Linz (OTS) – Aktuell erschüttert ein Todesfall aufgrund einer
allergischen
Reaktion auf einen Hornissenstich das Land. Der Betroffene hatte zwar
ein Notfallmedikament, nur war der Adrenalin-Pen im entscheidenden
Moment tragischerweise nicht griffbereit. Doch wie häufig sind
Insektengiftallergien überhaupt? Gibt es eine Therapie, die
Betroffene vor schweren allergischen Reaktionen schützen kann? Wann
kann ein Stich lebensbedrohlich werden und wer sollte mit einem
Adrenalin-Präparat ausgestattet sein? Wichtig zu wissen: Mit der
Allergen-Immuntherapie steht eine hochwirksame Behandlung zur
Verfügung, die einen allergischen Ernstfall vorsorglich verhindern
kann.
In Österreich sind rund drei Prozent der Bevölkerung gegen den
Stich von Biene, Wespe, Hornisse oder Hummel allergisch. 1 Das
entspricht etwa 300.000 Menschen. Doch nicht jede allergische
Reaktion ist potenziell lebensbedrohlich. „Nur ein Teil der
Betroffenen reagiert mit schweren Symptomen wie Schwellungen am
ganzen Körper, Übelkeit, Schwindel und Benommenheit bis hin zu einem
Kreislaufschock, der im schlimmsten Fall tödlich enden kann“,
informiert Assoz.-Prof. Dr. Gunter Sturm, Leiter des
Allergieambulatoriums Reumannplatz in Wien und der Forschungsgruppe
Klinische Allergologie an der Univ.-Hautklinik Graz. „Diese Menschen
sollten unbedingt allergologisch abgeklärt, bei Vorliegen einer
Allergie über die Möglichkeit einer vorbeugenden Behandlung
informiert und für den Ernstfall entsprechend geschult werden.“
Zwtl.: Sicherer Schutz durch Allergen-Immuntherapie
So gefährlich eine Insektengiftallergie sein kann, so gut lässt
sie sich behandeln. „Die Allergen-Immuntherapie ist eine sehr
wirksame Behandlung, die zuverlässig und nachhaltig vor schweren
allergischen Reaktionen schützt“ , erklärt Sturm. Dabei werden
zunächst steigende und anschließend regelmäßige Erhaltungsdosen des
entsprechenden Insektengifts kontrolliert verabreicht. Das
Immunsystem lernt dadurch, den Allergie-Auslöser zu tolerieren und
reagiert bei einem Stich nicht mehr über. „Die Therapie dauert
insgesamt zwar drei bis fünf Jahre, der Schutz baut sich jedoch
bereits innerhalb kurzer Zeit auf“ , sagt der Experte. „Bei einer
Behandlung im Krankenhaus ist man bereits nach wenigen Tagen
geschützt, ambulant dauert es wenige Wochen.“
Voraussetzung für die Therapie ist eine gesicherte Diagnose durch
den Facharzt. Der ideale Zeitpunkt dafür ist etwa vier Wochen nach
dem Stichereignis. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die
vorbeugende Behandlung mit einer Allergen-Immuntherapie ausdrücklich.
Die Kosten werden von der Krankenkasse zur Gänze übernommen und die
Therapie ist auch für Kinder ab fünf Jahren zugelassen.
Zwtl.: Notfall-Adrenalin
Das wichtigste Notfallmedikament ist Adrenalin, das rasch selbst
verabreicht werden kann. Sturm: „Bleibt die Reaktion auf eine Rötung
und Schwellung an der Einstichstelle begrenzt, handelt es sich in der
Regel nicht um eine bedrohliche Reaktion. In diesem Fall ist auch
kein Notfall-Adrenalin erforderlich und es reichen symptomlindernde
Medikamente wie Antihistaminika und Kortisontabletten.“
Zwtl.: Kausale Behandlung einer Insektengift-Immuntherapie:
Für wen: Eine Allergen-Immuntherapie sollten alle Menschen
durchführen, bei denen eine gesicherte Diagnose einer „echten“
Allergie vorliegt. Die Therapie behandelt die Ursache der
allergischen Erkrankung und bietet effektiven Schutz im Falle eines
Stichs.
Abklärung: beim allergologisch tätigem Facharzt oder im
Allergieambulatorium
Schutz: bereits nach wenigen Tagen oder Wochen erreicht
Dauer der Therapie: 3-5 Jahre
Kosten: Kosten werden von Krankenkasse übernommen
Zwtl.: Erste Hilfe bei schwerer allergischer Reaktion:
Schwellung (v. a. Gesicht, Hals), Heiserkeit, Husten, Schnupfen,
Kurzatmigkeit/Atemnot, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen,
Stuhlabgang, Bewusstlosigkeit
1 Adrenalin verabreichen
2 Richtige Lagerung
– Bei Atemnot: Hinsetzen, Oberkörper hochlagern
– Bei Kreislaufschock: Auf den Rücken legen, Beine hoch
– Bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage
3 Bei Asthma: Beta-2-Mimetikum (Spray/Inhalator)
4 Notarzt/Rettung verständigen: 144 oder 112
5 Zusätzlich Antihistaminikum und Kortison geben
Linktipp: https://at.klarify.me/pages/insektengiftallergie (inkl.
Expertensuche)
Zwtl.: ALK – Allergy solutions for life
Seit über 100 Jahren steht ALK für klinisch geprüfte, hochwertige
Allergenpräparate – zur Diagnostik und zur langfristigen Linderung
allergischer Beschwerden. Unsere Produkte kommen als sublinguale
Tabletten, Tropfen oder in Form der subkutanen Allergen-Immuntherapie
zum Einsatz. Darüber hinaus bieten wir auch Präparate zur
Notfallbehandlung von Anaphylaxie und leisten so einen wichtigen
Beitrag zur schnellen Hilfe im Ernstfall. Mittlerweile vertrauen
weltweit über 3,1 Millionen Menschen auf unsere Produkte. Wir werden
auch weiterhin intensiv in die Forschung und Entwicklung von
Therapien zur Bekämpfung von Allergien investieren. Mehr auf
www.alk.net/at.
1 Bokanovic D et al. Allergy 2011; 66: 1395-6
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