Wien (OTS) – Ab sofort ist im NHM Wien eine neue Moa-Vitrine in
modernem Design
und mit einem neuen Arrangement von drei Moa-Skeletten zu sehen. Sie
befindet sich auf der Ebene 1, am sogenannten “Moa-Gang”.
Moas waren flugunfähige Laufvögel, die ausschließlich auf
Neuseeland lebten. Sie sind die einzigen Laufvögel ohne Reste von
Flügeln. Bereits Mitte des 15. Jahrhunderts, kurz nach der Besiedlung
Neuseelands, waren sie durch Bejagung und Rodungen ausgerottet. Es
gab neun verschiedene Moa-Arten. Bei jeder Art wurden die Weibchen
fast doppelt so groß wie die Männchen. Die größten Weibchen wogen
wohl über 200 Kilogramm und konnten ihren Kopf bis zu 3,60 Meter
hochrecken. Wobei dies nicht ihre natürliche Körperhaltung war. Moas
lebten in dichten Wäldern und fraßen Früchte, Blätter und Knospen.
Daher bewegten sie sich in geduckter Haltung durch das Unterholz, mit
dem Kopf vor dem Körper.
Moa-Skelette in der neuen Moa-Vitrine:
– Skelett links: Weibchen des Riesenmoas Dinornis robustus. Es war
bereits 1873 auf der Weltausstellung in Wien ausgestellt und wurde
1874 in die Sammlung des k. und k. Hofmuseums überführt.
– Skelett Mitte: Skelett des “dickbeinigen Moa”, Euryapteryx curtus
gravis , kam 1884 in die paläontologische Sammlung des k. und k.
Hofmuseums.
– Skelett rechts: Männchen des Riesenmoas Dinornis robustus , kam
1884 in die paläontologische Sammlung des k. und k. Hofmuseums.
Das NHM Wien birgt eine der größten Sammlungen dieser
außergewöhnlichen Laufvögel außerhalb Neuseelands. Die
paläontologische Sammlung verwahrt insgesamt zehn historische Skelett
-Montagen verschiedener Moa-Arten sowie mehrere hundert Einzelknochen
ebenfalls verschiedener Arten, die allesamt für wissenschaftliche
Untersuchungen zur Verfügung stehen.
Die Skelette kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
zwischen 1862 und 1884 an das k. und k. Hofmuseum in Wien, das
heutige NHM Wien. Sie trafen allerdings nicht als fertige Skelette,
sondern als in Kisten verpackte Einzelteile ein, die sodann von den
hiesigen Paläontologen und Präparatoren am k. und k. Hofmuseum
zusammengebaut wurden.
Die ersten vier Moa-Skelette, die in Wien ankamen, wurden 1873
auf der Wiener Weltausstellung in der Neuseeland-Schau präsentiert.
Sie waren ein Publikumsmagnet, denn so etwas hatte die Welt bis dato
nicht gesehen.
Besonders beeindruckend war damals wie heute ein Riesenmoa (
Dinornis robustus ), dessen Skelett über 3 Meter hoch ist. Dieser
Riesenmoa – ein Weibchen, wie wir heute wissen – war zusammen mit den
anderen Skeletten von Julius Haast, dem damaligen Direktor des
Canterbury Museums in Neuseeland, nach Wien zur Weltausstellung
geschickt worden. Nach deren Ende schenkte Haast die drei Moa-
Skelette und in Folge drei zusätzliche Skelette dem k. und k.
Hofmuseum, wofür er 1875 von Kaiser Franz Joseph I in den Ritterstand
erhoben wurde. Weitere Moa-Skelette wurden vom k. und k. Hofmuseum
1884 vom neuseeländischen Canterbury Museum erworben.
Das Skelett des Riesenmoas und die Skelette einiger anderer Moa-
Arten waren seither in verschiedenen Ausstellungsräumen des NHM Wien
zu besichtigen, zuletzt im Saal 30 der ornithologischen Ausstellung.
Weitere Skelette befanden sich im ehemaligen Eiszeitgang der
paläontologischen Ausstellung. Die Neugestaltung der Vogelsäle machte
nun erneut einen hausinternen Umzug einiger der Skelette nötig.
Bei dieser Gelegenheit nahm die Geologisch-Paläontologische
Abteilung auch einige anatomische Korrekturen an den Skeletten vor –
ein paar Knochen waren wohl bei der Erstmontage vertauscht worden.
Zudem wurde das Skelett des Riesenmoa-Weibchens eingescannt und ist
nun auch digital verfügbar. (Weitere 3D-Scans von Objekten des NHM
Wien finden Sie auf sketchfab.com .)
Fotomaterial: www.nhm.at/presse/pressemitteilungen/moa-vitrine




