Wien (OTS) – Am Truppenübungsplatz Bruckneudorf (Burgenland,
Niederösterreich)
werden auf einer rund vier Hektar großen Versuchsfläche
nichtheimische Baumarten auf ihre Eignung für die klimatischen
Bedingungen der Zukunft untersucht. Hintergrund des Projekts sind die
zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels: Immer häufiger auftretende
Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit setzen vielen heimischen
Baumarten stark zu und führen vermehrt zu Waldschäden und
Baumsterben. Das Forschungsprojekt wird gemeinsam vom Bundesheer und
der Universität für Bodenkultur Wien durchgeführt. Die Pflege des
Versuchswaldes übernehmen Mitarbeiter der Forstverwaltung des
Truppenübungsplatzes.
Das Projekt läuft bereits seit 2012. Vergleichbare
Versuchsflächen bestehen auch in Deutschland und der Schweiz.
Gepflanzt wurden Baumarten, die hinsichtlich ihrer
Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel, ihres Holz- und Ertragswertes
sowie ihrer nicht invasiven Eigenschaften als vielversprechend
gelten. Zu den untersuchten Baumarten zählen die Libanon-Zeder, die
Griechische Tanne, die Hemlocktanne, die Troja-Tanne, die Orient-
Buche, die Silber-Linde, die Amerikanische Gleditschie, der
Europäische Zürgelbaum und Hickory-Arten. Die gewonnenen Erkenntnisse
sollen dazu beitragen, die Forstwirtschaft des Bundesheeres und
darüber hinaus langfristig klimafit zu gestalten. Besonders die
Libanon-Zeder hat sich im Verlauf der bisherigen Untersuchungen als
äußerst widerstandsfähige und geeignete Baumart erwiesen.
Wie auf allen Truppenübungsplätzen des Bundesheeres hat auch in
Bruckneudorf der Natur- und Umweltschutz einen hohen Stellenwert. Der
insgesamt 4.130 Hektar große Truppenübungsplatz liegt vollständig im
Europaschutzgebiet „Neusiedler See – Nordöstliches Leithagebirge“.
Dieses Schutzgebiet zeichnet sich durch eine außergewöhnliche
Vielfalt an Lebensräumen aus. Ein eigener Managementplan stellt den
Erhalt besonders schützenswerter Pflanzen- und Tierarten sicher. Am
südöstlichen Rand des Truppenübungsplatzes werden auf einer Fläche
von 22 Hektar Dexter-Rinder im Rahmen einer extensiven Beweidung
eingesetzt. Dadurch entsteht eine kurzrasige Wiesenstruktur, die dem
streng geschützten Ziesel als wertvoller Lebensraum dient. Sträucher
und Hecken bieten zahlreichen geschützten Vogelarten geeignete Brut-
und Rückzugsräume.
Darüber hinaus sind fünf Waldflächen mit einer Gesamtfläche von
rund 110 Hektar als Naturwaldreservate ausgewiesen und von der
forstwirtschaftlichen Nutzung ausgenommen. In diesen Bereichen bleibt
die natürliche Entwicklung des Waldes vollständig sich selbst
überlassen. Das Bundesheer hat 2021 den Erhalt dieser
Naturwaldreservate für weitere 20 Jahre beschlossen.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betont die Bedeutung des
Projekts: „Das Bundesheer bewirtschaftet österreichweit rund 12.000
Hektar Wald. Pilot- und Forschungsprojekte wie jenes in Bruckneudorf
entfalten ihre Wirkung weit über das Bundesheer hinaus und leisten
einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des klimafitten
Waldbaus in Österreich und Europa. Die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Forstverwaltung sowie der Heeresökologie leisten
dabei hervorragende Arbeit.“ Bereits in den vergangenen Jahren hat
das Bundesheer bei Aufforstungen konsequent auf klimafitte Baumarten
und artenreiche Mischwälder gesetzt, um die Wälder langfristig
widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.


