Wien würdigt herausragende Leistungen in Kunst, Kultur, Wissenschaft und Volksbildung

Wien (OTS) – Die Stadt Wien freut sich, die Preisträger*innen der
Preise der Stadt
Wien und der Förderungspreise des Jahres 2026 bekanntzugeben.
Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, deren Arbeit neue Perspektiven
eröffnen und das kulturelle, wissenschaftliche und bildungspolitische
Leben Wiens prägen.

„Wien lebt von Menschen, die hinschauen, weiterdenken und Neues
möglich machen. Mit den Preisen der Stadt Wien würdigen wir
herausragende Leistungen in Kunst, Kultur, Wissenschaft und
Volksbildung – und damit auch jene Kräfte, die unsere Stadt offen,
neugierig und zukunftsfähig halten. Gerade jetzt zeigt sich
international, wie wichtig Orte sind, an denen Kunst und Wissenschaft
frei arbeiten können. Wien ist ein solcher Ort – und wir werden alles
daransetzen, dass das so bleibt“, so Wiens Bürgermeister Michael
Ludwig .

Gerade in einer Zeit, in der Kunst- und Wissenschaftsfreiheit
international zunehmend unter Druck geraten, zeigt sich die Bedeutung
offener Städte besonders. Wien steht für stabile Rahmenbedingungen,
in denen kritisches Denken und künstlerische Freiheit ermöglicht
wird, und den Anspruch, Bildung und Wissen möglichst vielen Menschen
zugänglich zu machen. Die Preise der Stadt Wien machen sichtbar, wie
sehr Wien von Menschen lebt, die forschen, gestalten, vermitteln,
widersprechen und neue Sichtweisen eröffnen.

„Diese Auszeichnungen zeigen die enorme Breite und Qualität, die
Wien als Kultur- und Wissenschaftsstadt ausmacht. Die Preisträger*
innen stehen für künstlerische Eigenständigkeit, wissenschaftliche
Exzellenz, gesellschaftliche Verantwortung und für den Mut, neue Wege
zu gehen. Wenn Wissenschafter*innen heute weltweit nach Orten suchen,
an denen sie frei und verlässlich arbeiten können, ist das auch ein
Auftrag an uns: Wien muss ein Raum bleiben, in dem Erkenntnis und
Kreativität geschützt und gefördert werden“, betont Kultur- und
Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler .

Zwtl.: Preise der Stadt Wien 2026

– Architektur:

GABU Heindl Architektur
Die Architektin Gabu Heindl arbeitet an der Schnittstelle von Stadt
und Architektur, Lehre und politischer Praxis. Ihre Arbeit beschreibt
die Jury als „Eingriffe in bestehende Verhältnisse“. Fragen des
öffentlichen Raums, leistbaren Wohnens und kollektiver
Planungsprozesse bilden dabei das verbindende Geflecht einer aktiven
Positionierung. Gewürdigt wird zudem ihre Auseinandersetzung mit
radikaler Demokratie und intersektionaler Gerechtigkeit sowie eine
Praxis von realer gesellschaftlicher Wirksamkeit. Die multiplen
Formate dieses Tuns – im Entwurf, im Schreiben und in der Lehre –
verschränken sich zu einer inhaltlich dicht verwobenen Praxis.

– Bildende Kunst:

Toni Schmale (Antonia Schmale)
Im skulpturalen Werk von Toni Schmale verschmelzen maschinelle und
humanoide Versatzstücke und verhandeln Themen wie
Geschlechterstereotype und Körperpolitiken. Schmale studierte in
Leipzig und Wien und hat ihr Werk laut Jury konsequent über die
Jahrzehnte weiterentwickelt. Hervorgehoben werden ihr experimenteller
wie virtuoser Umgang mit jenen Materialien, die üblicherweise in der
Industrie verwendet werden, sowie Arbeiten mit assoziationsreichen
Titeln wie „good enough mother“, „vagina dentata“ und „170 grad 400
grad“, die sich durch eine Formsprache auszeichnen, die am Material
entlang gearbeitet ist und darin ihre Dringlichkeit äußert.

– Medienkunst:

Enar de Dios Rodríguez
Die Medienkünstlerin Enar de Dios Rodríguez erhält die Anerkennung
für die künstlerische Komplexität, ästhetische Kohärenz und
politische Relevanz, die ihre Arbeit auszeichnet. Die Jury würdigt
ihre forschungsbasierte, multidisziplinäre und multimediale Praxis,
die unermüdlich die extraktivistische Logik des kapitalistischen
Systems untersucht – von Infrastrukturen bis zu Subjektivitäten, von
Umwelt bis zu Körpern. Hervorgehoben werden die intellektuelle
Strenge und formale Präzision ihrer Arbeit sowie ihre Fähigkeit,
komplexe Forschung in eindrucksvolle ästhetische Erfahrungen zu
übersetzen.

– Literatur:

Robert Menasse
„Robert Menasses literarisches Schaffen – ob als Romancier oder als
Essayist – durchzieht die Vorstellung des Individuums als Essenz
politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse.“ Die Jury verortet
seine Literatur zwischen jüdischer Familiengeschichte, der
Neubestimmung einer europäischen Identität und den Grenzen des
europäischen Verwaltungsapparats. Stets handelt sie vom „Scheitern
der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins zum allumfassenden
Geist“ und davon, „dass in jedem Fortschritt die Gefahr der
Rückabwicklung steckt“.

– Publizistik:

Ingrid Brodnig
In ihren Büchern, Kolumnen und digitalen Publikationsformaten
untersucht Ingrid Brodnig die Auswirkungen der Digitalisierung auf
Gesellschaft und Demokratie. Die Jury würdigt ihre „Analysen zur
Debattenkultur im Netz und auf der Straße, zu Desinformation, Hass im
Netz und digitaler Gewalt sowie ihre Aufklärung über die Verrohung
des digitalen Diskurses“. Hervorgehoben wird zudem ihre Rolle als
empathische und unermüdliche Übersetzerin digitaler und analoger
Formate und ihr Einsatz für eine faire digitale Gesellschaft.

– Musik:

Die Strottern
Seit ihrer Gründung 1996 prägen die Strottern das Wienerlied
nachhaltig. Die Jury streicht heraus, dass Klemens Lendl (Geige und
Gesang) und David Müller (Gitarre und Gesang) Tradition und Gegenwart
auf einzigartige Weise verbinden und dem Genre mit gelassener
Selbstverständlichkeit neue Dimensionen an musikalischer Offenheit,
Tiefsinn und Zärtlichkeit eröffnen, ohne dessen Humor und
Eigenwilligkeit zu verlieren. Mit Einflüssen aus Jazz, Neuer Musik
und Improvisation führen sie das Wienerlied in einen zeitgenössischen
internationalen Kontext.

– Geistes-, Sozial-, Kultur-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (
GSK):

Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Prainsack
Barbara Prainsack ist Universitätsprofessorin für Vergleichende
Politikfeldanalyse an der Universität Wien. Internationale
Bekanntheit erlangte sie mit ihren Arbeiten zu Biomedizin,
personalisierter Medizin und Solidarität im Gesundheitswesen. Als
besonders bemerkenswert und wichtig erachtet die Jury „die
thematische Breite und gesellschaftspolitische Relevanz ihrer
aktuellen Forschungen, die sie weit über ihr ursprüngliches
Fachgebiet hinausgeführt haben.“ Heute stehen Solidarität im
Wohlfahrtsstaat, Ökologie und Klimapolitik sowie die politischen
Folgen der Digitalisierung im Zentrum ihrer Arbeit.

– Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT):

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Dr. h.c. mult. Günter Blöschl
Günter Blöschl erhält den Wissenschaftspreis der Stadt Wien für seine
international herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der
Hydrologie. Als Professor an der Technischen Universität Wien hat er
„maßgeblich zum Verständnis von Hochwasserprozessen, Niederschlags-
Abfluss-Dynamiken und hydrologischen Extremereignissen beigetragen“ –
betont die Jury. Seine Forschung liefert zentrale Grundlagen für das
Hochwasserrisikomanagement und den nachhaltigen Umgang mit
Wasserressourcen im Klimawandel. Internationale Vernetzung,
einflussreiche Publikationen und sein Engagement in der
Nachwuchsförderung zeichnen sein Wirken aus.

– Medizinische Wissenschaften:

Univ.-Prof.in Dr.in med. univ. Irene Lang
Irene Lang, Professorin für Gefäßbiologie an der Medizinischen
Universität Wien, ist Kardiologin und zählt zu den führenden Expert*
innen für Lungengefäßerkrankungen. Nach Studium und Promotion in Wien
sowie Forschungsaufenthalten in den USA etablierte sie gemeinsam mit
dem Okayama Medical Center in Japan die pulmonale Ballon-
Angioplastie. Mit dieser Methode können verschlossene Lungenarterien
behandelt und Lebensqualität sowie Lebenserwartung Betroffener
verbessert werden. Die Jury würdigt zudem ihr Wirken als Forscherin,
Mentorin und internationale Vortragende, mit dem sie die Entwicklung
ihres Fachgebiets entscheidend vorantreibt.

– Volksbildung:

Mag. Hannes Sulzenbacher
Hannes Sulzenbacher bewegt sich seit den 1990er Jahren mit seinen
Ausstellungsgestaltungen an der Schnittstelle von Wissensvermittlung
und gesellschaftspolitischem Engagement. Als Mitbegründer von QWIEN,
Kurator zahlreicher Ausstellungen zur jüdischen Geschichte und seit
2022 Chefkurator des Jüdischen Museums Wien, zeichnet ihn laut Jury
aus, „Heiße“ Themen der Zeitgeschichte aufzugreifen, wohl durchdacht
und gut nachvollziehbar aufzubereiten (…).“ Mit Ausstellungen wie
„Schwarze Juden, Weiße Juden“ setzt er wichtige Impulse für
differenzierte gesellschaftliche Debatten.

Zwtl.: Förderungspreise der Stadt Wien 2026

– Architektur:

Studio Bonfim
Studio Bonfim (Katharina Hohenwarter und Michael Hafner) entwickelt
eine unverwechselbare Architektursprache mit einem
materialorientierten Ansatz, der Nachhaltigkeit, Wiederverwendung und
die Geschichte von Materialien in den Mittelpunkt stellt. Die
Verbindung von ressourcenschonendem Entwerfen, hoher gestalterischer
und poetischer Qualität sowie einer forschungsbasierten Praxis prägt
die besondere Haltung.

– Bildende Kunst:

Mag. Lukas Kaufmann
Ausgehend von der Formensprache der Wiener Moderne untersucht Lukas
Kaufmann die Beziehungen zwischen Raum, Objekt und Körper. Seine
Arbeiten zeichnen sich durch subtile Variationen architektonischer
und gestalterischer Elemente aus, die neue Perspektiven auf Raum,
Objekt und soziale Beziehungen eröffnen.

Mag.a Lisa Sifkovits
Lisa Sifkovits setzt sich in ihrer künstlerischen Praxis mit
gesellschaftlichen Normen, Identität und visuellen Wahrnehmungen
auseinander. Durch die Transformation alltäglicher Zeichen
kollektiver Identität und den vielseitigen Einsatz von Materialien
wie Textil, Holz und Papier schafft sie vielschichtige Objekte und
Installationen, die vertraute Bedeutungen und Sehgewohnheiten
hinterfragen.

– Literatur:

Yevgeniy Breyger
Yevgeniy Breyger schreibt eine zeitgenössische, politische Lyrik, die
Kriegserfahrung, Identität und gesellschaftliche Realität mit großer
formaler Freiheit und persönlicher Dringlichkeit verknüpft.

Sarah Kuratle
In ihren Romanen erschafft Sarah Kuratle ein eigenständiges
literarisches Universum zwischen Realität, Traum, Mythos und Märchen.
Ihre poetische, rhythmisch präzise Sprache sowie die Kunst der
Andeutung erzeugen eine schwebende bis surreale Atmosphäre von
besonderer Vorstellungskraft.

– Musik:

Ralph Mothwurf
Als Komponist, Arrangeur und Gitarrist zählt Ralph Mothwurf zu den
prägenden Stimmen der Wiener Musikszene. Seine Musik bewegt sich
konsequent an den Schnittstellen unterschiedlicher Genres, aus denen
eine unverwechselbare, persönliche Klangsprache entsteht.

Anja Obermayer
Anja Obermayer verbindet kammermusikalische Avantgarde mit
Vokalimprovisation und Pop zu einer eigenständigen Klangsprache. Mit
ihren Kompositionen und Vokalprojekten überzeugt sie durch
künstlerische Tiefe, Ausdrucksstärke und stilistische Vielseitigkeit.

– Geistes-, Sozial-, Kultur-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (
GSK):

Mag.a Nora Lehner
Die Historikerin Nora Lehner erforscht bislang wenig beachtete
Kapitel der österreichischen Sozialgeschichte und verbindet
wissenschaftliche Exzellenz mit innovativer Geschichtsvermittlung.
Mit ihrer Arbeit macht sie komplexe historische Themen einem breiten,
insbesondere jungen Publikum zugänglich.

Dr.in Klaudia Wegschaider
Die Politikwissenschaftlerin Klaudia Wegschaider erforscht
Wahlrechtsreformen und demokratische Teilhabe im internationalen
Vergleich. Ihre mehrfach ausgezeichnete Forschung verbindet
theoretische Tiefe mit empirischer Analyse und trägt wesentlich zum
Verständnis moderner Demokratien bei.

– Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT):

Assistant Prof.in Mag.a Dr.in sc. Bernadette Rosati
Bernadette Rosati zählt zu den vielversprechendsten
Nachwuchswissenschaftler*innen ihres Fachgebiets. Mit ihrer Forschung
zur Aerosol- und Wolkenphysik hat sie das Verständnis von
Wolkenbildungsprozessen und der Rolle biogener und anthropogener
Aerosole wesentlich erweitert und sich damit als international
anerkannte Forscherin etabliert.

Jan Korbel, PhD
Der Physiker Jan Korbel erforscht gesellschaftliche Dynamiken mit
Methoden der modernen Physik. Seine Arbeiten zu Polarisierung,
kollektivem Verhalten und Informationsverarbeitung verbinden
Sozialwissenschaften mit Komplexitätsforschung und leisten wichtige
Beiträge zum Verständnis komplexer gesellschaftlicher Systeme.

– Medizinische Wissenschaften:

Elma Dervic, PhD
Elma Hot Dervic verbindet in ihrer Arbeit Medizin, Datenwissenschaft
und Innovation. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und deckt
mit ihrer Forschung zu Gesundheitsdaten Krankheitsrisiken und
Ungleichheiten im Gesundheitssystem auf. Sie zeichnet sich durch die
erfolgreiche Verknüpfung von Wissenschaft, Unternehmer*innentum und
Nachwuchsförderung aus.

– Volksbildung:

Carina Sacher, MSc und Lukas Vejnik, MSc (als Team)
Carina Sacher und Lukas Vejnik befassen sich mit dem städtebaulichen
und gesellschaftlichen Potenzial von Architektur. In ihrer
Publikation „Zentren geistiger Stadterweiterung“ zeigen sie am
Beispiel Wiens, wie kommunaler Wohnbau, Volksbildung und öffentliche
Räume zur Förderung von Kultur, Begegnung und sozialem Zusammenhalt
beitragen können.

Zwtl.: Jurymitglieder

Architektur: Jerome Becker, Susan Kraupp, Elke Rauth, Anna
Wickenhauser / Bildende Kunst: Manisha Jothady, Claudia Märzendorfer,
Hans Schabus, Nina Schedlmayer, Eva Maria Stadler / Medienkunst: Anne
Faucheret, Günther Oberhollenzer, Jeanette Pacher / Literatur und
Publizistik: Andrea Fredriksson-Zederbauer, Angelika Reitzer, Peter
Zimmermann / Musik: Harald Baumgartner, Astrid Schwarz, Beate
Wiesinger, Philip Yaeger / Wissenschaft und Volksbildung: Rainer
Bauböck, Ulrike Felt, Gabriella Hauch, Elisabeth Brugger /
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) und
Medizinische Wissenschaften (MW): Sabine Seidler, Stefan Thurner,
Sophie Zechmeister-Boltenstern, Josef Smolen

Zwtl.: Die Preise der Stadt Wien

Die Preise werden von der Bürgermeisterin bzw. dem Bürgermeister
der Stadt Wien verliehen. Die Auswahl der Preisträger*innen erfolgt
auf Vorschlag unabhängiger Fachbeiräte. Die Preise der Stadt Wien,
die seit 1947 in den Fachbereichen Architektur, Bildende Kunst,
Medienkunst, Literatur, Musik, Publizistik, Wissenschaften und
Volksbildung vergeben werden (der Medienkunstpreis seit 2014), sind
mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Die Förderungspreise werden seit
1951 zusätzlich jedes Jahr verliehen und sind mit jeweils 5.000 Euro
dotiert.

Zwtl.: Bisherige Preisträger*innen

Die bisherigen Preisträger*innen der Preise der Stadt sind hier
zu finden sowie die bisherigen Preisträger*innen der Förderungspreise
der Stadt Wien hier .