Wien (OTS) – Zur Bewältigung der Herausforderungen durch künstliche
Intelligenz,
stark anwachsenden Datenverkehr und flächendeckende Gigabit-Anschluss
-Ziele sind Milliarden-Investitionen in Österreichs Telekom-
Infrastruktur in den kommenden 5 Jahren dringend erforderlich. Diese
Investitionen sind aufgrund der höchsten Ausbaukosten in Europa für
digitale Infrastruktur massiv gefährdet – Österreich droht, im
internationalen Vergleich den Anschluss an hochentwickelte digitale
Volkswirtschaften nachhaltig zu verlieren.
Verantwortlich für diese Prognose ist der Entwurf des neuen
Telekomgesetzes, der diese Kosten eigentlich stark reduzieren sollte.
Der Entwurf ignoriere jedoch jegliche Anforderung an eine dringend
notwendige Kostensenkung beim Breitbandausbau und schadet massiv dem
Investitionsstandort. Extrem langsame und unkoordinierte Bürokratie,
gefährliche Rechtsunsicherheit bei regulierten Tarifen, bei
gleichzeitig niedrigsten Tarifen für Kunden in Österreich, bedroht
nun die dringend notwendige Weiterentwicklung des Digitalstandortes,
so die Vertreter der Telekomunternehmen A1, Drei und Magenta.
Zwtl.: Fehlende Milliardeninvestitionen gefährden Infrastruktur und
zusätzliche Gigabit-Anschlüsse
Der Digitalstandort Österreich ist massiv bedroht: werden
dringend notwendige gesetzliche Verbesserungen nicht umgesetzt,
besteht das reale Risiko, dass in den nächsten Jahren
Milliardeninvestitionen in zukunftsfähige digitale Netze gefährdet
sind. Die Folge wäre, dass leistungsfähige Netze – die eine
Grundvoraussetzung für Anwendungen im Bereich künstliche Intelligenz,
sowie für die jährlich um 15 Prozent wachsenden Upload- und
Downloadkapazitäten sind – nicht bereitgestellt werden können.
Viele Haushalte – in Städten wie im ländlichen Raum – werden vom
Zugang zu ultraschnellem Glasfaserinternet abgeschnitten bleiben.
Österreich droht so, das EU-Ziel einer flächendeckenden
gigabitfähigen Versorgung bis 2030 deutlich zu verfehlen.
Zwtl.: Telekom-Branche: Private Investitionen ermöglichen, wo der
Staat nicht mehr investieren kann
Diese nun gefährdeten Investitionen der Branche könnten ein
Wachstumsprogramm für die gesamte Wirtschaft sein: Unternehmen werden
durch die digitale Vernetzung produktiver, Forschung und Bildung
heben sich durch innovative Lösungen auf eine neue Ebene. Bereiche
wie Gesundheit und Verwaltung werden schnell, effizient,
kostengünstiger und leistungsfähiger.
Zudem würden die privaten Investitionen in den kommenden Jahren
den öffentlichen Haushalt entlasten, der derzeit keine staatlichen
Investitionen in digitale Infrastruktur zulässt. Dazu sei es aber
erforderlich, dass die Bundesregierung rasch die gesetzlichen Rahmen
für Entbürokratisierung, schnellere Verfahren und Rechtssicherheit
schaffe, so die Telekominfrastruktur-Vertreter.
Zwtl.: Telekom-CEOs: Rechtsunsicherheit und Genehmigungsstau
gefährden Chancen, bei Digitalisierung aufzuholen
Österreich ist der teuerste Ausbaustandort in der EU: Während ein
Haushaltsanschluss in Italien, Spanien oder Kroatien rund 300 Euro
kostet, kommt der Ausbau in Österreich auf mindestens das Fünffache –
und das bei vergleichsweise niedrigsten Tarifen. Zugleich bremsen
langwierige, vielfach nicht digitalisierte Genehmigungsverfahren den
dringend notwendigen Ausbau der digitalen Infrastruktur und verzögern
Projekte im Mobilfunk- und Festnetzbereich um bis zu 24 Monate.
„Österreich weist nach Schweden – das im Vergleich deutlich
dünner besiedelt ist – die höchsten Ausbaukosten in der EU auf. Zudem
werden Bauaktivitäten nicht koordiniert und Genehmigungsverfahren
dauern oft länger als der Ausbau selbst. Für die Wettbewerbsfähigkeit
Österreichs ist es dringend notwendig, die Ausbaukosten zu senken und
Prozesse zu beschleunigen. So können die Umsetzung als auch das Tempo
der Ausbauvorhaben verdoppelt werden – und diese Maßnahmen kosten den
Staat nichts“, so Thomas Arnoldner (Deputy CEO A1 Group).
Zudem ist Telekombranche in Österreich streng reguliert, denn
Vertragsinhalte werden von der zuständigen Behörde vorab genehmigt.
Aktuell werden Entscheidungen der Behörde jedoch mehrfach
nachträglich rechtlich angezweifelt. Es drohen massive Rückzahlungen
für die Telekomunternehmen – trotz niedrigster Telekom-Tarife für
Konsumenten in Europa.
“Die aktuelle Rechtsunsicherheit wird den Ausbau digitaler
Infrastruktur um zwei bis drei Jahre verzögern, und es droht dem
Markt und damit dem Standort signifikanter finanzieller Schaden. Für
uns als Branche ist es unerlässlich, dass die Gültigkeit behördlicher
Tarif-Genehmigungen garantiert ist und nicht zu einem Milliarden-
Schaden führt. Im Mobilfunkbereich und bei den
Glasfaserausbauprojekten ist Rechtssicherheit entscheidend – bei
Letzteren amortisieren sich Investitionen erst über ausgesprochen
lange Zeiträume hinweg. Nur mit einem klaren rechtlichen Rahmen
bleibt Österreich für internationale Investoren attraktiv.“, so
Thomas Kicker (CEO Magenta Telekom).
Wenn bei der Breitbanddurchdringung nicht schnell aufgeholt wird,
verliert Österreich an Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte,
die Produktivität sinkt und Schlüsselbranchen stagnieren. Besonders
ländliche Regionen sind von einer mangelhaften digitalen Anbindung
betroffen – mit negativen Auswirkungen auf Gesellschaft und
Wirtschaft. Um das zu verhindern, ist ein verbessertes Telekomgesetz
notwendig, das Schaden abwendet.
Zwtl.: Digitaler Rückstand ist hausgemacht – der Hebel der Politik
liegt in der Telekomgesetz-Novelle
„Die Milliarden-Investitionen der Telekombranche in modernste
digitale Infrastruktur – sowohl im Mobilfunk- als auch im
Festnetzbereich – geben Österreich den dringend benötigten
Innovationsschub und bilden ein solides Fundament für den Wohlstand,
die Sicherheit und die Stabilität des Landes. Um den digitalen
Turnaround zu schaffen, müssen die notwendigen Voraussetzungen
geschaffen werden“, so Rudolf Schrefl (CEO Drei Österreich).
Die Telekombranche sieht folgende vier zentrale Ansatzpunkte für
eine Senkung der Ausbaukosten als entscheidend:
Die gesetzliche Verankerung von Rechtssicherheit gewährleistet
Vertrauen in die Rentabilität langfristiger Investitionen. Ein
wesentlicher Bestandteil ist, dass behördlich geprüfte und genehmigte
Vertragsbestandteile ihre rechtliche Gültigkeit behalten.
Mit der Einführung von One-Stop-Shops im TKG würden Prozesse
deutlich vereinfacht, die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen durch
uneinheitliche Zuständigkeiten reduziert und die Effizienz
gesteigert. Digitale Antragstellung sorgt für durchgängige digitale
Prozesse, damit Verfahren schneller und effizienter abgewickelt
werden können.
Durch die verbindliche Koordination von Bauaktivitäten über einen
Tiefbauatlas werden Transparenz geschaffen und Doppelarbeiten
vermieden. Optimierte Regelungen für In-House-Verkabelungen tragen
dazu bei, den Ausbau zu beschleunigen. So können Ausbaukosten
nachhaltig gesenkt werden.
Eine gesetzliche Option zur Frequenzverlängerung würde es
ermöglichen, bestehende Frequenzen zu verlängern und damit
zusätzliche Investitionen voranzutreiben. Dies wurde bereits in
Deutschland, Spanien und Italien umgesetzt – jetzt hat Österreich die
Chance, nachzuziehen.
Zwtl.: Über die Digitaloffensive Österreich
Die Digitaloffensive Österreich ist der Branchenverband der
führenden Unternehmen im Bereich der Informations- und
Kommunikationstechnologien (IKT) in Österreich und arbeitet im
ständigen Austausch mit Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft,
Wissenschaft und Gesellschaft daran, Österreich als Standort für IKT
erfolgreich zu positionieren und die Digitalisierung voranzubringen.


