St. Pölten (OTS) – Ende Juli 2026 sind 45.778 Personen beim AMS in
Niederösterreich
arbeitslos vorgemerkt und damit um 2.438 oder 5,6 Prozent mehr als im
Vergleichsmonat des Vorjahres (österreichweit: +3,1 Prozent).
Inklusive Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmern befanden sich
54.686 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche (+5,4 Prozent
gegenüber dem Vorjahr).
Der Bestand an unselbständig Beschäftigten (geschätzt) in
Niederösterreich liegt Ende Juli bei 667.000 Personen. Davon waren
300.000 Frauen (+0,1 Prozent) und 367.000 Männer (-0,4 Prozent). Im
Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein rückläufiges Niveau (-0,2
Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt in Niederösterreich aktuell bei
6,4 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte über dem Wert im Vorjahr.
Österreichweit beträgt die Arbeitslosenquote 6,9 Prozent (+0,2
Prozentpunkte).
„Die rezenten regionalen Arbeitsmarktprognosen für
Niederösterreich gehen von einer Steigerung der Arbeitslosigkeit von
über vier Prozent im heurigen Jahr aus – damit wird die
Arbeitslosigkeit das dritte Jahr in Folge steigen. Im kommenden Jahr
sollte sich das Arbeitslosigkeitsniveau stabilisieren“, so AMS NÖ-
Landesgeschäftsführerin Sandra Kern. Sie führt aus: „Entsprechend der
Prognose für das laufende Jahr steigt die Arbeitslosigkeit im ersten
Monat des zweiten Halbjahres 2026 mit +5,6 Prozent deutlich an.
Gleichzeit gibt es positive Signale: Die Zahl der jobsuchenden
Jugendlichen steigt nicht weiter an und wir nehmen wahr, dass die
Betriebe wieder mehr Personal suchen. Der Zugang an freien Stellen
ist um 9,9 Prozent gestiegen.“
Die Zahl der arbeitslosen Personen hat sowohl bei Frauen (+8,0
Prozent bzw. +1.657) als auch bei Männern (+3,5 Prozent bzw. +781)
zugenommen. Ältere Personen ab 50 Jahre weisen ebenso eine Steigerung
der Arbeitslosigkeit auf (+7,8 Prozent bzw. +1.246) wie Personen im
Haupterwerbsalter (+5,2 Prozent bzw. +1.193). Bei Jugendlichen im
Alter bis 24 Jahre ist eine Stagnation (bei 4.476 Personen) zu
beobachten.
Nach Branchen steigt im Bereich wissenschaftliche und technische
Dienstleistungen (+10,9 Prozent bzw. +203), Gesundheits- und
Sozialwesen (+9,0 Prozent bzw. +141), in der öffentlichen Verwaltung
(+7,7 Prozent bzw. +174) und Verkehr/Lagerei (+6,4 Prozent bzw. +130)
die Arbeitslosigkeit überproportional stark. Hingegen steigt die
Arbeitslosigkeit im Bau (+4,9 Prozent bzw. +140),
Beherbergung/Gastronomie (+3,1 Prozent bzw. +106), sowie in den
sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, v.a.
Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung, (+2,3 Prozent bzw. +
159) weniger stark als im Durchschnitt von Niederösterreich.
Die zuständige Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz
erklärt: „Die anhaltend schwierige Wirtschaftslage drückt weiterhin
auf den niederösterreichischen Arbeitsmarkt. Gerade deshalb setzen
wir alles daran, unsere Landsleute bestmöglich zu unterstützen. Mit
gezielten Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen schaffen wir die
Voraussetzungen dafür, dass Arbeitnehmer die Chancen eines wieder
anziehenden Arbeitsmarktes nutzen können und unsere Wirtschaft rasch
wieder auf Wachstumskurs kommt. In unserem Verantwortungsbereich tun
wir alles, um die Menschen, die Betriebe und damit unser Land zu
stärken.“
Rosenkranz unterstreicht zudem: „Besonders Jugendliche, ältere
Arbeitssuchende und andere vulnerable Gruppen brauchen auch in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine verlässliche Unterstützung und
echte Zukunftsperspektiven. Eine gute Zukunft für Niederösterreich
gibt es nur mit einer starken heimischen Wirtschaft und einer
Arbeitsmarktpolitik, die unsere Landsleute in den Mittelpunkt
stellt.“
Aktuell sind 12.687 freie Stellen beim AMS gemeldet. Das sind um
9,8 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt
zeigt sich mit insgesamt 965 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 5,9
Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Beinahe in allen Branchen geht die Anzahl der offenen Stellen
zurück. Beispielsweise sind starke Rückgänge im Bereich Handel (-18,7
Prozent bzw. -520), Beherbergung/Gastronomie (-17,6 Prozent bzw. -180
) und Verkehr/Lagerei (-14,5 Prozent bzw. -132) zu beobachten. Ein
Anstieg zeigt sich in der Branche der sonstigen wirtschaftlichen
Dienstleistungen (+7,3 Prozent bzw. +235).


