Samariterbund: „Mehr humanitäres Engagement ist notwendig!“

Wien (OTS) – „Der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt weltweit von
Jahr zu Jahr“,
erklärt Samariterbund-Geschäftsführer Andreas Balog, Geschäftsbereich
Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit, anlässlich des UN-
Tages der Humanitären Hilfe am 19. August 2026. „Als Mitglied der AG
Globale Verantwortung schließt sich der Samariterbund den dringenden
Empfehlungen an, die der Bundesregierung am Welttag der Humanitären
Hilfe übergeben werden: nämlich wie Österreich seine Präsenz im UN-
Sicherheitsrat für mehr humanitäres Engagement und die Durchsetzung
des Humanitären Völkerrechts nutzen sollte.“

Die Globale Verantwortung, Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung
und Humanitäre Hilfe, vertritt als Dachverband die Interessen von 39
österreichischen Organisationen, die in den Bereichen internationale
Entwicklung, Humanitäre Hilfe, Friedensförderung und
Entwicklungspolitik in 120 Ländern aktiv sind.

Zwtl.: Vier Empfehlungen an die Bundesregierung

1. Österreich soll sich im UN-Sicherheitsrat dafür einsetzen,
dass das Recht auf Nahrung unbedingt eingehalten wird. Aushungern als
Kriegsmethode sowie die Zerstörung von Nahrungsmitteln,
Wasservorräten und landwirtschaftlichen Ressourcen müssen verhindert
und Verstöße wirksam verfolgt werden.
2. Weiters geht es darum, dafür zu sorgen, dass die Einhaltung des
humanitären Völkerrechts von allen Konfliktparteien konsequent
eingefordert wird. Medizinische Einrichtungen, Gesundheitspersonal,
Patient:innen und humanitäre Helfer:innen müssen geschützt sein und
humanitäre Zugänge gewährleistet werden.
3. Darüber hinaus soll Österreich seinen Einfluss nützen, um in der
humanitären Abrüstung ein internationales rechtsverbindliches
Instrument für autonome Waffensysteme voranzutreiben. Entscheidungen
über den Einsatz von Gewalt müssen unter menschlicher Kontrolle
bleiben. Die Verantwortung für die Einhaltung des Humanitären
Völkerrechts und der Schutz der Zivilbevölkerung dürfen nicht an
technische Systeme delegiert werden.
4. Österreich soll die Chance nützen und seine humanitäre Strategie
glaubwürdig vertreten, konsequent umsetzen und dementsprechend
finanzieren. Österreich soll sich zudem im Sicherheitsrat und in
Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft für die Einhaltung des
Humanitären Völkerrechts, die Umsetzung der UN-Agenda Frauen, Frieden
und Sicherheit sowie für einschlägige UN-Klimabeschlüsse und eine
Rechenschaftspflicht bei Verstößen einsetzen.

Zwtl.: Österreichs Beitrag für Frieden und Sicherheit

Neben zahlreichen anderen österreichischen Organisationen aus dem
Bereich Entwicklung und Humanitäre Hilfe leistet auch der
Samariterbund seinen Beitrag im Rahmen von humanitären Projekten.
Seit Ausbruch des bewaffneten Konfliktes zwischen Russland und der
Ukraine im Februar 2022 unterstützt der Samariterbund die Menschen in
der Ukraine, weshalb zeitnah erste Nothilfeprojekte angelaufen sind.
Ging es in den ersten beiden Jahren vorrangig darum, Nothilfe in Form
von Lebensmitteln und Hygieneprodukten zu leisten, so rückte die
Wiederherstellung des Zugangs zu hochwertiger Gesundheitsversorgung
in den Vordergrund. Aufgrund des dringenden Bedarfs wurde ein
besonderer Fokus auf den Wiederaufbau des Gesundheitssystems gelegt.
Ein weiteres Projekt des Samariterbundes stattete daher insgesamt
zehn Kliniken, darunter eine Klinik mit Schwerpunkt Kinderonkologie,
mit neuen medizinischen Geräten aus und stellte somit den Zugang zu
hochwertiger, lebensrettender Gesundheitsversorgung sicher. Erschwert
wurde die Umsetzung des Projektes allerdings durch die sich
verschlechternde Sicherheitslage in der Ostukraine im Zeitraum 2024-
2025, weshalb zwei der zehn Gesundheitseinrichtungen in sicherere
Regionen verlegt werden mussten, was wiederum zu vorübergehenden
Behandlungsunterbrechungen und veränderter Personalverfügbarkeit
geführt hat. Aus diesem Grund unterstützt der Samariterbund implizit
die Empfehlung zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts, denn
gerade im Bereich der medizinischen Versorgung muss ein sicheres
Arbeiten sowohl des medizinischen Personals als auch der humanitären
Akteur:innen gewährleistet sein.

Durch die Wahl Österreichs im Juni 2026 als nichtständiges
Mitglied in den UN-Sicherheitsrat für die Funktionsperiode 2027-2028
kann Österreich einen wichtigen Beitrag für Frieden und Sicherheit in
der Welt leisten und dabei Bezug auf die zahlreichen humanitären
Projekte der österreichischen Organisationen nehmen, welche direkte
und unbürokratische Hilfe für die Betroffenen leisten.