damit die konsequente
Qualitätsstrategie der heimischen Milchwirtschaft bestätigt, zuletzt
die Einführung der höheren Tierhaltungsstandards des AMA Gütesiegels
Tierhaltung plus. Auch konnte Österreichs Milchwirtschaft an den
modernen Ernährungstrends zu höherwertigen Milchprodukten, mehr Bio,
Eiweiß betonten und funktionalen Milchprodukten profitieren. Die hohe
Qualität heimischer Milchprodukte erbringt auch bei internationalen
Wettbewerben immer wieder Spitzenplatzierungen.
Österreichische Molkereien und Käsereien konnten 2025
Milchprodukte um 1,95 Mrd. Ꞓ exportieren, die Importe betrugen 1,37
Mrd. Ꞓ. Dabei legten die Milchexporte um 175 Mio. oder 9,5 % zu, bei
den Importen gab es Steigerungen von 150 Mio. Ꞓ bzw. 12,4 %. Das
positive Außenhandelssaldo der österreichischen Milchwirtschaft
konnte damit von 609 auf 634 Mio. Ꞓ weiter gesteigert werden.
2025 war für den Milchmarkt im Durchschnitt ein sehr starkes
Jahr, anfangs steigende Preise ergaben höhere preisbedingte Umsätze,
auch im Außenhandel, gegen Ende des Jahres gab es aber aufgrund von
Mehrproduktion in vielen produktionsstarken Ländern erhebliche
Preisverfälle, die sich bisher erst zu einem kleinen Teil wieder
erholten und aktuell den Milchmarkt prägen.
Wichtigstes Außenhandelsprodukt ist Käse. Hier wurden mit einem
Export von 987 Mio. Ꞓ und einem Import von 841 Mio. Ꞓ mehr als die
Hälfte der Umsätze erzielt. Flüssige Milchprodukte wurden um 449 Mio.
exportiert und um 92 Mio. Ꞓ importiert, drittwichtigste Kategorie im
Export sind fermentierte Produkte mit 305 Mio. an Exporten und 85
Mio. Ꞓ an Importen. Bei Butter lagen die Importe mit 156 Mio.
deutlich über den Exporten von 27 Mio. Ꞓ, ebenfalls gibt es bei
Trockenmilchprodukten mit 87 Mio. an Importen und 51 Mio. Ꞓ Exporten
einen Importüberschuss.
Wichtigstes Exportland mit ca. 50 % ist Deutschland, gefolgt von
Italien und Griechenland, importseitig dominiert auch Deutschland mit
55 %, gefolgt von Italien und Holland. 88 % der Exporte erfolgen in
Länder der EU, 98 % der Importe kommen aus den verschiedenen Ländern
der EU.
„Für die heimische Milchwirtschaft ist der Exportmarkt von hoher
Bedeutung, zumal ca. 45 % und damit fast die Hälfte der Milchprodukte
im Ausland vermarktet wird. Ursache dafür ist der ebenfalls hohe
Importanteil mit ca. 30 Prozent. Importiert werden vor allem Produkte
für die Weiterverarbeitung und Gastronomie, ebenfalls für
verschiedene Eigenmarken des Lebensmitteleinzelhandels, wobei hier
nicht die gewohnt hohen Standards der heimischen Milchwirtschaft, z.
B. Gentechnikfreiheit, Fütterungsstandards oder hohe
Tierwohlstandards die Basis sind und der Konsument mangels
Herkunftskennzeichnung darüber im Unklaren gelassen wird“, so
Petschar.


