Greenpeace: CCS ist teure Scheinlösung – Milliarden in echte Klimaschutzmaßnahmen statt CO₂-Endlager

Wien (OTS) – Greenpeace warnt angesichts der Pläne von
ÖVP-Wirtschaftsminister
Wolfgang Hattmannsdorfer vor einem milliardenschweren Irrweg bei der
Dekarbonisierung der Industrie. Laut Umweltbundesamt könnten 2040
rund 9,2 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr aus österreichischen
Industriebetrieben anfallen, während das realistische Speichervolumen
in Österreich auf rund 118 Millionen Tonnen geschätzt wird. Bei den
hohen CO₂-Abscheidemengen wären die heimischen Lagerstätten damit
nach wenigen Jahren voll. Danach soll CO₂ ins Ausland gepumpt und im
Meer verpresst werden – mit komplett unklaren Risiken und
Langzeitfolgen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, CCS nicht
zum zentralen Klimaschutzinstrument zu machen, sondern öffentliche
Mittel in Maßnahmen zu investieren, die klimaschädliche Emissionen
dauerhaft reduzieren, etwa thermische Sanierung, klimafreundliche
Heizungen, erneuerbaren Strom, Elektromobilität und
Kreislaufwirtschaft.

Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace „CCS
ist keine Klimaschutz-Lösung, sondern eine extrem teure Scheinlösung
mit Ablaufdatum. Statt Milliarden in eine Technologie zu stecken, die
das Problem auf die nächste Generation verschiebt, muss die
Bundesregierung dafür sorgen, dass die klimaschädlichen Emissionen
heute und hier reduziert werden.“

CCS als teure Scheinlösung
Die Investitionssummen in die CCS-Technologie sind enorm: Das
Umweltbundesamt rechnet bis 2040 mit rund 10,7 Milliarden Euro für
Abscheideanlagen und CO₂-Infrastruktur. Hinzu kommt ein hoher
Energiebedarf: „Es ist absurd, viel Geld und wertvolle erneuerbare
Energie dafür zu verschwenden, CO₂ mit hohem Aufwand einzufangen, zu
transportieren und zu lagern, statt dafür zu sorgen, dass überhaupt
weniger CO₂ ausgestoßen wird. Viel sinnvoller ist es, das Geld in die
Sanierung, erneuerbare Wärme und sauberen Strom zu stecken“ , so
Duregger.

Unsichere Lagerung & unklare Haftung
Greenpeace kritisiert zudem die offenen Fragen bei langfristiger
Lagerung und Haftung. Wenn die heimischen Lagerstätten ausgeschöpft
sind, müsste CO₂ zunehmend ins Ausland transportiert und dort
gespeichert werden. Wer für Leckagen haftet, die Speicher über
Jahrzehnte überwacht und mögliche Folgekosten trägt, bleibt unklar.
„Wir dürfen kein milliardenschweres Entsorgungsproblem schaffen,
dessen Folgen am Ende die Allgemeinheit und kommende Generationen
tragen müssen. Echte Klimapolitik packt das Problem an der Wurzel:
Gebäude länger nutzen, sanieren, Heizungen tauschen, Recycling und
erneuerbare Energie ausbauen“ , sagt Duregger abschließend.

Inhalte auf einen Blick:
Thema/Anlass: Greenpeace-Kritik an den CCS-Plänen der Bundesregierung
Datenbasis/Ergebnis: 10,7 Mrd. Euro Gesamtinvestitionskosten bis
2040; heimische Lager (118 Mio. t Kapazität) bei 9,2 Mio. t
jährlichem Ausstoß rasch erschöpft
Hauptforderung: Stopp von CCS als zentrales Klimainstrument;
Umschichtung öffentlicher Mittel in Sanierung, Heizungstausch,
erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft
Adressat: ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer &
Bundesregierung
Quelle: Greenpeace Österreich