Österreich (OTS) – Technologie und digitale Transformation verstärken
bestehende
Ungleichheiten. Frauen sind in der Entwicklung digitaler Technologien
und Künstlicher Intelligenz (KI) stark unterrepräsentiert. Sie nutzen
digitale Werkzeuge seltener. Ihre Chancen auf Jobs in
Zukunftsbranchen sind geringer. „Das ebnet den Weg für Gewalt im
digitalen Raum“, warnt Karin Zeisel, Bundesfrauenvorsitzende der
Fraktion Christlicher Gewerkschafter:innen in der Gewerkschaft GPA.
Aktuelle Zahlen zeigen: In Europa arbeiten nur rund 19 Prozent
Frauen in Technologie-Berufen oder in der KI-Entwicklung. „Wird
Technologie vor allem aus männlicher Perspektive entwickelt, entsteht
eine digitale Welt, die nicht für alle funktioniert. Das ist auch
demokratiepolitisch problematisch“, so Zeisel.
Mehr Bewusstsein. Mehr Förderung. Mehr Diversität.
Frauen haben einen schlechteren Zugang zu digitalen Entwicklungs-
und Führungspositionen. Sie sind bei der Nutzung digitaler Tools
benachteiligt. Zudem besteht das Risiko, durch automatisierte
Entscheidungen diskriminiert zu werden.
„Algorithmen und KI-Systeme basieren oft auf männerdominierten
Daten. So werden bestehende Geschlechterstereotype weiter verstärkt“,
betont Markus Hiesberger, Bundesgeschäftsführer der FCG/GPA. Seine
Forderung ist klar: „Wir brauchen mehr Bewusstsein, mehr Förderung
und mehr Diversität – in den Daten, in den Entwicklerteams und vor
allem in den Entscheidungsebenen.“
Die FCG/GPA stellt dazu konkrete Forderungen auf. Es braucht
gezielte Bildungsprogramme in den Schulen. Digitale Kompetenzen von
Mädchen und jungen Frauen müssen gestärkt werden. Frauen müssen in
technischen Berufen gezielt gefördert werden. Sensibilisierungs- und
Mentoring-Programme sollen inklusive Tech-Teams schaffen. Zudem
müssen geschlechterdifferenzierte Daten regelmäßig erhoben werden, um
Fortschritte messbar zu machen. „Aus Gewerkschaftssicht ist es
weiterhin verstärkt notwendig, technische Berufe für Frauen zu
bewerben und für Frauen attraktiver zu machen. Allein schon
hinsichtlich der Verdienstmöglichkeiten“, so der
Bundesgeschäftsführer der FCG/GPA.
Die digitale Welt wird gefährlich einseitig – jetzt braucht es
klare politische und institutionelle Weichenstellungen
Die aktuellen Zahlen zeigen eindeutig: Ohne gezielte Maßnahmen
wird die Digitalisierung die Geschlechterungleichheit weiter
verschärfen. Es braucht daher: genderneutrale Algorithmen, die Frauen
systematisch abbilden, mehr weibliche Expertise in der Entwicklung
von Technologien und KI, digitale Bildungsoffensiven, die Frauen
gezielt stärken, Regulierung, die Bias erkennt und beseitigt sowie
transparente KI-Systeme, die diskriminierungsfrei eingesetzt werden.
Zeisel und Hiesberger halten fest: „Die digitale Zukunft darf
nicht frauenfeindlich sein. Sie muss gerecht, inklusiv und
chancengleich gestaltet werden.“


