Gaál/Anderl/Hörmann: Equal Pension Day am 7. August zeigt: Frauen droht Altersarmut

Wien (OTS) – Der Equal Pension Day markiert jährlich den Tag, an dem
Männer
bereits so viel Pension bezogen haben wie Frauen erst bis zum
Jahresende erhalten haben werden. Im Jahr 2025 ist dies in Österreich
der 7. August.

Lohnschere und Pensionslücke schließen

„Wir wissen, dass Altersarmut überwiegend weiblich ist. Das
dürfen wir nicht hinnehmen, es ist einfach nicht zu akzeptieren, dass
Frauen eine dramatisch niedrigere Pension erhalten als Männer“,
bekräftigt Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál
anlässlich des österreichweiten Equal Pension Day.

„Ebenso steht außer Zweifel, wo es anzusetzen gilt und woran wir
weiter intensiv arbeiten müssen: faire Einkommen für Frauen! Sie sind
Voraussetzung für eine gerechte Pension. Die Situation heute ist nach
wie vor, dass Frauen mehrfach belastet sind und immer noch nicht den
gleichen Lohn erhalten. Denn die unbezahlte Arbeit wird größtenteils
von ihnen verrichtet. Diese Zeit fehlt beim Lebenseinkommen und wirkt
sich gnadenlos auf die monatliche Pensionshöhe aus. Unser klares Ziel
muss es sein, die Lohnschere zu schließen und Sicherheit für ein
unabhängiges, selbstbestimmtes Leben – gerade auch im Alter – zu
geben. Dafür brauchen wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit und
Lohntransparenz“, so Gaál.

„Wer Altersarmut von Frauen wirklich bekämpfen will, muss dort
ansetzen, wo sie entsteht: im Erwerbsleben“, fordert AK Präsidentin
Renate Anderl. „Viele Frauen arbeiten Teilzeit, weil Unternehmen
keine Vollzeitstellen anbieten und die Arbeitsbedingungen in vielen
Branchen belastend sind. Frauen tragen zudem den Großteil der
unbezahlten Arbeit – sie kümmern sich um Kinder, übernehmen die
Hausarbeit und pflegen Angehörige. Wer heute in Teilzeit gedrängt
wird, weniger verdient und mehr unbezahlte Arbeit leistet, hat später
eine geringere Pension. Solange es keine gerechten Vollzeitangebote
gibt und die unbezahlte Arbeit fast ausschließlich von Frauen
getragen wird, bleibt die Pensionslücke bestehen. Wir brauchen
gleiche Chancen, bessere Rahmenbedingungen und eine gerechte
Verteilung der unbezahlten Arbeit.“

„Politik und Betriebe müssen dafür sorgen, dass Arbeiten bis zur
Pension möglich ist. Das und eine bessere Anrechnung der
Kindererziehungszeiten wären wichtige Schritte für eine höhere
Pensionsleistung für Frauen. Was es zusätzlich braucht, sind gute
Arbeitsbedingungen, präventive Gesundheitsförderung und
altersgerechte Lösungen. Ebenso wesentlich zur Schließung der
Lohnschere und der Pensionslücke ist es, Bedingungen für echte
Gleichstellung von Männern und Frauen im Berufsleben zu schaffen:
Dafür braucht es den öffentlichen Ausbau an Kinderbetreuungsplätzen.
Denn Kinderbetreuung ist keine Privatsache, alle Frauen sollen die
Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bekommen.
Gleichermaßen sollen alle Frauen bestmöglich vor Altersarmut
beschützt werden“, so Christa Hörmann, geschäftsführende ÖGB-
Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende.

Unbezahlte Arbeit wirkt sich auf Einkommen und Pension aus

Je höher das monatliche Erwerbseinkommen ist und umso mehr
Beitragsmonate geleistet werden, umso höher ist auch die spätere
Pension. Während ihrer Erwerbstätigkeit verdienen Frauen jedoch
weniger als Männer und zahlen daher niedrigere Beiträge in die
Pensionskasse ein.

Frauen leisten zudem mehr unbezahlte Arbeit, wodurch die
Vereinbarkeit von Arbeit und Familie schwieriger wird. Das ist einer
der Gründe, warum viele Frauen in Teilzeit arbeiten – allerdings
verringert jedes Jahr in Teilzeit- statt Vollzeit-Beschäftigung die
spätere Pensionshöhe. Während Männer in Österreich im Durchschnitt
aller Alterspensionen monatlich 2.534,9 Euro beziehen, erhalten
Frauen mit 1.527,4 Euro um 1.007,5 Euro weniger.

In Wien sind die Pensionen von Frauen höher als im Rest
Österreichs

Frauen in Wien beziehen mit 1.739 Euro pro Monat österreichweit
die höchste Pension. In Wien liegt der Pensionsunterschied zwischen
Frauen und Männern bei 28,2 Prozent. So findet in Wien auch der
späteste Equal Pension Day Österreichs statt: am 19. September.

Informationsoffensive am Equal Pension Day auf der Mariahilfer
Straße und online

Das Frauenservice Wien informiert in Kooperation mit den ÖGB-
Frauen und der AK Wien – Frauen und Gleichstellungspolitik,
anlässlich des österreichweiten Equal Pension Day am Donnerstag, den
7.8.2025 von 11 Uhr bis 14 Uhr auf der Mariahilfer Straße (Höhe Nr.
45) zum Thema. Der Städtebund unterstützt auch heuer wieder mit
Informationsmaterialien zum Thema Pensionen und
Einkommensgerechtigkeit.

Eine Umfrage der Allianz Lohntransparenz Neu koordiniert von der
AK Wien unter dem Titel „Reden wir über’s Geld!“ soll dazu beitragen,
dass offen über Einkommen gesprochen wird. Wie ist Ihre Erfahrung?
Die Teilnahme an der Online-Umfrage dauert 5 Minuten und kann zu mehr
Gerechtigkeit beitragen – noch bis 10. August:
https://survey.lrsocialresearch.at/index.php/827577

Alle Alterspensionen

Österreich/Wien

Alle Alterspensionen monatlich: 1.949/1.998 Euro

Männer: 2.534,8/2.421 Euro

Frauen: 1.527,4/1.739 Euro

Differenz in Prozent/“Pension Gap“: 39,7/28,2 Euro

Pension Gap in Tagen (= Minus): 145/103 Tage

Equal Pension Day 2024: 06.08./15.09.2024

Im Vergleich zu 2024: +1/+4 Tage

Berechnung: MA 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt
Wien

Verbesserung Equal Pension Day in Tagen 2015 – 2025

2015/2025

Wien: 29 Tage – 21.08./19.09.

Österreich: 12 Tage – 26.07./07.08.