Wien (OTS) – Ein Hauch von Barcelona mitten in Favoriten: Nach dem
Modell der
spanischen Superblocks entsteht aktuell im 10. Bezirk Wiens erstes
Supergrätzl, mit viel Begrünung und Verkehrsberuhigung. Der erste
Abschnitt ist bereits fertig, die Arbeiten am 2. Teil, konkret in der
Fußgängerzone rund um die Mittelschule Herzgasse, laufen auf
Hochtouren. Dabei werden alle Register der klimafitten
Stadtgestaltung gezogen: großzügige Grünflächen, zahlreiche
schattenspendende Bäume, sickerfähige Pflasterung, kühlende
Wasserspiele, Nebelstelen und reichlich Platz zum Entspannen und
Verweilen mit unterschiedlichen Straßenmöbeln und Spielgeräten. So
wird das Supergrätzl Favoriten, das die Flächen zwischen
Gudrunstraße, Leebgasse, Quellenstraße und Neilreichgasse umfasst,
zum urbanen Freiluft-Wohnzimmer für die ganze Nachbarschaft. „Das
urbane Wohnzimmer im Freien nimmt Gestalt an, ganz nach unserem Motto
‚raus aus dem Asphalt‘: Wir entsiegeln rund 7000 m2 durch attraktive
Grünflächen und Beete sowie sickerfähige gemusterte Pflasterung.
Diese erinnert an die lange Tradition der Ziegelsteinproduktion in
Favoriten. Ganz wichtig sind natürlich Bäume, zu den bestehenden 47
werden 66 neue Bäume gepflanzt, die für Schatten sorgen, dazu kommen
über 90 Gräserbeete“, zeigt sich Planungsstadträtin Ulli Sima vom
Baufortschritt begeistert. Die Umgestaltung soll bis Ende des Jahres
abgeschlossen sein. Auch Favoritens Bezirskvorsteher Marcus Franz
freut sich über die Verwandlung des Grätzls in seinem Bezirk: „Gerade
in den heißen Sommermonaten merken wir immer wieder, wie wichtig es
ist, bereits heute an die ‚coole‘ Stadt von Morgen zu denken. Das
Supergrätzl ist dafür das beste Beispiel – als Wiener Pionierprojekt
für einen lebenswerten öffentlichen Raum, der für alle da ist.“
Begrüntes Herzstück in der Herzgasse
Während die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Herzgasse
noch ihre wohlverdienten Sommerferien genießen, sieht man viele
fleißige Hände, wenn man dieser Tage einen Blick auf den
Schulvorplatz wirft. Hier werden eifrig Rohre verlegt, Einfassungen
für Grünflächen gesetzt, wasserdurchlässige Unterbauschichten
hergestellt und farbige Pflastersteine verlegt. Dieser Baustellen-
Charme weicht schon bald einer begrünten, gekühlten und
verkehrsberuhigten Aufenthalts-Oase, die nicht nur für die Schüler*
innen einen schattigen und sicheren Platz vor der Schule bietet,
sondern auch die Anrainer*innen zum Plaudern unterm Blätterdach
einlädt. „Das Supergrätzl Favoriten bringt Begrünung und mehr
Aufenthaltsqualität in einen dicht bebauten Stadtteil. Ganz besonders
profitiert der Schulvorplatz in der Herzgasse, der zu einem sicheren,
kühlen und einladenden Ort für Kinder, Eltern und Nachbarschaft
wird“, so NEOS-Planungssprecherin Selma Arapovic.
Klimafitte Pflasterung verbreitet Innenhof-Flair
Der Straßenraum rund um den gesamten Häuserblock der Mittelschule
Herzgasse wird zur Fußgänger*innenzone. Großzügige Grünflächen
schaffen Raum, in dem 22 neue Bäume und 27 Sträucher gedeihen können.
In die Flächen zwischen den Grünbeeten malt die sickerfähige
Pflasterung ein mehrfarbiges Muster und verleiht dem Grätzl damit
besonderen Charme. Vor allem die Klinkerpflasterung in erdigen
Rottönen vermittelt künftig – gemeinsam mit den neuen Bäumen – das
Gefühl, dass man sich in einem schattigen Innenhof mit Garten
befindet. Diese Art der Pflasterung erinnert an die lange Tradition
der Ziegelsteinproduktion in Favoriten und harmoniert im
Erscheinungsbild mit der Fassade des Schulgebäudes. „Die
Pflasterflächen werden in ungebundener Bauweise und mit
wasserdurchlässigen Unterbauschichten hergestellt. Das bedeutet, dass
Wasser versickern und anschließend wieder verdunsten kann. So wird
einerseits die Kanalisation entlastet und durch den
Verdunstungseffekt die Umgebungstemperatur gesenkt,“ erklärt Thomas
Keller, Leiter der Stadt Wien – Straßenverwaltung und Straßenbau (MA
28).
Frisches Nass für Wasserspaß
Insgesamt sorgen 6 Wasserspiele sowie 3 Pergolen mit Nebeldüsen
und 2 Nebelstelen im ganzen Supergrätzl für Kühlung. Ein besonderes
Highlight sind zwei kleine Bachläufe am Schulvorplatz in der
Herzgasse. Diese werden in der warmen Jahreszeit von Bodendüsen mit
frischem Wasser gespeist und bringen plätschernden Spielspaß und
willkommene Abkühlung für Jung und Alt. Zusätzlich wird es in der
neuen Fußgägner*innenzone auch noch einen Quellstein, eine
Wasserschale und ein weiteres Wasserspiel mit Fontänendüsen und
Nebeldüsen geben. Trinkbrunnen stellen frisches Hochquellwasser
bereit. Rund um die Grünflächen wird es zahlreiche Sitzgelegenheiten
und auch zwei Hängematten geben, die sich zum Ausruhen im Schatten
der Bäume anbieten. Insgesamt sorgen dann im ganzen Supergrätzl neben
den 47 bestehenden Bäumen weitere 66 neue Bäume und ganze 94
Grünflächen für jede Menge Begrünung in den bisher asphaltlastigen
Straßenzügen Favoritens. Es wird zudem rund 60 neue
Sitzgelegenheiten, 8 neue Spielgeräte und 4 begrünte Pergolen geben.
Diagonalfilter sorgen für Verkehrsberuhigung – Zufahrt ins Grätzl
weiterhin möglich
Kern der Transformation zu einem Supergrätzl ist die vollständige
Unterbindung des Durchzugsverkehrs. So wird etwa mit sogenannten
Diagonalfiltern der Autoverkehr an den Kreuzungen im Supergrätzl
wieder auf die Hauptstraßen abgeleitet. Die vier Kreuzungen mit den
Diagonalfiltern sind bereits fertig umgestaltet. Damit profitiert das
Grätzl schon von der neuen verkehrsberuhigenden Regelung. Weniger
Lärm, bessere Luft und mehr Sicherheit sind die unmittelbar spürbaren
Vorteile für die Bewohnerinnen und Bewohner, die sich darüber hinaus
über mehr Platz zum Spazieren, Entspannen und Verweilen freuen
können. Zufahren bleibt aber weiterhin möglich. Ganz im Sinne der
Kreislaufwirtschaft bestehen die im Supergrätzl eingesetzten
Diagonalfilter aus umfunktionierten Betonringen, die einst noch auf
der Donauinsel als Abfallbehälter im Einsatz waren.
Supergrätzl wird fahrradfreundlich und lässt Nachbarschaft
zusammenwachsen
Im Supergrätzl ist auf fast allen Straßen das Radfahren gegen die
Einbahn möglich. So wird es als „fahrradfreundliche Insel“ zu einer
angenehmen Ausweichroute zu den vielbefahrenen Straßen am Rand des
Gebiets. Mit dem Auto kann man nach wie vor zu- und abfahren.
Hauseingänge und Garageneinfahrten bleiben für Bewohner*innen und
Besucher*innen sowie für Service- und Einsatzfahrzeuge weiterhin
erreichbar. Bestehende Ladezonen und Stellplätze für Menschen mit
Behinderung bleiben erhalten. Die dadurch ermöglichte klimafitte,
einladende Ausgestaltung auf den Straßen im Supergrätzl sorgen so für
neue, attraktive Orte der Begegnung im öffentlichen Raum und lassen
die Nachbarschaft zusammenwachsen.
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