Wien (OTS) – Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte der
rechtlichen Verankerung
der Klimaneutralität 2040, zehn Jahre früher als das gemeinsame,
geltende Ziel der Europäischen Union der Klimaneutralität 2050,
warnen die Generalsekretäre von IV und WKÖ, Christoph Neumayer und
Jochen Danninger, vor einem solchen nationalen Alleingang.
„Ökologisch handelt es sich um ein Nullsummenspiel, weil andere
europäische Mitgliedstaaten aufgrund des übergeordneten europäischen
Ziels der Klimaneutralität 2050 dann eben entsprechend länger mehr
Treibhausgase emittieren können. Ökonomisch führen die
Wettbewerbsverzerrungen durch dieses Gold Plating jedoch zu
gravierenden Nachteilen für den Wirtschaftsstandort“, erläutern die
beiden Generalsekretäre und verweisen unter anderem auf Berechnungen
in einer aktuellen Studie von ECO-Austria. Diese ergeben ein
niedrigeres BIP von 1,7 bis 2,6 Prozent im Szenario Klimaneutralität
2040 im Vergleich zum Basisszenario des europäischen Ziels der
Klimaneutralität 2050. „Ein Vorziehen des europäischen Klimaziels von
10 Jahren bedeutet eine frühzeitige Abschreibung des fossilen
Kapitalstocks und damit zusätzliche Kosten für Wirtschaft und
Haushalte. Das wirkt sich negativ auf Wachstum und Beschäftigung aus,
ohne Mehrwert für das Klima“, warnen Danninger und Neumayer.
Es sei vor diesem Hintergrund nicht überraschend, dass in
Deutschland derzeit sowohl von Industrie und Wirtschaft als auch von
Gewerkschaften das nationale deutsche Sonderziel der Klimaneutralität
2045 massiv in der Kritik steht. „Auch in Österreich gilt: Wir können
uns in der gegenwärtig ohnedies sehr angespannten Wirtschaftslage
keine zusätzlichen Wettbewerbsverzerrungen für den Standort leisten“,
so Neumayer und Danninger abschließend. (PWK383)


