Wien (OTS) – „Wut entsteht dort, wo Unrecht ist. Ungelenkt zerstört
sie. Geleitet
wird sie zu einer Kraft, die bewegt.“, sagt die Friedensstifterin
Scilla Elworthy. Anlässlich des diesjährigen Frauentages lädt Ö1
Frauen dazu ein, ihre Wuterfahrungen per E-Mail oder WhatsApp zu
teilen. Zu hören sein werden dann viele davon im November in der Ö1-
Reihe „Stimmen der Wut – Frauen erzählen“. Nähere Informationen sind
abrufbar unter https://oe1.orf.at/wut .
Wut wird Frauen bis heute kaum zugestanden. Werden sie lauter
oder direkter, gelten sie schnell als unkontrollierbar, hysterisch,
dramatisch – und vor allem als gefährlich. Dabei ist Wut ein
zentrales Grundgefühl. Historisch betrachtet war sie für Frauen oft
ein Werkzeug: ein Kompass, ein Motor, eine Kraft zur Veränderung. Die
amerikanische Feministin Rebecca Traister beschreibt in ihrem Buch
„Good and Mad – The Revolutionary Power of Women’s Anger“, wie
weibliche Wut Frauen – etwa den Suffragetten, Rosa Parks oder auch
jenen Frauen, die Hillary Clinton 2016 im Wahlkampf unterstützten –
Orientierung und Antrieb gab. Sie beschreibt auch, wie sehr es sie
selbst veränderte, ihre Wut nicht länger zu unterdrücken, sondern sie
anzunehmen. Traister schreibt: „Ich glaube nicht mehr daran, dass Wut
uns schadet. Es ist vielmehr das System, das uns dafür bestraft, sie
auszudrücken. Was wir anstreben können, ist, weibliche Wut genauso zu
behandeln wie die Wut weißer Männer – ihr Potenzial ernst zu nehmen.“
Die im November zu hörende Ö1-Sendereihe „Stimmen der Wut –
Frauen erzählen“ konzipiert und gestaltet Ö1-Redakteurin Elisabeth
Weilenmann. Sie lädt Frauen ein, ihre Wuterfahrungen zu teilen. Ob
kleine Momente des Ärgers oder breite gesellschaftliche Empörung, ob
nach innen gerichtet oder offen gezeigt – sie interessiert, wie Wut
erlebt wird und welche Dynamiken diese entfalten kann. Weilenmann
wird alle Mitteilungen hören und lesen und viele davon in der
Sendereihe „Stimmen der Wut – Frauen erzählen“ teilen. Die Teilnahme
ist möglich via Sprachnachricht per WhatsApp an +43800700226 oder per
Mail an [email protected] , Betreff: „Weibliche Wut“. Alle
Informationen im Detail sind abrufbar unter https://oe1.orf.at/wut .


