Neue Bundesschulsprecherin von nur 20 Personen gewählt

Wien (OTS) – Am Sonntag kam die Bundesschüler_innenvertretung zum
ersten Mal in
diesem Schuljahr zusammen, um den_die neue_n Bundesschulsprecher_in
sowie dessen Stellvertreter_innen zu wählen. Zur neuen
Bundesschulsprecherin wurde die niederösterreichische BMHS-
Landesschulsprecherin Hannah Scheidl gewählt. Bei der BSV-Wahl dürfen
alle 27 Landesschulsprecher_innen, sowie zwei Vertreter_innen der
Zentrallehranstalten (ZLA) ihre Stimme abgeben. Dieses Jahr wurde sie
von nur 20 der 26 anwesenden Personen gewählt.

„Wenn nur 0,003% aller Schüler_innen die Vertretung wählen
dürfen, die sie alle repräsentieren sollte, führt das dazu, dass die
BSV von fast keinen dieser 1,1 Millionen Schüler_innen gekannt wird
und ihre Positionen oft unnahbar wirken“ , kritisiert Ello Wachter
Bundesvorsitzende_r der Aktion kritischer Schüler_innen (AKS).

Die Kandidatin zur Bundesschulsprecherin der AKS, und AHS-
Landesschulsprecherin in Salzburg, Carolin Huber meint: „Dass ich die
Wahlen heute nicht gewinnen werde, war mir bereits von Anfang
bewusst. Dennoch ist es wichtig ein Zeichen zu setzen! Ein Zeichen
dafür, dass diejenigen, die für eine starke, laute, kritische und
unbeirrte BSV kämpfen, weiterhin hier sind. Für eine BSV, die jede_r
kennt. Für eine BSV, die echte Veränderung schafft. Für eine BSV, die
endlich alle Stimmen der Schüler_innen in Österreich vertritt! Denn
die BSV darf nicht länger nur ein unbekanntes Organ sein, dass brav
im System mitschwimmt, sondern sollte sich endlich den Platz nehmen,
den wir-die 1,1 Millionen Schüler_innen Österreichs- verdient haben!“

„Die Direktwahl der Bundesschüler:innenvertretung ist
entscheidend, damit wir Schüler:innen selbst bestimmen können, wer
uns vertritt. Nur so bekommen Themen wie Schulrecht, mehr
Mitbestimmung im Schulalltag und faire Rahmenbedingungen für alle,
die Aufmerksamkeit, die sie verdienen“ , so Farah Denno, Kandidatin
zur AHS-Bereichssprecherin der AKS, und AHS-Landesschulsprecherin in
Wien.

„Obwohl die BSV-Wahl offiziell im September stattfindet, fällt
die tatsächliche Entscheidung bereits im Juli und das ohne direkte
Mitbestimmung der 1,1 Millionen Schüler_innen Österreichs. Solange
dieser Prozess hinter verschlossenen Türen abläuft und die breite
Schüler_innenschaft keine echte Stimme hat, kann von einer
demokratischen Wahl die alle Schüler_innen repräsentiert keine Rede
sein“ , erklärt Emma Battlog, Kandidatin zur BMHS-Bereichssprecherin
der AKS, und BMHS-Landesschulsprecherin in Vorarlberg

Zudem appelliert Huber: „Tagtäglich werden wir mit bedrückenden
Nachrichten aus aller Welt konfrontiert. Steigende Inflation,
voranschreitender Klimawandel und ein Rechtsruck, der nun bereits in
der Schule angekommen ist. Diese Nachrichten können entmutigend sein.
Doch gerade deswegen müssen wir nun gemeinsam aufstehen. Aufstehen
für eine Bildung, die uns auf unsere stets wandelnde Gesellschaft
vorbereitet. Aufstehen für eine Schule, die uns nicht alleine lässt,
uns nicht klein hält, sondern stärkt. Stärkt für eine Veränderung,
die uns positiv in die Zukunft blicken lässt.“

Seit Jahren fordert die AKS eine Demokratisierung der
Schüler_innenvertretung auf allen Ebenen und hat dazu schon
umsetzbare Konzepte vorgelegt. Als erste Schüler_innenorganisation
Österreichs forderte sie bereits 1987 die Direktwahl der
Schulsprecher_innen. Auch die BSV soll direkt gewählt werden.

Abschließend stellt Wachter klar: „Schüler_innen muss zugetraut
werden, ihre eigene Vertretung zu wählen, um Demokratie und
Partizipation zu leben und zu lernen.“