„Serbien – Europas verborgenes Naturparadies“ im „Universum“-Porträt – am 15. September um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) – Serbien ist eine der großen unbekannten Wildnisregionen
Europas.
Zwischen Donau, Save, Morava, Drau und Theiß, in tiefen Schluchten,
dichten Wäldern, geheimnisvollen Höhlen, in weitläufigen
Feuchtgebieten und urzeitlichen Sanddünen, findet sich eine
erstaunliche Fülle an Leben. Fünf Nationalparks und zahlreiche
Schutzgebiete bewahren Lebensräume, die unterschiedlicher kaum sein
könnten. Die neue „Universum“-Dokumentation „Serbien – Europas
verborgenes Naturparadies“ von Szilárd Kovács und Petra Maier (ORF-
Bearbeitung: Tina Goebel) macht sich am Dienstag, dem 15. September
2026, um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON auf die Suche nach einer
Natur voller spektakulärer Geschichten.

Im Nationalpark Tara hat sich die Drina bis zu 1.000 Meter tief
ins Gebirge eingeschnitten. In den uralten Wäldern wächst die
serbische Fichte, die nur in dieser Region vorkommt. Und zwischen den
Bäumen streift eine Braunbärin auf der Suche nach den letzten
energiereichen Happen, bevor sie sich zur Winterruhe zurückzieht.
Noch tiefer führt die Reise in die fast zehn Kilometer lange Lazareva
-Höhle im Kučaj-Gebirge. Hufeisennasen überwintern hier in völliger
Dunkelheit. Ihr Guano wird zur Lebensgrundlage für Insekten und
Würmer – und sogar für eine Tausendfüßerart, die ausschließlich in
diesem unterirdischen Reich vorkommt.

Hoch über den Schluchten beginnt unterdessen bereits ein neues
Leben. Im Spezial-Naturreservat Uvac legen Gänsegeier mitten im
Winter ihre Eier. Temperaturen bis minus 39 Grad können ihnen nichts
anhaben. Noch Anfang der 1990er Jahre gab es in ganz Serbien nur rund
15 Brutpaare. Heute leben allein in Uvac mehr als 100. Mit fast drei
Metern Flügelspannweite gehören sie zu den größten Greifvögeln
Europas. Wenn die Kolonie ein totes Tier entdeckt, bleibt von einer
ganzen Kuh innerhalb einer Stunde kaum mehr als ein Gerippe.

Mit dem Frühling explodiert Serbiens Natur förmlich vor Leben. In
den Gebirgsbächen versammeln sich Tausende Nasen zum Massenlaichen,
Ziesel beginnen ihre Balz. Und kaum größer als eine Walnuss schlüpfen
die ersten Sumpfschildkröten. Ihr Ziel ist das Wasser – doch bis
dorthin müssen sie eine offene Weide voller Rinder überqueren. Für
die Winzlinge wird der erste Ausflug ihres Lebens zu einer
lebensgefährlichen Reise.

Im Sommer verwandelt sich die Theiß in eine Bühne für eines der
spektakulärsten Insektenschauspiele Europas: Millionen Eintagsfliegen
steigen gleichzeitig aus dem Wasser auf. Sie haben nur wenige Stunden
zu leben, schwärmen aus, paaren sich, legen ihre Eier ab – und
sterben. Ihr kurzes Leben wird zum Festmahl für Fische, Frösche und
Vögel. Nicht weit von Belgrad liegt die „europäische Sahara“.
Zwischen Sanddünen, die vom einstigen Pannonischen Meer stammen,
brüten farbenprächtige Bienenfresser. Zur Balz muss das Männchen das
Weibchen zunächst mit kleinen Geschenken überzeugen – eine
romantische Geste mit ernstem Ziel: die nächste Generation.

Und schließlich führt die Reise ins Naturreservat Slano Kopovo.
Der saisonale Salzsee ist ein Magnet für Zugvögel: Zehntausende Tiere
aus rund 200 Arten machen hier Rast, tanken Kraft und setzen
schließlich ihre Reise in die Winterquartiere fort. Serbien zeigt
sich als überraschend wilde Mitte Europas: ein Land der tiefen
Schluchten und weiten Ebenen, der eisigen Felsen und unterirdischen
Welten, in dem winzige Überlebenskünstler und mächtige Greifvögel
gleichermaßen ihre Heimat finden. In einer Natur, die näher liegt,
als man denkt – und dennoch voller Geheimnisse steckt.

„Serbien – Europas verborgenes Naturparadies“ erzählt von einem
Europa, das viele noch nicht kennen – und von einer Wildnis, die nur
darauf wartet, entdeckt zu werden.