Wien (OTS) – Für die „Am Schauplatz“-Reportage „So trocken wars noch
nie“ – zu
sehen am Donnerstag, dem 13. August 2026, um 21.05 Uhr in ORF 2 und
auf ORF ON – war Martin Steiner in Österreich und Deutschland
unterwegs und zeigt Orte, an denen der außergewöhnlich trockene
Frühling Verteilungskämpfe um unser wertvollstes Grundnahrungsmittel
sichtbar gemacht hat.
Im niederösterreichischen Artstetten-Pöbring ist im Frühling die
Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Die Gemeinde hat zum
Wassersparen aufgerufen, aber passiert ist das Gegenteil: „Man hat
offensichtlich gedacht, ich fülle meinen Pool noch geschwind, bevor
das Wasser ganz weg ist“, erzählt Langzeit-Bürgermeister Karl Höfer,
den wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen in ganz Österreich die
steigende Zahl privater Swimmingpools vor Probleme stellt. Lorena
Meierhofer musste deshalb 20 Stunden lang ohne Leitungswasser
auskommen: „Da hinterfragt man dann schon die Solidarität innerhalb
der Dorfgemeinschaft.“
Steigende Temperaturen und sinkende Grundwasserspiegel machen
vielerorts Verteilungskämpfe sichtbar, die wir eher aus Ländern des
globalen Südens kennen. In Brandenburg bei Berlin sorgt die
österreichische Firma Red Bull für Schlagzeilen. Der Getränkeriese
hat sich per Vertrag 92 Prozent des Grundwassers der Kommune
gesichert – für die nächsten 25 Jahre. 3,3 Milliarden Dosen Red Bull
will man hier jährlich abfüllen. „Brandenburg ist schon heute die
Wüste Deutschlands“, erzählen Gegner des Riesenprojekts. Beim „Am
Schauplatz“-Lokalaugenschein zeigen sie Brunnen, die man alle paar
Jahre tiefer bohren müsse, weil sich das Grundwasser zurückziehe. Bei
starkem Wind weht der Ackerboden über das flache Brandenburg. „Red
Bull verleiht unseren Äckern Flügel“, fasst eine Aktivistin die Angst
zusammen, die der geplante Verkauf des Grundwassers bei vielen
Menschen in der Region auslöst.
Äcker, die langsam vom Wind davongetragen werden, zeigt auch
Christian Gartner in der Oststeiermark. Er fürchtet um die Hälfte
seiner Weizen- und Sojaernte. „Ich bin seit 30 Jahren Bauer und so
trocken war es noch nie“, sagt er und fügt hinzu: „Was mich wirklich
ärgert, ist, wenn sie im Radio immer von ‚schönem Wetter‘ reden. Für
uns Bauern ist dieses Wetter schon lang nicht mehr schön.“


