Forster-Steinberg Stiftung zeichnet Projekte im Bereich Tierschutz und Tierwohl aus

Wien (OTS) – Die Forster-Steinberg Stiftung zeichnete am 7. Februar
2026 an der
Ludwig Maximilians-Universität München herausragende Leistungen im
Bereich des Tierwohls und des Tierschutzes aus.

Die 2019 gegründete Forster-Steinberg Stiftung intensiviert durch
die Finanzierung von Projekten den Tierschutz und unterstützt sowohl
universitäre Wissenschaft und Forschung als auch gemeinnützige
Maßnahmen zugunsten von Tierwohl und Tierschutz. Im
Zweijahresrhythmus vergibt die Stiftung Preise für akademische
Abschlussarbeiten, besondere Leistungen im Tierschutz sowie einen
Forschungspreis, der dem ethischen 3R-Prinzip (
Replacement/Vermeidung, Reduction/Verringerung,
Refinement/Verbesserung) verpflichtet ist.

2025/26 werden im Wirkungsbereich der Veterinärmedizinischen
Universität Wien (Vetmeduni) und der Ludwig-Maximilians-Universität
München (LMU) Preise in Höhe von insgesamt über 300.000 Euro
ausgeschüttet. Mit diesen Auszeichnungen würdigt die Stiftung die
bedeutenden Beiträge der Preisträger:innen zum Schutz und Wohlergehen
von Tieren und unterstreicht ihr langjähriges Engagement für
Forschung und Bildung in der Veterinärmedizin und im Tierschutz. An
der feierlichen Preisverleihung nahmen auch Matthias Gauly, Rektor
der Vetmeduni, sowie der Dekan der Tierärztlichen Fakultät der LMU,
Reinhard Straubinger, teil.

Folgende Preisträger:innen wurden ausgezeichnet:

Zwtl.: Preisträger:innen Forschungspreis

Herwig Grimm (Vetmeduni), Anna-Caroline Wöhr (LMU), Helen Louton
(LMU) und Kerstin Auer (Vetmeduni) – UNI3R – Universitäres
Strategiemodell zur 3R-Implementierung

Zwtl.: Preisträger:innen Studierendenpreise

Katja Schmitt – „Wildtier gefunden – Was tun?“ – ein
interaktives, multimediales Tutorial für die Öffentlichkeit und
Polizei, Feuerwehr und sonstige Einsatzkräfte; Dissertation LMU

Dominik Hajosi – Apples and Oranges in Animal Research: The
Challenges of Harm-Benefit Analysis and Its Operationalization in
Transplantation Studies; Dissertation Vetmeduni

Jennifer Rao – Prosocial Behavior in Domestic Pigs; Masterarbeit
Vetmeduni

Zwtl.: Preisträger:innen Tierschutzpreise (Träger/Projekte)

1. Tierhilfe München (Deutschland)

2. Steirischer Reptilien- und Amphibienverein, Reptiliennotdienst
Steiermark

3. Ein Herz für Wildtiere, Unser Igelprojekt – Tierschutz mit Herz
und Bildung

4. Neunerhaus, neunerhaus Tierarztpraxis

5. Wildtierhilfe Vorarlberg, Wildtierstation Vorarlberg

6. Volkshilfe Wien, Tierisch gut betreut – Ein Buddy-Programm für
ältere TierhalterInnen in der Krise

7. Tierparadies Das etwas andere Tierheim Schabenreith,

8. Aquarienfreunde Tirol, Jugendgruppe der Aquarienfreunde Tirol

9. RespekTurtle! Jedes Leben zählt!

Für weitere Informationen über die Forster-Steinberg Stiftung und
ihre Aktivitäten besuchen Sie bitte die Website der Forster-Steinberg
Stiftung.

Bilder der festlichen Preisverleihung finden Sie hier .

Detaillierte Informationen:

Zwtl.: Forster-Steinberg Forschungspreis 2025/26

– Herwig Grimm (Vetmeduni), Anna-Caroline Wöhr (LMU), Helen Louton (
LMU) und Kerstin Auer (Vetmeduni) – UNI3R – Universitäres
Strategiemodell zur 3R-Implementierung

Die 3R-Prinzipien (Replacement, Reduction, Refinement) sind in
der wissenschaftlichen Praxis bekannt und gesetzlich verankert,
müssen aber in Forschung und Lehre noch weiter implementiert werden.
Die 3R-Prinzipien nachhaltig und wirksam zu etablieren, ist nur durch
systematische Strategien möglich.

Ziel des Projektes ist es, an der Tierärztlichen Fakultät der
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der
Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) ein strategisches
3R-Managementsystem zu entwickeln und zu implementieren. Anstelle
punktueller Maßnahmen wird ein integratives Konzept verfolgt, das die
3R strukturell in Lehre, Wissenschaftskultur und
Entscheidungsprozesse einbettet.

Zwtl.: Forster-Steinberg Preis 2025/26 im Bereich Abschlussarbeiten

– „Wildtier gefunden – Was tun?“ – ein interaktives, multimediales
Tutorial für die Öffentlichkeit und Polizei, Feuerwehr und sonstige
Einsatzkräfte – Katja Schmitt, Dissertation LMU
Unter dem Motto „Wissen rettet Leben! Aufklärung ist der erste
Schritt zur Wildtierhilfe.“ richtet sich das Tutorial an die breite
Öffentlichkeit, an Einsatzkräfte wie Polizei und Feuerwehr sowie an
Studierende der Tiermedizin. Es vermittelt praxisnahes Wissen zur
korrekten Einschätzung der Hilfsbedürftigkeit von Wildtieren, zu
Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie zu den komplexen Zusammenhängen der Trias
zwischen Tier, Mensch und Natur uvm.. Damit leistet es einen
wildtierdidaktisch wertvollen Beitrag zur Reduktion unnötiger
Wildtierentnahmen, zur Verringerung von Tierleid sowie zur Förderung
des nachhaltigen Schutzes heimischer Wildtiere und ihrer Lebensräume.

Hinweis: Das interaktive E-Learning-Tutorial wurde in Kooperation mit
dem Wildtierhilfe Bayern e.V. entwickelt. Supervision: Rüdiger Korbel
und Julia Gräfin Maltzan/LMU München

– „Apples and Oranges in Animal Research: The Challenges of Harm-
Benefit Analysis and Its Operationalization in Transplantation
Studies” – Dominik Hajosi, Dissertation Vetmeduni
Die Harm-Benefit-Analyse (HBA; Schadens-Nutzen-Abwägung) ist eine
wichtige ethische und regulatorische Anforderung, die durch die EU-
Richtlinie 2010/63/EU – den Rechtsrahmen für die Verwendung von
Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken in den Mitgliedstaaten –
vorgegeben ist. Trotz der gesetzlichen Vorgabe zur Durchführung einer
HBA gibt es bislang nur wenig konkrete Anleitung für ihre praktische
Umsetzung. Dies führt zu Unsicherheiten bei Antragstellenden sowie
prüfenden Gremien und erschwert transparente und konsistente
Entscheidungsprozesse.

Die Dissertation untersucht den aktuellen Umsetzungsstand der HBA in
europäischen Ländern sowie die in der Praxis auftretenden
Herausforderungen. Auf dieser Grundlage wird eine neue HBA-Methodik
vorgeschlagen, die sich an bestehenden Orientierungsrahmen ausrichtet
und ein operatives Instrument bereitstellt, das die 3R-Prinzipien (
Replacement/Vermeidung, Reduction/Verringerung,
Refinement/Verbesserung) und die regulatorischen Vorgaben konsequent
berücksichtigt. Dadurch wird das betroffene Tierwohl gewahrt und die
Konsistenz in der ethischen Begutachtung gestärkt.

– „Prosocial Behavior in Domestic Pigs” – Jennifer Rao, Masterarbeit
Vetmeduni
Im Rahmen ihrer Masterarbeit untersuchte Jennifer Rao sogenanntes
Trostverhalten („consolation behavior“) bei Hausschweinen. Ziel war
es zu erforschen, ob Schweine auf den Stress eines Gruppenmitglieds
mit affiliativem, also freundlichem Sozialkontakt reagieren, und ob
die Intensität dieses Kontakts vom Ausmaß des erlebten Stresses
abhängt. In einer kontrollierten Studie mit 120 Schweinen in 12
Gruppen wurden Tiere vorübergehend von ihrer Gruppe getrennt. Nach
der Rückkehr in die Gruppe wurden die sozialen Reaktionen der
Artgenossen videobasiert erfasst und affiliative Verhaltensweisen wie
Nasenkontakt systematisch ausgewertet. Zusätzlich wurden
Speichelproben zur Bestimmung des Stresshormons Cortisol analysiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass getrennte Tiere nach ihrer Rückkehr
signifikant mehr affiliativen Kontakt erhielten als in einer
Kontrollbedingung ohne Trennung. Die Arbeit liefert damit erste
Hinweise auf trostähnliches Verhalten bei Schweinen und unterstreicht
die Bedeutung stabiler Sozialstrukturen für das Tierwohl in der
landwirtschaftlichen Praxis.

Zwtl.: Forster-Steinberg Preis 2025 im Bereich Tierschutzprojekte

– Tierhilfe München e.V. ist ein gemeinnütziger, rein ehrenamtlicher
Tierschutzverein in München, der über ein Notfalltelefon rund um die
Uhr für Tiere in Not im Einsatz ist. Er vermittelt nachhaltig Hunde
und Katzen und bietet auf Pflegestellen liebevolle Betreuung. Durch
Aufklärung über aktuelle Tierschutzthemen wie illegalen Welpenhandel,
Qual- und Hobbyzüchtungen, Tauben- und Hühnerschutz sowie
Präventionsarbeit in Schulen wird das Bewusstsein für nachhaltigen
und zukunftsorientierten Tierschutz gestärkt.

– Reptiliennotdienst Steiermark: Prämiert wird die Organisation eines
landesweiten Reptiliennotdienstes durch den Steirischen Reptilien-
und Amphibienverein, der sich der Identifikation, dem Einfangen und
der Sicherstellung von in Not geratenen exotischen sowie
einheimischen Reptilien und Amphibien widmet. In jedem Bezirk der
Steiermark steht bereitschaftsmäßig (24/7) mindestens ein Spezialist
zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden wie
Polizei-Inspektionen, Amtstierärzt:innen und Landeswarnzentralen wird
eine kostenlose Unterbringung organisiert. Verletzte oder kranke
Tiere werden einem Tierarzt zugeführt und für ausgesetzte oder
beschlagnahmte Tiere werden dauerhafte Unterbringungsmöglichkeiten im
In- und Ausland gesucht.

– Unser Igelprojekt – Tierschutz mit Herz und Bildung: Ausgezeichnet
wird das Igelprojekt des Vereins Ein Herz für Wildtiere , das in den
letzten zwei Jahren über 6 . 000 Kinder und Jugendliche in Wien,
Niederösterreich und dem Burgenland – vom Kindergarten bis zur
Mittelschule – erreicht hat. In altersgerechten Workshops lernen
Kinder spielerisch, wie sie Igel im Alltag schützen können: durch
igelfreundliche Gärten, richtiges Verhalten bei einem Fund sowie
einen respektvollen Umgang mit Wildtieren. Neben der Bildungsarbeit
engagiert sich der Verein intensiv in der Pflege und Versorgung
verletzter, verwaister und hilfsbedürftiger Wildtiere. Jährlich
werden über 1.000 Tiere aufgenommen, betreut und – wenn möglich –
wieder ausgewildert. Das Projekt verbindet Tierschutz mit
Umweltbildung und fördert Empathie, Verantwortung und Respekt –
Werte, die weit über den Naturschutz hinausreichen.

– neunerhaus Tierarztpraxis in Wien : Prämiert wird die Arbeit von
rund 40 ehrenamtlichen Tierärzt:innen und Assistent:innen, die für
die medizinische Versorgung und Unterstützung zur artgerechten
Tierhaltung von Tieren obdach- und wohnungsloser Menschen in Wien
sorgen. Viele dieser Menschen in Wien haben Tiere – oft sind sie ihre
einzigen, manchmal ihre letzten treuen Begleiter. Gerade in Krisen
geben Tiere Halt, Stabilität und soziale Verantwortung: Wer sein Tier
gut versorgt, lernt auch wieder, auf sich selbst zu achten. Über das
Tier kann Vertrauen aufgebaut werden. So können auch die Menschen
erreicht werden und Zugang zum neunerhaus Gesundheitszentrum und der
niederschwelligen Sozialarbeit finden.

– Wildtierstation Vorarlberg : Prämiert wird ein Projekt zum Aufbau
einer Wildtierstation in Vorarlberg. Entstanden aus einer
ehrenamtlichen Initiative, wird die Station zu einer professionellen,
zentralen Anlaufstelle für in Not geratene Wildtiere ausgebaut. Sie
schließt eine bisher bestehende Versorgungslücke und koordiniert die
fachgerechte Pflege verletzter und verwaister Wildtiere, um deren
erfolgreiche Rückkehr in die Natur zu ermöglichen. Gleichzeitig
unterstützt die Wildtierstation die Bevölkerung durch Beratung und
Aufklärungsarbeit, entlastet Behörden und Tierärzt:innen und schafft
langfristig stabile Strukturen für den regionalen Wildtierschutz. Das
Projekt bündelt ehrenamtliches Engagement, fachliche Expertise sowie
Kooperationen mit Partner:innen und leistet damit einen nachhaltigen
Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt in Vorarlberg. Im Fokus stehen
vor allem nicht jagdbare Arten wie Igel, Fledermäuse, Eichhörnchen
sowie verschiedene Vogelarten.

– Tierisch gut betreut – Ein Buddy-Programm für ältere
Tierhalter:innen in der Krise : Prämiert wird ein Präventivprogramm
der Volkshilfe Wien, das armutsbetroffenen Senior:innen mit
eingeschränkter Mobilität in herausfordernden Zeiten mit geschulten
Freiwilligen („Buddies“) aus der Nähe verbindet. Geschulte Buddies
unterstützen bzw. übernehmen die Versorgung der Tiere, wenn die
Halter:innen sich z. B. während eines Krankenhausaufenthaltes nicht
um sie kümmern können. Das Projekt versteht Tierschutz im Einklang
mit dem One-Health-Ansatz : Das Wohlergehen von Mensch und Tier ist
untrennbar miteinander verbunden. Gesunde, gut versorgte Haustiere
tragen zur psychischen Stabilität, sozialen Teilhabe und
Lebensqualität älterer Menschen bei. Umgekehrt profitieren Tiere von
stabilen sozial aufgefangenen Halter:innen, die – unterstützt durch
Buddies – eine artgerechte stabile Versorgung sicherstellen können.
Eine besondere Stärke des Programms „Urli, Burli & Schnurli“ ist die
wissenschaftliche Begleitung: In Kooperation mit der Prüf- und
Koordinierungsstelle Assistenzhunde des Messerli Forschungsinstituts
der Vetmeduni und der Universität Klagenfurt wird die Wirksamkeit
laufend mit Expert:innenwissen überprüft und weiterentwickelt – damit
Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Zusätzlich
erfreulich: Die Prüf- und Koordinierungsstelle Assistenzhunde hat mit
diesem Programm das Charity Voting des Immobilienballs 2026 gewonnen.

– Das etwas andere Tierheim: Aus Liebe zu Tieren und Natur gründeten
Doris und Harald Hofner in den 1990er-Jahren das Tierparadies
Schabenreith in Steinbach am Ziehberg. Was einst ein Bauernhof war,
ist heute ein einzigartiger Zufluchtsort für rund 500 Tiere – ein
behördlich anerkanntes Tierheim, Wildtierauffangstation und
Tierrettungsorganisation mit Herz. Hier finden misshandelte,
verletzte und verstoßene Tiere Schutz, medizinische Versorgung und
ein liebevolles Zuhause. Auf neun Hektar Grund, umgeben von
ursprünglicher Natur, leben Hunde, Katzen, Füchse, Rehe, Hirsche,
Vögel und viele andere Tiere in artgerechten, liebevoll gestalteten
Bereichen. Das Tierparadies steht für Empathie, Respekt und
Verantwortung – getragen von einem engagierten Team, das rund um die
Uhr für das Wohl seiner Schützlinge da ist.

– Jugendgruppe der Aquarienfreunde Tirol: Ausgezeichnet wird das
einzigartige ehrenamtliche Bildungsprojekt „Jugendgruppe der
Aquarienfreunde Tirol“, das Kindern und Jugendlichen den
respektvollen Umgang mit Tieren vermittelt und Begeisterung für
Aquaristik, Artenvielfalt und Umweltschutz weckt. Seit der Gründung
2012 lernen Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis sechzehn
Jahren spielerisch, was artgerechte Haltung und Arterhaltung bedeuten
und setzen dieses Wissen in ihren eigenen Aquarien praktisch um.
Derzeit zählt die Jugendgruppe unter der Leitung von Julia Perktold
30 Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren. Durch ihre aktuelle
Zusammenarbeit mit den Medien und ihre Präsenz in den Sozialen Medien
entfaltet die Arbeit der Jugendgruppe zum Tierschutz eine
Breitenwirkung, die über die Vereinstätigkeit hinaus eine
gesellschaftliche Relevanz erzielt.

– RespekTurtle! Jedes Leben zählt!: Prämiert wird der einzige
Gnadenhof für Schildkröten in Österreich, der seit über 10 Jahren vom
Obmann Markus Putzgruber betrieben wird. Derzeit leben über 900
Schildkröten (über 50 verschiedene Arten), 40 Papageien,
Wellensittiche, Bartagame, Degus und Vogelspinnen auf dem 2.300 m2
großen Areal in Seebarn am Wagram (NÖ). Sehr viele Schildkröten
werden falsch gehalten, gefüttert und falsch überwintert.
Deformationen und Rachitis stehen an der Tagesordnung bei den Tieren,
die im Gnadenhof aufgenommen werden. Um den Tieren ein gutes und
langes Leben zu sichern und das Bewusstsein zu schaffen, dass diese
Tiere teilweise über 100 Jahre alt werden, wird vom Verein
Aufklärungsarbeit geleistet und Führungen mit Informationen über die
Haltung von Schildkröten werden angeboten.

Presseinformation auf der Website der Vetmeduni