Wien (OTS) – Österreich ist nach wie vor „Europameister im
Bodenverbrauch“. Jahr
für Jahr werden wertvolle Flächen verbaut – mit Folgen für Umwelt,
Klima und Lebensqualität. Laut einer Gallup-Studie im Auftrag von
Raiffeisen Immobilien Österreich halten 70 Prozent der Befragten den
Bodenverbrauch für ein sehr dringliches oder dringliches Problem,
beim Ortskernsterben sehen sogar 82 Prozent akuten Handlungsbedarf.
Besonders ältere Befragte beurteilen die Entwicklung kritisch. 1
Zwtl.: Sanieren statt versiegeln
Gefragt nach den besten Maßnahmen gegen Bodenverbrauch und
Leerstand, werden laut Studie mehr Förderungen für die Sanierung
gebrauchter Immobilien am stärksten befürwortet, gefolgt von der
Überbauung bestehender Flächen – etwa von Supermärkten – und einem
Verbot von Fachmarktzentren auf der grünen Wiese. „ Gerade in einer
Zeit, in der der Neubau stagniert wäre es wichtig, einen Fokus auf
die Nutzung bestehender Substanz zu lenken “, sagt Ing. Mag. (FH)
Peter Weinberger, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich.
Sanierung, Verdichtung und intelligente Nachnutzung seien die
Schlüssel, um Flächenverbrauch zu bremsen und gleichzeitig dringend
benötigen Wohnraum zu schaffen. „Jede Sanierung spart Fläche, schont
Ressourcen und stärkt die Lebensqualität in unseren Gemeinden.“
Der Trend zur Zersiedelung verschärft nicht nur ökologische
Probleme, sondern auch infrastrukturelle. Immer längere Wege,
steigende Kosten für Gemeinden und leere Ortskerne sind die Folge.
Laut Gallup geben 46 Prozent der Befragten an, selbst in einer
Gemeinde mit sterbendem Ortskern zu leben – also dort, wo Geschäfte
und Gastronomie geschlossen haben und nichts Neues entsteht. In
kleineren bis mittleren Gemeinden bis 50.000 Einwohner:innen fühlen
sich sogar 62 Prozent betroffen.
Weinberger sieht darin ein strukturelles Warnsignal: „Wenn
Geschäfte, Arztpraxen und Gastronomie verschwinden, verliert ein Ort
seine Seele. Durch die Sanierung von Bestandsgebäuden und die
Ansiedlung neuer Betriebe sollte man diesem Trend wirksam
entgegensteuern.“
Zwtl.: Bauen im Bestand hat Zukunft
Auch Prok. Peter Mayr, Co-Sprecher von Raiffeisen Immobilien
Österreich, fordert ein Umdenken bei Bau- und Förderpolitik. „Bauen
im Bestand hat Zukunft“, so Mayr. „ Jede Sanierung spart Fläche,
reduziert Energieverbrauch und schafft lokale Wertschöpfung.
Förderprogramme sollten künftig gezielt jene unterstützen, die
bestehende Immobilien revitalisieren. “
Mayr betont, dass nachhaltiges Bauen auch ökonomisch Sinn ergibt.
„Sanierungen erhalten das kulturelle Erbe, schaffen Arbeit vor Ort
und steigern den Immobilienwert. Das ist gelebte Nachhaltigkeit –
ökologisch, sozial und wirtschaftlich.“
1) Österreichisches Gallup Institut, April 2025; Computer
Assisted Web Interviews, N = 1000, repräsentativ für die
österreichische Bevölkerung von 25-65 Jahren




