Wien (OTS) – Wie entsteht ein neues Stadtquartier? Welche
Überlegungen stecken
hinter der Planung von Gebäuden, Freiräumen und öffentlichen Plätzen?
Antworten auf diese Fragen bietet die Ausstellung zum Stadtquartier
Eibengasse, die von 21. bis 23. August 2026 gezeigt wird. Der
Qualitätsbeirat des wohnfonds_wien lädt Besucherinnen und Besucher
dazu ein, den Qualitätssicherungsprozess hinter der Entwicklung des
neuen Stadtteils kennenzulernen.
Zu sehen sind die aktuellen Zwischenstände der Projektentwürfe
für die einzelnen Bauplätze, ein Modell des künftigen Stadtquartiers
sowie der erste Entwurf des Quartiersplans mit der Erdgeschoßzone und
dem Grün- und Freiraum. Die Ausstellung zeigt, wie die einzelnen
Projekte zu einem gemeinsamen Ganzen zusammengeführt werden und
vermittelt einen umfassenden Eindruck davon, wie das neue
Stadtquartier entwickelt wird. Wer die Ausstellung nicht vor Ort
besuchen kann, hat die Möglichkeit, die Zwischenergebnisse der
Projektteams auch online auf der Website des wohnfonds_wien zu
erkunden.
Die Ausstellung findet unmittelbar nach dem Zwischenkolloquium
des Qualitätsbeirats statt. Dabei präsentierten die Projektteams ihre
Planungen für die einzelnen Bauplätze und diskutierten diese
gemeinsam mit dem Qualitätsbeirat des wohnfonds_wien. Ziel ist es,
die einzelnen Projekte aufeinander abzustimmen und die hohen
städtebaulichen, architektonischen und freiräumlichen Qualitäten des
neuen Stadtquartiers in die Umsetzung zu bringen.
Dafür werden bereits im September 2026 die nächsten Schritte
unternommen und in weiteren Werkstatt-Terminen Themen wie
Erschließung und Mobilität, Freiraum, Sockelzone und Nutzungen sowie
Gemeinschaftsbildung im neuen Stadtquartier bauplatzübergreifend
abgestimmt. Bis zum abschließenden Kolloquium im Dezember 2026 findet
u.a. auch die Abstimmung der künftigen Energieversorgung und der
Baulogistik statt. Nach Abschluss des Beurteilungsverfahrens im
Februar 2027 folgt die Realisierungsphase. Der Prozess des
Qualitätsbeirats wird nach Fertigstellung des Quartiers beendet sein
und formal durch eine Besichtigung des Quartiers in Form einer
„Abnahme“ durch den Qualitätsbeirat abgeschlossen.
„Mit dem Stadtquartier Eibengasse schaffen wir leistbaren und
sicheren Wohnraum für die Wienerinnen und Wiener und entwickeln ein
neues, klimafittes Stadtviertel mit hoher Lebensqualität. Damit
setzen wir konsequent auf die Qualitäten des Wiener Wohnbaumodells:
leistbares Wohnen dank der Widmungskategorie ‚Geförderter Wohnbau‘,
starke Nachbarschaften und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Der
Qualitätsbeirat sorgt dafür, dass diese hohen Ansprüche von Beginn an
in allen Projekten umgesetzt werden“, erklärt Wohnbaustadträtin Elke
Hanel-Torsch.
Das rund 19 Hektar große Stadtentwicklungsgebiet liegt zwischen
den U2-Stationen „Donauspital“ und „Aspernstraße“ sowie der Erzherzog
-Karl-Straße und der Langobardenstraße.
„In den kommenden Jahren entsteht beidseits der U2 ein neues
Stadtquartier für bis zu 6.000 neuen Einwohner*innen. Wir setzen auch
hier die höchsten Stadtentwicklungsstandards mit einer modernen
Infrastruktur, Öffi-Anbindung, Radwegen, kurze Wegstrecken für den
Alltags- und Lebensbedarf und hochwertigen Grün- und Freiräumen.
Gerade in Zeiten, in denen es immer längere Hitzephasen gibt, ist die
Qualität eines Stadtquartiers entscheidend für die Lebensqualität der
Menschen, die künftig hier wohnen und arbeiten werden.“, sagt
Planungs- und Mobilitätsstadträtin Ulli Sima.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Klimawandelanpassung und
der hohen Lebens- und Aufenthaltsqualität im Freiraum. Herzstück des
Quartiers wird ein rund 2,5 Hektar großer öffentlicher Park. Ergänzt
wird dieser durch vielfältig nutzbare Freiräume, Spiel- und
Aufenthaltsbereiche auf den Baufeldern sowie Grünflächen entlang der
U-Bahn-Trasse. Dach- und Fassadenbegrünungen, zahlreiche
Baumpflanzungen, möglichst geringe Bodenversiegelung und eine gute
Durchlüftung des Quartiers tragen dazu bei, den neuen Stadtteil an
die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.
Auch die soziale und die Versorgungsinfrastruktur wachsen mit:
„Geplant sind zwei neue Kindergärten sowie zusätzliche
Nahversorgungsangebote. Die neue Schule an der Langobardenstraße mit
17 Volksschul- und 16 Mittelschulklassen ist bereits seit 2023 in
Betrieb. Durch die neuen Freiräume und die Infrastruktur profitiert
das gesamte Umfeld in der Donaustadt“ , ergänzt Bezirksvorsteher
Ernst Nevrivy.
„ Die Qualität eines neuen Stadtteils entsteht nicht erst im
fertigen Quartier, sondern bereits im Planungsprozess. Genau hier
setzt der Qualitätsbeirat an. Das Zwischenkolloquium ist ein
wichtiger Meilenstein, weil die Projekte gemeinsam betrachtet und auf
ihre Wirkung für das gesamte Quartier abgestimmt werden. So entsteht
aus vielen einzelnen Bauvorhaben ein zusammenhängendes, lebendiges
und zukunftsfähiges Stadtviertel “, erklärt Gregor Puscher,
Geschäftsführer des wohnfonds_wien.
Grundlage für den Qualitätssicherungsprozess ist das von der
Stadt Wien eigens für den Standort entwickelte Qualitätenhandbuch. Es
definiert die Anforderungen an Städtebau, Architektur,
Freiraumgestaltung, Nachhaltigkeit und Mobilität. Der kontinuierliche
Dialog zwischen den Planungsteams, dem Qualitätsbeirat und allen
weiteren Beteiligten stellt sicher, dass die ambitionierten
Qualitätsziele konsequent umgesetzt werden. Mit dem Stadtquartier
Eibengasse entsteht in der Donaustadt ein neues urbanes Zentrum, das
leistbares Wohnen, Klimaschutz, hochwertige Freiräume und soziale
Infrastruktur verbindet und damit einen wichtigen Beitrag zur
nachhaltigen Entwicklung Wiens leistet.
Ausstellung gibt Einblick in die Planung des Stadtquartiers
Eibengasse
Von 21. bis 23. August lädt der wohnfonds_wien Interessierte ein,
einen exklusiven Einblick in den aktuellen Planungsstand des
Stadtquartiers Eibengasse zu erhalten. Im Rahmen der Ausstellung
öffnet der Qualitätsbeirat seine „Werkstatt“ und präsentiert die
Zwischenergebnisse der Projektteams für die einzelnen Bauplätze.
Neben den aktuellen Projektentwürfen sind auch ein Modell des
künftigen Stadtquartiers sowie der erste Entwurf des Quartiersplans
mit der Erdgeschoßzone und dem Grün- und Freiraum zu sehen.
Besucherinnen und Besucher erhalten damit einen umfassenden Eindruck
davon, wie das neue Stadtquartier entwickelt wird.
21.08.–23.08.2026
Ausstellung: Zwischenstand Stadtquartier 22., Eibengasse
Nordwestbahnstraße 16, 1200 Wien, ehemaliger Nordwestbahnhof
Öffnungszeiten: 12:00–17:00 Uhr
Eintritt frei!
Wer die Ausstellung nicht vor Ort besuchen kann, hat die
Möglichkeit, die Zwischenergebnisse der Projektteams auch online zu
besichtigen. Die digitale Ausstellung ist ab 21.08. auf der Website
des wohnfonds_wien unter https://www.wohnfonds.wien.at/qsb-eibengasse
abrufbar.
Über den wohnfonds_wien
Der wohnfonds_wien wurde 1984 gegründet, mit dem Ziel, im Auftrag
des Landes Wien die geförderten Sanierungen zu begleiten und
abzuwickeln und den geförderten Wohnungsneubau durch den Kauf, die
Verwaltung und Bevorratung von Grundstücken voranzutreiben.
Nachhaltige Quartiersentwicklung nimmt bei den vom wohnfonds_wien
durchgeführten qualitätssichernden Instrumenten – Bauträgerwettbewerb
und Grundstückbeirat – seit jeher eine wesentliche Rolle ein. Seit
der Einführung des Qualitätsbeirats 2021 umfasst der
Qualitätssicherungsprozess nicht nur geförderte, sondern auch
freifinanzierte Neubauten und ganze Stadtquartiere. Ziel ist eine
Quartiersentwicklung, die gesamtheitliches Denken umfasst und als
Innovationsmotor für weitere Wohnbauvorhaben dient. Für die Bewohner*
innen wird somit zusätzlicher innovativer und gut leistbarer Wohnraum
mit passender Infrastruktur unter ökologischen Gesichtspunkten in
einer lebenswerten Umgebung geschaffen.
Mehr dazu: https://www.wohnfonds.wien.at/qualitaetssicherung .
Der Qualitätsbeirat – Das Quartier als großes Ganzes
Der Qualitätsbeirat übernimmt in ausgewählten
Stadtentwicklungsgebieten die Qualitätssicherung für das gesamte
Quartier. Dies beinhaltet sowohl geförderte als auch freifinanzierte
Wohnbauprojekte und quartiersbezogene Schwerpunkte. Für das
Zusammenspiel von Nutzungen und Freiraum braucht es die Abstimmung
der Projekte aufeinander sowie deren Einbindung in den Gesamtkontext
und in die bestehende Nachbarschaft. Im Fokus steht dabei stets der
Dialog zwischen allen Beteiligten, um Synergien zu nutzen. Innovative
alternative Energielösungen, kreislaufwirtschaftliche Prinzipien,
effiziente Baustellenlogistik, die Gestaltung von Erdgeschoß- und
Sockelzonen sowie von vernetzten Freiräumen, die Situierung der
quartiersbezogenen Gemeinschaftsräume, Mobilitätslösungen und die
Ansprüche an eine städtebauliche wie Soziale Nachhaltigkeit werden
gleichermaßen berücksichtigt.


