Wien (OTS) – Ein neues regionales Netzwerk will die Holzenergie
verstärkt auf die
europäische Agenda stellen. Das am 9. September in Brüssel ins Leben
gerufene „Wood Energy Regions Network“ (WERN) vereint vier Regionen,
die nachhaltige Bioenergie als Teil der Lösung für Europas
Herausforderungen in den Bereichen Energieversorgungssicherheit und
Klimaschutz in den Mittelpunkt stellen.
Zwtl.: Ziel: Gemeinsame „regionale“ Stimme auf EU-Ebene
Bayern, Steiermark, Kastilien-La Mancha und Kastilien-León sind
die Gründungsmitglieder der Kooperationsplattform WERN. Ziel des
Netzwerks ist es, Regionen zusammenzubringen, um die Vorteile und
Potenziale der Bioenergie besser zu nutzen – von der Wärme- und
Stromerzeugung sowie der regionalen Energieversorgungssicherheit bis
hin zu nachhaltiger Waldbewirtschaftung und einer der Stärkung der
regionalen Wertschöpfung. Diese regionale Perspektive ist von großer
Bedeutung, denn die europäischen Regionen unterscheiden sich
erheblich hinsichtlich ihrer Waldstrukturen, Energiesysteme und
lokalen Bedürfnisse. WERN schafft einen Raum für den
Erfahrungsaustausch, stärkt die Zusammenarbeit und stellt sicher,
dass diese regionalen Gegebenheiten in die europäische Energiewende-
Debatte einfließen. Das Netzwerk verleiht Regionen, die den Wert
regionaler Biomasseressourcen erkennen, eine stärkere gemeinsame
Stimme und bietet zugleich die Möglichkeit, voneinander zu lernen.
Landesrätin Simone Schmidtbauer brachte es als Vertreterin der
Steiermark auf den Punkt: „Holzenergie ist und bleibt der zentrale
Stützpfeiler der Energiewende“. Die europäische Politik sollte diesen
Gegebenheiten Rechnung tragen und sicherstellen, dass der Beitrag der
Bioenergie bei der Energiewende angemessen berücksichtigt wird.
Die Gründungsregionen von WERN zeigen, was dies in der Praxis
bedeutet: In Bayern werden rund zwei Millionen Wohnungen – also fast
ein Viertel aller Haushalte – mit Holz beheizt; in der Steiermark, wo
Wälder 62 % der Landesfläche ausmachen, deckt Holz bereits 22 % des
Energiebedarfs; Kastilien-León verfügt über rund fünf Millionen
Hektar Wald und produziert etwa ein Drittel der spanischen
Holzpellets; Kastilien-La Mancha wiederum hebt die Bedeutung einer
aktiven Waldbewirtschaftung in Regionen hervor, die einem hohen
Waldbrandrisiko ausgesetzt sind.
Zwtl.: Bürokratie als Hemmnis
EU-Parlamentarier Alexander Bernhuber, Eric van den Heuvel,
Technischer Koordinator bei IEA Bioenergy, Marlene Mortler,
Vorsitzende des Bundesverbandes Bioenergie (BBE), und Andreas
Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark,
erörterten im Rahmen einer Expertenrunde, was erforderlich ist, um
das Potenzial der Holzenergie in ganz Europa stärker zu erschließen.
Ein Punkt kristallisierte sich dabei besonders deutlich heraus:
Übermäßige Bürokratie hemmt die nachhaltige Entwicklung auf
regionaler Ebene.
Zwtl.: Bioenergie regional von großer Bedeutung
Christoph Pfemeter, Präsident von Bioenergy Europe, betonte die
bereits große Bedeutung der Bioenergie für viele europäische Regionen
– für die Energieversorgung, die Wertschöpfung und die nachhaltige
Waldbewirtschaftung. „Die Bioenergie löst viele Herausforderungen,
vor denen wir stehen“, erklärte Pfemeter. Auf europäischer Ebene mag
es so scheinen, als spiele Bioenergie im gesamten Energiemix eine
eher untergeordnete Rolle. Dies täuscht jedoch über erhebliche
regionale Unterschiede hinweg. In einigen Regionen deckt Holzenergie
bereits bis zu einem Drittel des Energiebedarfs. Deshalb laden die
initiierenden Länder und der europäische Biomasse-Verband weitere
Regionen ein, sich dem Netzwerk anzuschließen, um gemeinsam an den
künftigen Herausforderungen zu arbeiten.
Gruppenfoto HIER
Informationen zur Bedeutung der Bioenergie für die Steiermark