Melk (OTS) – Über das Vermögen der Ing. H. Gradwohl Gesellschaft
m.b.H. mit
mehreren Standorten in Melk wurde ein Sanierungsverfahren beantragt.
Ziel ist die Fortführung und wirtschaftliche Stabilisierung des
Unternehmens. Trotz der schwierigen Lage läuft der Betrieb weiter und
es können alle offenen Kundenaufträge erfüllt werden.
Begleitet wird das Verfahren vom Insolvenzrechtsexperten David
Leisch, der Gradwohl als Schuldnervertreter vertritt.
Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 160 Mitarbeitende. Bis
zu 40 dieser Arbeitsplätze stehen aktuell auf dem Prüfstand. Die
Verbindlichkeiten betragen laut Unternehmensangaben rund EUR 2,6
Millionen. Dem stehen derzeit liquide Mittel von etwa EUR 490.000
gegenüber. Betroffen sind rund 140 Gläubiger.
Gradwohl hatte bereits ein früheres Sanierungsverfahren aus dem
Jahr 2022 erfolgreich abgeschlossen. Danach entwickelte sich das
Unternehmen trotz anhaltender Wirtschaftskrise positiv. Auch die
Folgen aus der Hochwasserkatastrophe 2024 konnten bewältigt werden.
Im vergangenen Jahr verschlechterten sich jedoch die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich. Wichtige Kundengruppen
wie Einrichtungshandel, Lebensmitteleinzelhandel sowie der Maschinen-
und Fahrzeugbau gerieten zunehmend unter Druck. Mehrere wichtige
Marktteilnehmer fielen weg oder reduzierten ihre Investitionen und
Werbungskosten stark.
Dementsprechend ging auch die Nachfrage nach den Produkten von
Gradwohl spürbar zurück, bei gleichzeitig massiv steigenden Kosten.
Besonders betroffen von den Kostensteigerungen waren Kunststoffe,
Energie, Kartonagen, Farben und weitere wichtige Vorprodukte. Auch
die starken Lohn- und Gehaltserhöhungen der vergangenen Jahre
belasteten das Unternehmen erheblich. Eine notwendige
Finanzierungsrunde zur weiteren Stabilisierung konnte bislang nicht
umgesetzt werden.
„Die Situation am Markt und damit auch für Gradwohl ist äußerst
angespannt. Ohne rasche und konsequente Maßnahmen wird eine
Fortführung im gegebenen Umfeld schwierig werden. Daher prüfen wir
derzeit sämtliche Einsparungspotenziale, und dazu gehören auch die
Personalkosten. Rund 40 Arbeitsplätze stehen leider auf dem
Prüfstand.“, meint Insolvenzrechtsexperte Dr. David Leisch.
Trotz der herausfordernden Lage läuft der Betrieb weiter. Ziel
des Sanierungsverfahrens ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu
sichern und das Unternehmen langfristig neu aufzustellen.
„Gemeinsam mit dem vom Gericht bestellten Insolvenzverwalter
werden wir alles daransetzen, die Sanierung erfolgreich umzusetzen
und den Fortbestand des Unternehmens als regional wichtiger
Arbeitgeber mit möglichst vielen Arbeitsplätzen zu sichern“, erklärt
Leisch.
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