Wien (OTS) – Holz ist ein attraktiver und zukunftsfähiger Rohstoff
für klimafittes
Bauen in Österreich: Es speichert CO₂, ersetzt emissionsintensive
Baustoffe und stärkt die regionale Wertschöpfung. Die aktive und
nachhaltige Bewirtschaftung der heimischen Wälder und die hohe
Kompetenz in Forschung, Ausbildung und Verarbeitung von Holz bilden
dafür eine starke Grundlage. Vor diesem Hintergrund wird die
wissenschaftliche Expertise mit einer neuen Stiftungsprofessur für
Holzbau auf der BOKU University weiter ausgebaut. Zudem wird heuer
erstmals der österreichische Staatspreis Holzbau vergeben.
Bundesminister Norbert Totschnig: „Holzbau ist gelebte
Nachhaltigkeit, denn wer mit Holz baut, spart gleich doppelt CO₂:
Einerseits durch die Speicherung von CO₂ im Holz selbst, andererseits
durch den Substitutionseffekt gegenüber anderen,
emissionsintensiveren Baustoffen. Daher setzen wir zwei gezielte
Impulse für den Holzbau in Österreich. Mit der Stiftungsprofessur für
‚Nachhaltiges Gestalten und Bauen‘ an der BOKU University investieren
wir in die Forschung sowie die Aus- und Weiterbildung. Gleichzeitig
machen wir mit dem Österreichischen Staatspreis Holzbau
architektonische und ökologische Spitzenleistungen aus dem Baustoff
Holz sichtbar.“
Wissenschaftlicher Ausbau der Holzbaukompetenz: Neue
Stiftungsprofessur
Neben der bereits bestehenden Stiftungsprofessur an der Technischen
Universität Wien wird ab dem Wintersemester 2026/2027 an der
Universität für Bodenkultur Wien eine weitere Professur eingerichtet:
Nachhaltiges Gestalten und Bauen im Sinne des Neuen Europäischen
Bauhauses . Unter der Leitung von Univ.Prof. Dr.-Ing Axel Körner, der
zuvor an der Universität Stuttgart lehrte, werden interdisziplinäre
Ansätze für ressourcen- und energieeffizientes Bauen mit biobasierten
Materialien vermittelt.
Prof. Axel Körner (BOKU) : „Der Holzbau ist ein zentraler Baustein
für die Transformation des Bauwesens. Gleichzeitig geht es darum, das
Spektrum biobasierter Materialien insgesamt zu erweitern und deren
architektonische Potenziale stärker zu nutzen. An der BOKU wollen wir
diesen Ansatz mit zirkulären Bauweisen und einem integrativen
Verständnis von Materialinnovation, architektonischer Gestaltung und
automatisierter Fertigung weiterentwickeln.“
Ziel der Stiftungsprofessur ist, die Initiative „Neues Europäisches
Bauhaus“ in Österreich in der Ausbildung zu verankern und ihre drei
Prinzipien – Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion – in der Lehre
umzusetzen. Die Initiative versteht sich als Brücke zwischen
Disziplinen sowie verschiedenen Akteurinnen und Akteuren und
unterstützt die EU auf dem Weg zu einer nachhaltigen Transformation.
Dabei werden Nachhaltigkeit, leistbares Wohnen, Design und
hochwertige Architektur mit Inklusion, Barrierefreiheit, Innovation
und einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit verbunden. Seit ihrem Start
im Jahr 2019 hat die Initiative in vielen Bereichen des nachhaltigen
Planens und Bauens eine breite Bewegung angestoßen und es wurden
bereits mehr als 700 Projekte in der gesamten EU umgesetzt. Die
Professur wird im Rahmen des Waldfonds vom Bundesministerium für Land
– und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und
Wasserwirtschaft (BMLUK) sowie den Partnern Kooperationsplattform
Forst, Holz, Papier und der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG)
gestiftet.
Holzbauanteil ausbaufähig – besonders im mehrgeschossigen Wohnbau
Daten der Statistik Austria zeigen, dass der Holzbauanteil in
Österreich bei 11,6 Prozent liegt – bezogen auf die neu errichteten
Nettoraumflächen laut Fertigstellungsmeldungen durch die Gemeinden im
Adress-, Grundstücks- und Wohnungsregister (AGWR II) 2024.
Besonders relevant ist der Bereich Wohnen, denn etwas mehr als zwei
Drittel der insgesamt neu errichteten Gebäudeflächen in Österreich
sind Wohnflächen. Der Holzbau ist traditionell stark im Bereich
Einfamilienhäuser und hält dort einen Anteil von 21,6 Prozent. Bei
Mehrfamilienhäusern bzw. mehrgeschossigen Wohnbauten gibt es noch
große Potenziale, der Holzbauanteil liegt in diesem Segment bei 4,4
Prozent.
Im öffentlichen Bau kommt der Holzbau bei 7,9 Prozent der errichteten
Flächen zur Anwendung. Landwirtschaftliche Gebäude sind das Segment
mit dem höchsten Holzbauanteil, bereits 43,5 Prozent der Flächen
werden hier in Holz gebaut.
Die proHolz Bauberatung trägt dazu bei, das Bauen mit Holz im
großvolumigen Bereich, insbesondere bei Wohnbauten und öffentlichen
Bauten, voranzutreiben. Zwischen 2023 und 2025 wurden, gefördert
durch den österreichischen Waldfonds, mehr als 1.400 kostenfreie,
firmenneutrale Beratungen durchgeführt.
DI Richard Stralz , Obmann proHolz Austria : „Der Holzbau ist
technologisch reif für das mehrgeschossige Bauen und durch den hohen
Vorfertigungsgrad besonders präzise und effizient. Die aktuellen
Zahlen zum Holzbauanteil machen jedoch deutlich, dass die Potenziale
des Holzbaus in diesem Bereich noch nicht ausreichend genutzt werden.
Mit der proHolz Bauberatung unterstützen wir Bauherrinnen und
Bauherren und Architektinnen und Architekten beim Einstieg in
großvolumige Holzbauprojekte und leisten einen Beitrag zum Ausbau des
Holzbauanteils in Zukunftssegmenten“.
Christine Dornaus, Geschäftsführerin der
Bundesimmobiliengesellschaft: „Das Bauen mit Holz und anderen
biobasierten Materialien ist nicht trivial, besonders wenn es um so
anspruchsvolle Bauwerke wie Universitätsgebäude geht, wie wir sie als
Bundesimmobiliengesellschaft errichten. Zusammen mit der BOKU
University haben wir schon wegweisende Holzbauten realisiert. Um
diesen Weg fortzusetzen, braucht es weitere Forschung und auch Lehre
– das ist der Grund, warum wir die neue Stiftungsprofessur
unterstützen. Besonders überzeugend ist, dass die neu eingerichtete
Professur auch unter dem Titel New European Bauhaus steht, das die
Prinzipien sustainable, beautiful und together vereint, die auch wir
bei unseren Bauprojekten leben.“
Staatspreis Holzbau 2026: Premiere für herausragende Holzbauten
Mit dem neuen Österreichischen Staatspreis Holzbau erhält der Holzbau
erstmals eine nationale Bühne. Ausgezeichnet werden Projekte, die
architektonische und raumplanerische Qualität mit einem innovativen
und ressourcenschonenden Einsatz von Holz verbinden. Eine
internationale Expertenjury wählt die Preisträger aus insgesamt 41
nominierten Projekten in ganz Österreich aus. Zwei Projekte davon
werden zudem für den WoodPoP Dara Award nominiert, der herausragende
Holzbauleistungen auf europäischer Ebene würdigt und im November 2026
vergeben wird.
Der Österreichische Staatspreis Holzbau wird vom BMLUK in Kooperation
mit proHolz Austria ausgelobt. Die Preisverleihung findet am 28. Mai
2026 in den Sofiensälen in Wien statt.
Fotos:
https://www.bmluk.gv.at/fotoservice/Pressekonferenzen—
Fototermine/2026/Pressekonferenz-Neue-Impulse-f%C3%BCr-den-Holzbau-in
-%C3%96sterreich-.html


