Wien (OTS) – Bologna, 1752: Als Universitätsprofessorin hat die
Physikerin Laura
Bassi eine für Frauen ihrer Zeit unübliche Karriere in der
Wissenschaft eingeschlagen. Ihre Forschung konzentriert sich darauf,
ihre Heimatstadt besser vor Blitzen und Bränden zu schützen. Doch die
Blitzforschung steckt noch voller Geheimnisse. Die neue „Universum
History“-Dokumentation „Gegen Donner, Blitz und Aberglaube – Die
Physikpionierin Laura Bassi“ von Sigrun Laste, Mirella Pappalardo und
Kerstin Horner (ORF-Bearbeitung: Hans Wu, Corinna Glaser) zeigt am
Freitag, dem 3. Oktober 2025, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON,
wie sich diese außergewöhnliche Frau gegen ihre dominierenden
männlichen Kollegen behauptet und wie ihr der Durchbruch mit dem
ersten Blitzableiter Europas gelingt.
Laura Bassi ist eine Frau, die sich nicht von gesellschaftlichen
Konventionen einschränken lässt. Schon als junges Mädchen erhält sie
– ganz gegen den Zeitgeist – eine hervorragende Ausbildung. Mit
gerade einmal 21 Jahren erlangt die Hochbegabte sowohl den
Doktortitel als auch eine Professur an der Universität Bologna. „Mit
Scharfsinn, unbändigem Wissensdurst und dem nötigen Charisma
erarbeitet sie sich schon früh den Ruf als außergewöhnliche, ja
schillernde Persönlichkeit unter den Gelehrten“, verdeutlicht
Historikerin Beate Ceranski. Doch Bassis Leben ist geprägt von einer
Dreifachbelastung: In der männerdominierten Wissenschaft muss sie
sich tagtäglich behaupten. Ihren Kindern will sie eine liebevolle und
präsente Mutter sein. Zugleich widmet sie sich mit Leidenschaft ihrem
Forschungsgebiet, der Elektrizität, um ihre Heimatstadt sicherer zu
machen. „Ihr Ehemann Giuseppe Verati hat Lauras Forschung voll
unterstützt, trotz der gesellschaftlichen Normen“, weiß Maria Teresa
Guerrini von der Universität Bologna.
Mit seinen hohen Türmen ragt Bologna wie ein Magnet in den Himmel
– und zieht damit immer wieder Blitze an. Die Folgen sind verheerend:
Brände wüten in der Stadt, Menschen verlieren ihr Leben. Angetrieben
vom Wunsch, ihre Stadt zu schützen, vertieft sich Laura Bassi mehr
und mehr in die Erforschung der Blitz-Elektrizität. Ein
Wissenschaftsbereich, der sich der Gelehrtenwelt des 18. Jahrhunderts
erst langsam offenbart. Noch immer sind in der Vorstellung vieler
Menschen Wetterphänomene eng mit Aberglauben und religiöser Ehrfurcht
verbunden. Doch Papst Benedikt XIV. gilt als Bassis persönlicher
Fürsprecher. Just mit seiner Unterstützung verschafft sie sich Gehör
– und tritt in regen Austausch mit den führenden Physikern ihrer
Zeit.
Jeder Brief, jede wissenschaftliche Abhandlung bringt Laura Bassi
ihrem Ziel ein Stück näher: den ersten Blitzableiter Europas in
Bologna zu installieren. Inspiriert von den Experimenten von Benjamin
Franklin wagt sie schließlich den gefährlichen Test eines
Blitzableiters in ihrem eigenen Heimlabor. Ein Moment, von dem alles
abhängt: die Zukunft und Sicherheit der Stadt und die weitere
Karriere von Laura Bassi in der Welt der Wissenschaft.




