Wien (OTS) – Auch wenn das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker
2027 erst in
vier Monaten über die Bühne geht, laufen die Vorbereitungen für die
ORF-Live-Übertragung des weltberühmten Klassikereignisses am 1.
Jänner – erstmals dirigiert von Tugan Sokhiev – bereits auf
Hochtouren. So wurde gerade das traditionell im Sommer vorproduzierte
ORF-Neujahrskonzertballett abgedreht, das während der Ausstrahlung
des glanzvollen Konzerts im Fernsehen (11.15 Uhr, ORF 2 und ORF ON)
zu erleben sein wird. Für die Choreografie der von insgesamt elf
Mitgliedern des Wiener Staatsballetts getanzten Einlagen zum „Schatz-
Walzer“ und zur „Sofien-Quadrille“, beide von Johann Strauss Sohn,
zeichnet der ehemalige Tänzer der Kompanie, Andrey Kaydanovskiy
verantwortlich, der schon die Ballettproduktion 2019 verantwortete.
Ihr Debüt als Kostümdesignerin des Neujahrskonzertballetts hingegen
gab die international tätige Salzburger Modedesignerin und bildende
Künstlerin Flora Miranda, die an der Schnittstelle von futuristischer
Haute Couture, Technologie und Kunst arbeitet.
Als Drehorte dienten die Österreichische Akademie der
Wissenschaften in der Wiener Innenstadt, die 2027 ihr 180-jähriges
Bestehen begeht, sowie das im Art-déco-Stil erbaute Amalienbad in
Wien-Favoriten, das erst kürzlich 100. Geburtstag feierte. Dort traf
das Neujahrskonzertballett erstmals in seiner Geschichte auf
professionelles Synchronschwimmen – Mitwirkende der Tanzeinlagen
waren neben Tänzerinnen und Tänzern des Wiener Staatsballetts die
erfolgreichen Alexandri-Schwestern Anna-Maria, Eirini-Marina und
Vasiliki. Während Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri bei
Wettkämpfen als Duo antreten und sich als amtierende Weltmeisterinnen
erst vor wenigen Wochen bei der Europameisterschaft in Paris über
Doppel-Gold (Freie Kür und Technik-Kür) freuen konnten, startet
Vasiliki Alexandri äußerst erfolgreich in den Solo-Bewerben, ist
doppelte Vizeweltmeisterin und gewann bereits dreimal EM-Gold. Für
das Neujahrskonzert gehen die Drillingsschwestern jedoch zu dritt an
den Start und zeigen sich nicht nur von ihrer athletischen, sondern
auch künstlerischen Seite!
Die ORF-Bildregie übernahm Neujahrskonzert-Routinier Michael
Beyer, der damit bereits zum insgesamt 14. Mal die TV-Inszenierung
des Neujahrskonzertballetts verantwortete.
Auf der Suche nach einer wissenschaftlichen Entdeckung in der ÖAW
Zum 1885 entstandenen „Schatz-Walzer“ von Johann Strauss Sohn,
op. 418, nach Motiven aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ begeben
sich in der choreografische Erzählung Andrey Kaydanovskiys acht
Forscherinnen und Forscher auf die Suche nach einer
wissenschaftlichen Entdeckung. Ausgehend von der historischen
Bibliothek durchstreifen sie die Räumlichkeiten der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und vollziehen schließlich, ganz in
ihrem Vorhaben aufgehend, eine Metamorphose. Diese Veränderung
spiegelt sich auch in den von Flora Miranda entworfenen Unisex-
Kostümen wider. Vor der Kamera von Michael Beyer standen hierfür die
Tänzerinnen und Tänzer Kiyoka Hashimoto, Eszter Ledán, Sveva
Gargiulo, Marie Breuilles, Davide Dato, Masayu Kimoto, Arne
Vandervelde und Godwin Merano vom Wiener Staatsballett.
Ballett und Synchronschwimmen im Amalienbad
Für die 1850 im Wiener Sofienbad-Saal uraufgeführte „Sofien-
Quadrille“ von Johann Strauss Sohn, op. 75, wurde in der Geschichte
des ORF-Neujahrskonzertballetts erstmals sowohl an Land als auch im
und unter Wasser performt. Im Wiener Amalienbad traten vier
Mitglieder des Wiener Staatsballetts – Sinthia Liz, Sveva Gargiulo,
Giorgio Fourés und Lars Philipp Gramlich – mit den Profi-
Synchronschwimmerinnen Anna-Maria, Eirini-Marina und Vasiliki
Alexandri – in einen künstlerischen Dialog. Andrey Kaydanovskiys
Choreografie erzählt von einen Freundesquartett, das gemeinsam
schwimmen gehen will. Drei geheimnisvolle Wassergeschöpfe wachen
jedoch über das Bad und lassen die Besucher:innen nicht aus den
Augen. Die Bewegungen der Tänzer:innen und Synchronschwimmerinnen
treten dabei in Beziehung zueinander, ergänzen und kontrastieren
sich. Die zum Teil aus Silikon gefertigten Kostüme von Designerin
Flora Miranda sind eine futuristisch-avantgardistische Annäherung an
das Element Wasser und greifen zugleich die Optik der Jugendstil-
Fliesen des Amalienbads auf.
Die Fertigstellung des Neujahrskonzertballetts 2027 – eine
Koproduktion von ORF und Wiener Philharmonikern – ist bis Dezember
geplant.