Wien (OTS) – „Von gleicher Bezahlung für Frauen und Männer sind wir
in Österreich
immer noch weit entfernt, aber die Zahlen in Wien beweisen ganz klar:
Feministische Politik macht den Unterschied“, sagt Erich Kniezanrek,
Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (
FSG) in der AK Wien.
Der Wiener Equal Pay Day fällt heuer auf den 22. November –
bundesweit war dieser Tag bereits am 2. November. Die
Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern liegt bundesweit bei
18,3 Prozent im Schnitt pro Stunde, in Wien bei elf Prozent.
Kniezanrek: „Das ist das Ergebnis sozialdemokratischer,
feministischer Politik. Wir haben in unserer Stadt ein gutes Angebot
an ganztägigen Bildungseinrichtungen schon für die kleinsten Kinder,
und wir haben ein breites Angebot Pflegeeinrichtungen. Das sind
wesentliche Rahmenbedingungen, um vor allem Frauen Vollzeitarbeit zu
ermöglichen.“
„Unser Ziel ist, dass der Equal Pay Day in naher Zukunft jedes
Jahr erst am 31. Dezember stattfindet, dafür setzen wir uns mit
ganzer Kraft ein“, so Kniezanrek. „Die Politik trägt ihren Teil dazu
bei, sowohl in Wien als auch im Bund. Die Lohntransparenzrichtlinie
der EU ist ein taugliches Instrument, um Ungerechtigkeiten sichtbar
zu machen – und damit kann man diese Ungerechtigkeiten konsequent
beseitigen.“ Aber auch die Betriebe seien gefragt, wenn es um
Einkommensgerechtigkeit gehe. „Es darf nicht sein, dass Frauen
niedrigere Einkommen haben, nur weil sie Frauen sind. Es darf nicht
sein, dass Frauen nur Teilzeitjobs bekommen und dann permanent
Mehrarbeit leisten, die dann nicht in Geld, sondern in Zeit
abgegolten werden. Beides ist aber leider immer noch oft der Fall,
wie wir aus den Beratungen in den Gewerkschaften und in der
Arbeiterkammer wissen.“
Eine weitere, wesentliche Hürde auf dem Weg zu
Einkommensgerechtigkeit sei die ungleiche Aufteilung unbezahlter Care
-Arbeit, etwa Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen, so
Kniezanrek: „Das sind gesellschaftlich immens wichtige Aufgaben,
öffentliche Angebote in diesen Bereichen müssen budgetär abgesichert
sein und in allen Bundesländern ausreichend zur Verfügung stehen.“


