vida-Tauchner zur ÖBB-Bilanz: „Rekorde werden nicht von Tabellen gemacht, sondern von Menschen“

Wien (OTS) – Zum heute, Freitag, im Rahmen der Bilanzpressekonferenz
2025
präsentierten neuen Fahrgastrekord der ÖBB und dem erfolgreichen
Jahrhundertprojekt Koralmbahn hält Gerhard Tauchner, Vorsitzender des
Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, fest: „559 Millionen
Fahrgäste sind kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis des täglichen
Einsatzes zehntausender Beschäftigter. Sie sind das Rückgrat des
Konzerns und ein Garant für Stabilität und Resilienz – selbst unter
widrigsten Umständen.“

Trotz extremer Herausforderungen wie massiven Streckensperren im
benachbarten Ausland und leider auch immer mehr Übergriffen auf
Mitarbeiter:innen und Fahrgäste sei es ihnen gelungen, wiederholt
mehr Betriebsleistung und Produktivität zu erbringen. „Dafür stehen
den Beschäftigten ein gerechter Lohn und sichere Arbeitsbedingungen
zu“, betont Tauchner.

Der Anteil der Personalkosten an der Betriebsleistung sinke Jahr
für Jahr und die Produktivität pro Arbeitnehmer:in sei allein in den
letzten zwei Jahren um über 11 Prozent gestiegen, streicht Tauchner
hervor und fordert: „Wenn die Eisenbahnen für Beschäftigte attraktiv
bleiben sollen, muss sich Mehrleistung auch lohnen.“ Andernfalls
drohe, dass eine boomende Branche dringend benötigte
hochqualifizierte Fachkräfte verliert.

Mit Blick auf die enttäuschenden Ergebnisse im
Schienengüterverkehr richtet Tauchner, der auch Vorsitzender der
Sektion Schiene in der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF
) in Brüssel ist, einen klaren Appell an die Verantwortlichen. „Die
aktuellen Entwicklungen in Österreich und in Europa gefährden die
Arbeitsplätze genau jener Leistungsträger:innen, die unser Bahnsystem
vorantreiben.“

Hier gelte es, dringend eine Trendwende einzuleiten. Denn der
Gütertransport auf der Schiene stehe wegen fehlender Kostenwahrheit
in einem ungleichen Wettbewerb mit der Straße. Dabei sei dieser nicht
nur der größte Hebel zur Erreichung der Klima- und Verlagerungsziele,
sondern auch zentral für die Versorgungssicherheit in Österreich und
in Europa. „Nur Rekorde im Personenverkehr zu feiern, ist zu wenig.
Diese Leistungen müssen auch im Güterverkehr zur Verfügung stehen –
heute und in Zukunft“, bekräftigt Tauchner abschließend.