Jugend Eine Welt: Bildung als Hoffnungsschimmer für Kinderarbeiter

Wien (OTS) – „Bildung überwindet Armut und beendet Kinderarbeit nicht
von heute
auf morgen. Sie ist aber das wirksamste Gegenmittel. Wer Bildung
fördert, schenkt Kindern Hoffnung und legt den Grundstein für
Frieden, Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung“ , betont Reinhard
Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen
Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt , anlässlich des
„Internationalen Tag der Hoffnung“ am 12. Juli. „Wir dürfen daher
nicht nachlassen, benachteiligten Kindern den Zugang zu Bildung zu
ermöglichen. Denn jedes Kind, das lernen darf statt arbeiten zu
müssen, ist ein Gewinn für unsere gemeinsame Zukunft.“

138 Mio. Kinder müssen arbeiten
Weltweit müssen laut Schätzungen der Internationalen
Arbeitsorganisation (ILO) 138 Millionen Kinder und Jugendliche
täglich arbeiten. 54 Millionen – das entspricht etwa der Bevölkerung
Polens und Rumäniens – sogar unter Bedingungen, die ihre Gesundheit,
Sicherheit oder Entwicklung gefährden. Statt die Schule zu besuchen,
tragen sie zum Überleben ihrer Familien bei und verlieren damit die
Chance auf Bildung und eine bessere Zukunft. „Kinderarbeit ist ein
Teufelskreis, aus dem die wenigsten Kinder allein herausfinden.
Gemeinsam mit unseren Projektpartnern helfen wir konkret“ , sagt
Heiserer. „Oft müssen Eltern erst überzeugt werden, ihre Kinder in
die Schule zu schicken. Das ist meist ein langer Prozess. Das Angebot
einer kostenlosen warmen Mahlzeit für das Kind im Zuge des
Schulbesuchs bringt die Eltern durchaus zum Umdenken. Denn so lapidar
es auch klingt: Wenn ein Esser weniger zu Hause am Tisch sitzt, dann
haben die anderen Familienmitglieder mehr.“

Kampf gegen Kinderarbeit
Sankoh ist einer von vielen Buben und Mädchen, die aus der
Kinderarbeit befreit wurden. Der Zwölfjährige arbeitete im Norden
Sierra Leones in einem Steinbruch. Stundenlang zerschlug er ohne
Schutzkleidung Steine mit einem schweren Hammer. „Ich kann mich noch
gut daran erinnern, wie sich der feine Staub auf meine Haut legte und
in meinen Augen brannte. Jeder Atemzug tat mir weh. Am Abend bekam
ich dafür nicht einmal 26 Leones Lohn (Anm.: das entspricht weniger
als einem Euro)“ , erzählt Sankoh.

Mit Unterstützung von Jugend Eine Welt und den Don Bosco-Partnern
vor Ort gelang ihm der Ausstieg aus der Kinderarbeit. „Bildung ist
der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und die wirksamste
Investition in eine gerechtere Zukunft“ , erklärt Heiserer. „Doch der
Kampf gegen Kinderarbeit beginnt nicht nur in den Ländern des
Globalen Südens, sondern auch bei uns in Europa. Wir müssen darauf
achten, dass die Produkte, die wir kaufen, nicht mit Kinderarbeit
hergestellt wurden.“

Zeigen Sie Kinderarbeit die Rote Karte
Gemeinsam mit der Initiative „Kinderarbeit stoppen!“, deren
Bündnispartner Jugend Eine Welt ist, ruft Heiserer – angelehnt an die
laufende Fußball-WM – dazu auf, Kinderarbeit die Rote Karte zu
zeigen. Die Aktion kann auch unterstützt werden. Infos unter
www.kinderarbeitstoppen.at/rote-karte-gegen-kinderarbeit .

Die Initiative „Kinderarbeit stoppen!“ – bestehend aus Jugend
Eine Welt, der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE
Österreich, Kindernothilfe Österreich und solidar Austria – wird von
der Austrian Development Agency (ADA) gefördert und setzt sich
gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern in Ländern des Globalen
Südens für den Schutz von Kinderrechten, für gerechte Lieferketten
und für ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit ein. Infos:
www.kinderarbeitstoppen.at

Informationen zum Thema Kinderarbeit:
www.jugendeinewelt.at/kinderarbeit

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind
steuerlich absetzbar!

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