Wien / Graz (OTS) – – Neues Christian-Doppler-Labor entwickelt
Therapien der nächsten
Generation gegen NSCLC
– Siebenjähriges Forschungsprogramm untersucht immunogenen Zelltod
bei Lungenkrebs
– Gemeinsame Initiative beschleunigt den Transfer von der
Grundlagenforschung zum Nutzen für Patient*innen
Trotz großer Fortschritte in der personalisierten Medizin bleibt
Lungenkrebs weltweit die häufigste Ursache krebsbedingter Todesfälle
und stellt damit weiterhin eine große medizinische Herausforderung
dar. Vor diesem Hintergrund und angesichts des dringenden Bedarfs an
innovativen Therapieansätzen geben das forschende Pharmaunternehmen
Boehringer Ingelheim und die Medizinische Universität Graz heute die
Eröffnung eines neuen Christian-Doppler-Labors bekannt, das sich der
Entwicklung neuartiger Therapien gegen Lungenkrebs widmet.
Das siebenjährige Forschungsprogramm konzentriert sich auf das
nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) und untersucht innovative
Möglichkeiten, den sogenannten immunogenen Zelltod auszulösen – einen
Mechanismus, der es dem Immunsystem erleichtert, Tumorzellen zu
erkennen und gezielt anzugreifen.
Zwtl.: Investition in Therapien der nächsten Generation gegen
Lungenkrebs
Beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC), der häufigsten Form
von Lungenkrebs, zeigen moderne zielgerichtete Therapien und
Immuntherapien häufig nur eine vorübergehende Wirkung. Rückfälle sind
häufig und verringern die langfristigen Überlebenschancen deutlich.
Um neue und wirksamere Behandlungsstrategien für NSCLC zu
entwickeln, finanziert das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie
und Tourismus (BMWET) gemeinsam mit dem Industriepartner Boehringer
Ingelheim ein neues Christian-Doppler-Labor an der Medizinischen
Universität Graz. Das neue Labor wird von Michael Dengler und Philipp
Jost geleitet.
Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer: „Dieses Christian-
Doppler-Labor zeigt beispielhaft, wie erfolgreiche Standortpolitik
funktioniert: Wenn Wissenschaft und Industrie eng zusammenarbeiten,
entstehen Innovation, Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze.
Gerade in Schlüsseltechnologien wie Life Sciences und Biopharma zählt
Österreich zur europäischen Spitze. Mit unserer Industriestrategie
stärken wir gezielt solche Zukunftsfelder, fördern strategische
Partnerschaften zwischen Forschung und Unternehmen und schaffen die
Rahmenbedingungen, damit medizinische Innovationen in Österreich
entwickelt und auch hier in wirtschaftliche Wertschöpfung übersetzt
werden.“
„Durch die Partnerschaft mit Boehringer Ingelheim stärken wir
unsere Fähigkeit, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in
transformative therapeutische Ansätze für Patient*innen zu
überführen“, sagte Andrea Kurz, Rektorin der Medizinischen
Universität Graz.
„Dieses Christian-Doppler-Labor schafft einen hervorragenden
Rahmen, um Grundlagenforschung und klinische Anwendung miteinander zu
verbinden und Innovation dort zu beschleunigen, wo sie am
dringendsten benötigt wird.“
„Diese Partnerschaft vereint komplementäre Stärken: die
wissenschaftliche Exzellenz und klinische Integration der Med Uni
Graz sowie unsere Expertise in der Erforschung und Entwicklung neuer
Krebsbehandlungsansätze. Gemeinsam wollen wir die Entwicklung von
Therapien beschleunigen, die das Potenzial haben, den
Krankheitsverlauf nachhaltig zu verändern“, sagte Mark Paul
Petronczki, Head of Oncology Research bei Boehringer Ingelheim.
Zwtl.: Lungenkrebs für das Immunsystem sichtbar machen
Zellen im menschlichen Körper verfügen über ein natürliches
„Selbstzerstörungsprogramm“. Wenn sie beschädigt sind oder nicht mehr
benötigt werden, sterben sie auf kontrollierte Weise ab. Dieser
Prozess ist wichtig, um den Körper gesund zu halten. In manchen
Fällen, dem sogenannten immunogenen Zelltod, kann dieser Prozess auch
das Immunsystem alarmieren: Die sterbenden Zellen senden Signale aus,
die Immunzellen auf mögliche Gefahren aufmerksam machen. Genau diese
Form des programmierten Zelltods steht im Mittelpunkt des neuen
Christian-Doppler-Labors.
„Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) sind diese
Mechanismen häufig ausgeschaltet. Dadurch kann der Tumor unbemerkt
vom Immunsystem wachsen“, erklärt der Onkologe Philipp Jost. „Ziel
der Forschung ist es daher, Krebszellen so zu beeinflussen, dass sie
vom Immunsystem leichter erkannt und bekämpft werden können. Gelingt
dies, könnten bestehende Krebstherapien deutlich wirksamer werden“,
ergänzt der Molekularbiologe Michael Dengler.
Um neue Therapien gezielt entwickeln zu können, ist jedoch ein
präzises Verständnis der inneren Prozesse in Krebszellen notwendig.
Genau hier setzt die Arbeit der Wissenschafter*innen im Christian-
Doppler-Labor an der Medizinischen Universität Graz an. „Wir
untersuchen die biologischen Mechanismen, die bestimmen, wie und wann
Lungenkrebszellen sterben“, fassen die beiden Laborleiter zusammen.
Langfristig könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen, die
Überlebenschancen und die Lebensqualität von Patient*innen zu
verbessern und gleichzeitig den Einsatz moderner Krebstherapien im
Gesundheitssystem effizienter zu gestalten.
Zwtl.: Wissenschaft und Industrie vereint für innovative
Krebstherapien
Als Teil der Christian Doppler Forschungsgesellschaft folgt das
neue Labor einem bewährten Modell, das akademische Spitzenforschung
mit industrieller Innovationskraft verbindet.
Das Labor befindet sich am Campus der Medizinischen Universität
Graz in der Medical Science City Graz und profitiert von moderner
Infrastruktur, interdisziplinärer Expertise sowie dem Zugang zu
klinisch relevanten Proben aus der Biobank Graz.
Boehringer Ingelheim steuert seine globale Onkologie-Forschung
von Österreich aus. Das Regional Center Vienna des Unternehmens ist
ein zentraler Standort für Krebsbiologie, computergestützte
Innovation und translationale Forschung. Kooperationen wie das neue
Christian-Doppler-Labor sowie die langjährige Partnerschaft mit CBmed
in Graz stärken das österreichische Life-Science-Ökosystem und
beschleunigen die Entwicklung von Krebsbehandlungen der nächsten
Generation. Das Labor wird über sieben Jahre mit 3,2 Millionen Euro
finanziert. Die Mittel werden zu gleichen Teilen von Boehringer
Ingelheim und der öffentlichen Hand bereitgestellt.
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Über Boehringer Ingelheim RCV
Boehringer Ingelheim ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das
in den Bereichen Humanmedizin und Tiergesundheit tätig ist. Als einer
der größten Investoren in Forschung und Entwicklung konzentriert sich
das Unternehmen auf die Entwicklung innovativer Therapien in
Bereichen mit hohem medizinischem Bedarf.
Das Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna (RCV) steuert von
Wien aus das Geschäft mit Human- und Tierarzneimitteln in 33 Ländern.
Darüber hinaus wird die klinische Forschung in der gesamten Region
von Wien aus koordiniert. Wien ist außerdem ein zentraler Standort
für Krebsforschung sowie für biopharmazeutische Forschung und
Produktion.
In der Region sind 4.940 Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon
3.451 in Österreich.
https://www.boehringer-ingelheim.com/at
Über die Medizinische Universität Graz
An der Medizinischen Universität Graz forschen, lehren und lernen
mehr als 2.500 Mitarbeiter*innen aus Wissenschaft und Verwaltung
sowie rund 5.800 Studierende im Sinne innovativer Medizin für die
Gesundheit und das Wohl der Patient*innen.
Als Zentrum moderner Spitzenmedizin im Süden Österreichs bietet
die Med Uni Graz ein attraktives Umfeld für Arbeit und Studium und
spielt eine zentrale Rolle in der regionalen Gesundheitsversorgung.
Onkologie zählt zu ihren zentralen Forschungsschwerpunkten.
https://www.medunigraz.at
Über die Christian Doppler Forschungsgesellschaft
In Christian-Doppler-Laboren wird anwendungsorientierte
Grundlagenforschung auf hohem Niveau betrieben, bei der herausragende
Wissenschafter*innen mit innovativen Unternehmen zusammenarbeiten.
Die Christian Doppler Forschungsgesellschaft gilt international
als Best-Practice-Modell zur Förderung dieser Zusammenarbeit.
Christian-Doppler-Labore werden gemeinsam von der öffentlichen
Hand und den beteiligten Unternehmen finanziert. Wichtigster
öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Wirtschaft,
Energie und Tourismus (BMWET).


