FCG/GPA Zeisel: Klarheit schafft Gerechtigkeit

Österreich (OTS) – Im Zuge des Equal Pay Days holt Karin Zeisel,
Bundesfrauenvorsitzende
der Fraktion Christlicher Gewerkschafter:innen in der Gewerkschaft
GPA den jährlichen Lohn- und Gehaltsunterschied zwischen Frauen und
Männern vor den Vorhang. Der Pay Gap liegt aktuell bei 16,3 Prozent.
„Auf ein Arbeitsleben gerechnet, verlieren Frauen rund 500.000 Euro.
Das ist nicht akzeptabel“, verdeutlicht Zeisel den großen Unterschied
in Zahlen. Die Ursachen dafür sind bekannt. Es handelt sich unter
anderem um strukturelle Benachteiligungen, wie um eine kürzere
Betriebszugehörigkeit oder um Branchen, in denen das Lohn- und
Gehaltsniveau niedriger ist und vermehrt Frauen arbeiten. Zwei
Drittel dieser Gehaltsunterschiede lassen sich aber nicht erklären.
„Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um direkte
Lohndiskriminierung handelt“, so Zeisel und kritisiert die mangelnde
Transparenz. „Frauen werden zum Beispiel seltener über dem
Kollektivvertrag entlohnt und bei Prämien/Zulagen häufiger
übergangen. Frauen wissen auch aufgrund fehlender Transparenz wenig
bis nichts über die Lohn- und Gehaltsstruktur in ihrem Unternehmen“,
nimmt Zeisel an.

EU-Lohntransparenzrichtlinie hilft, die Einkommensschere zu
schließen

Markus Hiesberger, Bundesgeschäftsführer der FCG/GPA führt die EU
-Lohntransparenzrichtlinie ins Treffen. „Transparente Kriterien,
Informationen zum Durchschnittseinkommen in einem Unternehmen und die
Offenlegung von Zulagen und Boni führen zu mehr Gehaltsfairness“, ist
Hiesberger überzeugt.

Er sieht in der EU-Lohntransparenzrichtlinie, die seit 10. Mai
2023 in Kraft ist und bis 7. Juni 2026 in innerstaatliches Recht
umgesetzt werden muss, eine realistische Chance.

„Grundsätzlich ist es notwendig, die Tabus rund um das Thema
Entgelt zu durchbrechen. Damit schafft man Veränderung hin zu mehr
Einkommensgerechtigkeit“, so der Christgewerkschafter.
„Lohndiskriminierung ist fixer Bestandteil im Alltag von Frauen und
in Österreich ist der Equal Pay Gap im Vergleich zu anderen EU-
Staaten besonders hoch. Daher ist es dringend an der Zeit zu handeln.
Die EU-Lohntransparenzrichtlinie ist das wirksamste Instrument für
Einkommensgerechtigkeit. Diese ist kein Privileg, sondern ein Recht
für alle, so die beiden Gewerkschafter:innen Zeisel und Hiesberger
abschließend.