Wien (OTS) – Im Juni und Juli gehören die Abende und Nächte König
Fußball. Die
Fußball-WM bedeutet im Alltag jedoch meist noch längeres Sitzen als
ohnehin. Das summiert sich unter der Woche bei Erwachsenen laut DKV-
Report 2025 in Deutschland im Durschnitt immerhin auf über zehn
Stunden pro Tag. Doch Passivsport kann über die Spiegelneuronen
mitunter auch positiv wirken und dazu animieren, selbst zu kicken
oder sich zu bewegen. Sportübertragungen können also eine Chance für
Bewegung und neue Routinen sein, die über das Turnier hinaus bestehen
bleiben, betont das forum. ernährung heute (f.eh): „Es ist durchaus
positiv, wenn das Fußballschauen dazu motiviert, selbst aktiv zu
werden. Auch zwischendurch kann man gegebenenfalls aufstehen und
kleine Bewegungsübungen einbauen. Daraus können sich langfristig
gesundheitsförderliche Gewohnheiten entwickeln“, so Geschäftsführerin
Marlies Gruber.
Lang andauernde Sitzzeiten gelten mittlerweile als eigenständiger
Risikofaktor für die Gesundheit. Sie erhöhen das Risiko für Herz-
Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Übergewicht sowie Beschwerden
des Bewegungsapparates. Das gilt selbst dann, wenn die empfohlenen
Sporteinheiten grundsätzlich erreicht werden. Besonders problematisch
ist die Kombination aus langen Sitzzeiten und insgesamt geringer
Alltagsbewegung. In Österreich erreicht nur knapp ein Viertel der
Menschen das empfohlene Ausmaß an Bewegung.
Bewegungspyramide gibt Tipps und Orientierung
Die Bewegungspyramide des f.eh zeigt anschaulich, wie sich
körperliche Aktivität ausgewogen in den Alltag integrieren lässt.
Ähnlich wie bei einer Ernährungspyramide gilt: Was sich an der
breiten Basis befindet, sollte besonders häufig umgesetzt werden,
während die sitzende Freizeit in die Kategorie „kurz halten und
regelmäßig unterbrechen“ fällt. Die zentrale Botschaft der
Bewegungspyramide lautet: Jede Bewegung zählt.
Die Basis der Bewegungspyramide bildet die Alltagsbewegung. Dazu
zählen alle Bewegungen, die regelmäßig und möglichst oft in den
Tagesablauf eingebaut werden können, etwa zu Fuß gehen, Radfahren,
Stiegensteigen, Hausarbeit, Gartenarbeit oder aktive Wege zur Arbeit
und zum Einkauf. Ziel ist es, langes Sitzen möglichst häufig zu
unterbrechen und Bewegung selbstverständlich werden zu lassen. Gerade
diese alltäglichen Aktivitäten haben einen großen Einfluss auf die
Gesundheit, weil sie regelmäßig stattfinden. Ergänzend fördern
Übungen wie Dehnen, Yoga oder Gleichgewichtstraining Koordination und
Beweglichkeit. „Vielen Menschen fällt es schwer, fixe Sporteinheiten
dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Genau hier können
niederschwellige Bewegungsanlässe helfen. Gesundheitsförderliche
Gewohnheiten entstehen häufig nicht durch radikale Veränderungen,
sondern durch einfache Routinen im Alltag“, erklärt Marlies Gruber.
Darüber folgt die Ebene der gezielten Bewegung mit mittlerer
Intensität. Dazu zählen Aktivitäten wie zügiges Gehen, Wandern,
Tanzen, lockeres Radfahren und Schwimmen oder eben ein Workout vor
dem Fernsehapparat. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten pro
Woche. Diese Ausdaueraktivitäten tragen dazu bei, die Blutgefäße
elastischer zu machen, die Durchblutung zu fördern und den Blutdruck
positiv zu beeinflussen. Dadurch werden Organe und Gewebe besser mit
Sauerstoff versorgt, während das Herz langfristig leistungsfähiger
arbeitet. Gleichzeitig sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch
der Stoffwechsel und die Insulinsensitivität werden durch regelmäßige
Bewegung positiv beeinflusst, wodurch sich der Blutzuckerspiegel
positiv entwickelt. Bewegung leistet damit einen Beitrag zur
Vorbeugung von Zivilisationserkrankungen wie Adipositas und Typ-2-
Diabetes.
Die nächste Ebene umfasst Krafttraining oder Übungen zur
Kräftigung großer Muskelgruppen. Mindestens zwei Mal in der Woche
kommen idealerweise stärkende Übungen für Muskulatur, Knochen und
Haltung zum Zug. An der Spitze der Pyramide steht schließlich das
möglichst geringe Ausmaß an sitzender Freizeitgestaltung.


