Rom / Wien, am 17. Oktober 2025 (OTS) – Am 9.Oktober 2025 fand in Rom
die bilaterale Fachveranstaltung
„Enabling SME growth: Entbürokratisierung und die strategische Rolle
des Notariats“ statt – ein gemeinsames Projekt der Österreichischen
Notariatskammer (ÖNK) und der Italienischen Notariatskammer (
Consiglio Nazionale del Notariato, CNN) im Rahmen der Europäischen
KMU-Woche 2025. Rund 35 Expert:innen aus Notariat, Wirtschaft und
Politik aus Italien und Österreich diskutierten die Rolle des
Notariats als Partner kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) – mit
besonderem Fokus auf Digitalisierung, Bürokratieabbau,
Unternehmensübergaben und die Weiterentwicklung bestehender Services
für Unternehmen. Gastgeber und Präsident der italienischen
Notariatskammer Vito Pace begrüßte die Gäste – die Veranstaltung
unterstrich die gute und enge Kooperation zwischen Italien und
Österreich, im Notariat und darüberhinausgehend zwischen Notariat und
Unternehmen als starke Partner für Europas Wettbewerbsfähigkeit.
Zwtl.: Rechtssicherheit als Basis wirtschaftlicher Stärke
In einer zunehmend komplexen und globalisierten Wirtschaft ist
Rechtssicherheit ein entscheidender Standortfaktor. Das Notariat
fungiert dabei als Garant für Stabilität, Transparenz und Vertrauen –
Werte, die für Unternehmer:innen ebenso zentral sind wie für
Investoren.
„Das Notariat schafft die Rahmenbedingungen, damit Unternehmen
rechtssicher handeln, Investitionen planbar bleiben und Europa als
Wirtschaftsstandort attraktiv ist. Das österreichische Notariat
schaut in die Zukunft und hat Digitalisierung immer schon
vorangetrieben. Gleichzeitig muss das Notariat darauf achten, dass
Rechtssicherheit und Rechtmäßigkeitskontrolle bei aller
Geschwindigkeit und Effizienzbestrebungen nicht unterminiert werden“,
betonte Andreas Tschugguel, Vizepräsident der Österreichischen
Notariatskammer. Dies sei auch gerade mit Blick auf das europäische
Gesellschaftsrecht relevant.
„Gesellschaftsrecht ist nicht nur Recht für die Gesellschafter,
sondern auch für das Publikum – für Gläubiger, für Investoren, für
Arbeitnehmer“, so Tschugguel. Gesellschaftsrecht müsse Unternehmen,
insbesondere KMUs, mit Digitalisierung und Effizienz unterstützen und
gleichzeitig Rechtssicherheit beibehalten. „Wenn wir Bürokratie
abbauen und Verfahren harmonisieren, schaffen wir ein Umfeld, in dem
KMUs wachsen und Innovation entstehen kann. Genau daran arbeiten wir
gemeinsam mit unseren europäischen Partnern.“
Zwtl.: Digitalisierung und Entbürokratisierung für
Wettbewerbsfähigkeit
Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Entbürokratisierung
unternehmerischer Prozesse. Österreich und Italien gelten hier als
Vorreiter: Bereits heute ermöglichen digitale Notariatsdienste die
vollständig digitale Unternehmensgründung inklusive Beurkundung und
Eintragung in einem rechtssicheren Online-Prozess. Gute Beratung im
Vorfeld bleibt dabei jedoch essenziell.
Enormes Potenzial liegt im One-Stop-Shop Prinzip des Notariats,
wie Andreas Tschugguel, Vizepräsident der ÖNK betonte. Hier könnte
Österreich auch als gutes Beispiel auf EU-Ebene dienen. Aufgaben zu
Bündeln und eine zentrale Anlaufstelle zu haben für Rechtsberatung,
Behördenwege, Dokumentation und Registrierung spart Zeit und
Ressourcen. Ziel ist es, Bürokratie zu reduzieren, Abläufe zu
vereinfachen und Unternehmen zu entlasten – insbesondere in der
Gründungs- und Wachstumsphase.
„Wir wollen Bewusstsein für das breite Leistungsspektrum des
Notariats schaffen – von der Unternehmensgründung bis zu
grenzüberschreitenden Transaktionen, vom digitalen One-Stop-Shop bis
hin zur persönlichen Beratung vor Ort“, erklärte Andreas Tschugguel,
Vizepräsident der Österreichischen Notariatskammer. So dürfe auch
nicht vergessen werden, dass das Notariat einer der letzten
„Nahversorger“, Partner vor Ort sei, während auch beinahe alle
Leistungen digital angeboten werden – und damit Tradition und
Innovation verknüpft.
Zwtl.: Unternehmensnachfolge als gesellschaftliche Herausforderung
Für rund die Hälfte aller KMUs wird in den kommenden zehn Jahren
eine Unternehmensnachfolge anstehen. Fehlende Planung gefährdet nicht
nur Betriebe, sondern ganze Wirtschaftsregionen. Das Notariat
unterstützt hier als neutraler Partner bei der rechtssicheren
Übergabe – insbesondere in Familienunternehmen, wo klare Regelungen
Konflikten vorbeugen und den Fortbestand sichern. Denn, so Andreas
Tschugguel, wie auch bei den Gründungen gilt: „Es geht nicht nur um
schnelle Gründungen, und um schnelle Übergaben, sondern um gute
Gründungen und gute Übergaben. Das geht nur mit guter und individuell
angepasster Beratung.“
Zwtl.: Austausch zu rechtlichen Rahmenbedingungen und Best Practices
Im Zentrum der Diskussionen standen rechtliche Vergleichsaspekte
zwischen Österreich und Italien sowie mögliche Kooperationsfelder in
der europäischen Notariatspraxis. Im Rahmen eines moderierten Panels
wurden Best Practices aus beiden Ländern vorgestellt – von
effizienten Digitalverfahren bis zu praxiserprobten Modellen im
Gesellschafts- und Unternehmensrecht.
„Das Notariat ist ein verlässlicher Partner von KMUs, begleitet
sie von Gründung, über Umstrukturierung bis hin zur
Unternehmensübergabe. Österreich und Italien verbindet das gemeinsame
Ziel, Unternehmen durch verlässliche, moderne Rechtsstrukturen zu
unterstützen und Tradition und Innovation klug und vernünftig
miteinander zu verbinden“, so Marcella Handl. „Der bilaterale
Austausch ist eine wertvolle Basis, um europäische Lösungen
weiterzuentwickeln und Rechtssicherheit als Fundament
wirtschaftlichen Erfolgs zu stärken.“
Zwtl.: Ausblick: Europäische Fortsetzung in Brüssel
Die Fachveranstaltung in Rom markiert den Auftakt einer
zweiteiligen europäischen Diskussionsreihe. Am 5. November 2025 folgt
in Brüssel der zweite Teil unter dem Titel „Partner für Wachstum:
Notariate und KMUs in einem wettbewerbsfähigen Europa“, bei dem
Vertreter:innen der Europäischen Institutionen, des Notariats und des
KMU-Sektors zusammenkommen.
Während das Event in Rom die bilaterale und fachliche Ebene in
den Vordergrund stellte, wird in Brüssel die europäische und
politische Perspektive diskutiert – etwa zur Weiterentwicklung des
europäischen Gesellschaftsrechts, inklusive des sogenannten 28.
Regimes.
Über das Notariat
Österreichweit bieten 540 Notar:innen unabhängige, unparteiliche
sowie unbürokratische Dienstleistungen in verschiedenen
Rechtsbereichen, darunter persönliche Vorsorge, Immobilienrecht und
Unternehmensgründungen. Die Leistungen reichen von der Errichtung
eines Testaments über den Kauf einer Immobilie bis zur Gründung eines
Unternehmens. Dabei stehen Rechtssicherheit und Transparenz im
Mittelpunkt. Die Arbeit zeichnet sich durch höchste Sorgfalt,
Vertraulichkeit und Fachkompetenz aus – für eine individuelle und
lösungsorientierte Beratung in rechtlichen Angelegenheiten. Digitale
Services sorgen für eine flexible und effiziente Abwicklung.
Für weitere Informationen: https://ihr-notariat.at/
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