Wien (OTS) – Die Senatsvorsitzendenkonferenz (SVK) der
österreichischen
Universitäten ist zutiefst besorgt über die angekündigten Kürzungen
des Universitätsbudgets für die kommende
Leistungsvereinbarungsperiode 2028–2030. Die geplanten Einsparungen
treffen die Universitäten in einer Größenordnung, die weit über
notwendige Konsolidierungsmaßnahmen hinausgeht und den Wissenschafts-
und Forschungsstandort Österreich nachhaltig schwächt.
Die Universitäten haben ihre Budgetbedarfe auf Grundlage
moderater Annahmen und unter Berücksichtigung der schwierigen
budgetären Lage des Bundes kalkuliert. Die nun angekündigte Kürzung
bedeutet jedoch nicht bloß eine ausbleibende Anpassung an Inflation
und steigende Kosten, sondern eine reale Reduktion der finanziellen
Mittel. Dies hätte massive Auswirkungen auf Forschung, Lehre und die
Qualifizierung dringend benötigter Fachkräfte.
Bereits heute stehen die Universitäten unter erheblichem Druck
durch steigende Personal- und Betriebskosten. Weitere Einschnitte
führen zwangsläufig zu einem Abbau von Personal, einer
Verschlechterung der Betreuungsverhältnisse sowie Einschränkungen im
Studienangebot. Besonders betroffen ist der wissenschaftliche
Nachwuchs, dessen Perspektiven weiter eingeschränkt würden.
Die SVK warnt zudem vor den Folgen für die Innovations- und
Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Gerade in Schlüsselbereichen wie
Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung, Life Sciences, Medizin,
Energiewende und Klimawandel sowie im Zusammenhang mit sozialen und
kulturellen Entwicklungen braucht Österreich mehr Investitionen in
Wissenschaft, Forschung und Kunst – nicht weniger. Während auf
europäischer Ebene erhebliche Mittel für Forschungsausbau und
technologische Souveränität vorgesehen werden, droht Österreich den
Anschluss zu verlieren.
Die SVK appelliert daher eindringlich an die Bundesregierung, die
angekündigten Kürzungen zurückzunehmen und die Universitäten als
zentrale Investition in die Zukunft des Landes zu behandeln.
Wissenschaft, Forschung und Hochschulbildung sind keine verzichtbaren
Ausgaben, sondern Voraussetzungen für gesellschaftlichen Fortschritt,
wirtschaftliche Stärke und demokratische Resilienz.
Für die SVK:
Stefan Krammer, Universität Wien
Edith Gößnitzer, Universität Graz
Anette Mütze, Technische Universität Graz
Andreas Spiegl, Akademie der bildenden Künste Wien
Birgit Willinger, Medizinische Universität Wien


