Wien (OTS) – Zum diesjährigen Schulbeginn weist die Anwältin für
Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen, Mag.a
Christine Steger, auf die nach wie vor gravierenden Lücken im Bereich
der schulischen und außerschulischen Betreuung hin.
„Für viele Familien mit Kindern mit Behinderungen bedeutet der
Schulstart nicht nur Freude, sondern auch große Belastungen. Während
die Regelschulen zunehmend ganztägige Betreuung anbieten, bleibt das
Angebot für Kinder mit Behinderungen unzureichend – und das trotz des
Rechts auf Gleichbehandlung und Inklusion“, betont Steger.
Zwtl.: Fehlende Assistenz und Barrieren im Alltag
Besonders problematisch ist, dass Nachmittagsbetreuungen oder
Ferienangebote häufig nicht barrierefrei zugänglich sind oder
schlicht nicht über die notwendige personelle Ausstattung verfügen,
um Kinder mit Behinderungen zu begleiten. Eltern würden dadurch
gezwungen, ihre Erwerbstätigkeit einzuschränken oder ganz aufzugeben.
Da Care-Arbeit von Kindern und Angehörigen nach wie vor häufig Frauen
und Mütter trifft, sind die faktischen Auswirkungen auf Gender-Pay-
Gap und Geschlechtergerechtigkeit dabei nicht zu unterschätzen.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass die Verantwortung auf die Familien
abgeschoben wird. Inklusion darf nicht am Schultor enden. In der
Schule und in der Nachmittagsbetreuung müssen Kinder mit
Behinderungen dieselben Chancen haben wie alle anderen“, so Steger.
Zwtl.: Forderung nach klaren politischen Maßnahmen
Die Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit
Behinderungen fordert die Politik und die zuständigen Behörden auf,
die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und die notwendigen
Ressourcen bereitzustellen. Dazu gehören insbesondere:
–
Ausbau barrierefreier Nachmittags- und Ferienbetreuung,
–
gesicherte Finanzierung von Assistenz- und Stützkräften im
schulischen und außerschulischen Bereich,
–
bundesweit einheitliche Standards zur Qualitätssicherung,
–
enge Zusammenarbeit mit den Familien und Partizipation bei der
Gestaltung inklusiver Angebote.
„Gleiche Rechte müssen auch gleiche Chancen in der Betreuung
bedeuten. Nur so können wir eine echte Teilhabe aller Kinder
gewährleisten“, fordert Steger.




