Wien (OTS) – Mit der Übertragung von Georges Bizets Meisterwerk
„Carmen“ steht
demnächst das erste große Opernhighlight von den diesjährigen
Salzburger Festspielen im Fernsehen auf dem Programm. Am Samstag, dem
8. August 2026, ist die bis dato zweite Aufführung der
Neuinszenierung von Regisseurin und Choreografin Gabriela Carrizo –
Teil des international gefeierten Kollektivs Peeping Tom – live-
zeitversetzt um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zu erleben. In der
Titelpartie der schonungslosen Tragödie über Liebe als Machtkampf und
Sehnsucht nach Freiheit, die keinen Preis scheut, gibt
Starsopranistin Asmik Grigorian ihr Rollendebüt. Auch die weiteren
Partien sind mit u. a. Jonathan Tetelman als Don José, Davide Luciano
als Stierkämpfer Escamillo und Kristina Mkhitaryan als Micaëla
hochkarätig besetzt. Die musikalische Leitung am Pult des Utopia
Orchestra hat Teodor Currentzis übernommen. Es singen außerdem der
Utopia Choir, der Bachchor Salzburg und der Salzburger Festspiele und
Theater Kinderchor. Für die ORF-Bildregie der TV-Übertragung mit
insgesamt neun Kameras zeichnet Michael Beyer verantwortlich, durch
den Opernabend führen Teresa Vogl (ORF) und Rebecca Donauer (ARTE).
Begleitend zur Opernübertragung erzählt bereits am Sonntag, dem
2. August, um 9.05 Uhr in ORF 2 die Dokumentation „Carmen – Geburt
eines Mythos“ die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte einer der
populärsten Opern der Welt und beleuchtet die Rezeption der
Heldinnenfigur jenseits der Bühne. Der Film ist auch nach der
Ausstrahlung weiterhin auf ORF ON verfügbar.
Mehr zur Opernproduktion
Georges Bizets „Carmen“ gilt als Inbegriff des Freiheitsdenkens –
und als eine der gefährlichsten Frauenfiguren der Opernliteratur. In
der Neuinszenierung der Salzburger Festspiele 2026 wird das 1875 in
Paris uraufgeführte Meisterwerk zum Hochspannungsdrama über Begehren,
Abhängigkeit und den Moment, in dem Liebe in Besitz umschlägt. Ein
einziger Blumenwurf genügt – und Offizier Don José (Jonathan Tetelman
), eben noch pflichtbewusst und verwurzelt in Ordnung und Herkunft,
gerät in eine Spirale, der er nicht mehr entkommt. Ein letzter Ruf
aus der Heimat erreicht ihn durch seine Jugendfreundin Micaëla (
Kristina Mkhitaryan) – doch gegen die leidenschaftliche Rebellin
Carmen (Asmik Grigorian), die sich nicht festlegen lässt, wirkt jede
Sicherheit plötzlich fragil. Als diese ihm den Rücken kehrt und sich
dem Stierkämpfer Escamillo (Davide Luciano) zuwendet, steuert alles
auf die Katastrophe zu. Bizets Musik zeichnet diese Kräfte präzise
nach: Josés Linien verdichten sich zum passionierten, zunehmend
aggressiven Ausdruck, während Carmens Klangwelt mit idiomatischen
Farben und populären Anklängen die Aura des Unfassbaren erzeugt –
verführerisch und beunruhigend zugleich.
Gabriela Carrizos Regiekonzept setzt auf starke Körperlichkeit
sowie poetische Bilder und gewährt einen Blick in die Psyche – und
auf jene Rollenmuster und Umfelder, die die Dynamik mit antreiben.
Dirigent Teodor Currentzis stellt Bizets Partitur nicht dekorativ
aus, sondern spitzt sie zu: mit schneidender Präzision, scharfen
Kontrasten und einem Puls, der die Musik unter Hochspannung setzt.
Weitere Details zum ORF-Programm zu den Salzburger Festspielen
2026 sind unter presse.ORF.at bzw. https://oe1.orf.at/festspielsender
abrufbar.


