Bozen (OTS) – Geopolitische Unsicherheit, technologische Sprünge im
Wochentakt und
steigender Nachhaltigkeitsdruck: Unternehmen stehen heute vor der
Herausforderung, sich nicht nur zu verbessern, sondern sich auch
grundlegend neu zu erfinden. Denn inkrementelle Innovation reicht in
vielen Branchen nicht mehr aus, um langfristig wettbewerbsfähig zu
bleiben. Der NOI Techpark in Bozen hat eine Methode entwickelt, die
radikale Innovation systematisch möglich macht: Alpha Innovation.
Der Ansatz wurde gemeinsam mit dem Politecnico di Milano, dem
Center for Family Business Management der Freien Universität Bozen
sowie Unternehmen wie Loacker, Dr. Schär und VOG Products entwickelt.
Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, nicht nur Bestehendes
und Funktionierendes zu optimieren, sondern die Perspektiven zu
öffnen, andere Branchen, Denkweisen und Geschäftsmodelle zuzulassen.
„Viele Unternehmen verwechseln Innovation mit kontinuierlicher
Optimierung – also mit dem nächsten Update, dem effizienteren
Prozess“, sagt Petra Seppi, Head of Unit Innovation Management im NOI
Techpark. „Radikale Innovation bedeutet dagegen, sich bewusst von der
Gegenwart zu lösen und konsequent in Zukunfts-Szenarien zu denken.
Sich zu fragen: Welche Bedürfnisse, Technologien und
Rahmenbedingungen werden unser Geschäft in zehn Jahren prägen? Und
welche Lösungen sind dafür notwendig?“
Zwtl.: Ein systematischer Prozess für radikale Ideen
Alpha Innovation basiert auf einem dreistufigen, faktenbasierten
Prozess, der Unternehmen von der Zukunftsanalyse bis zur
strategischen Entscheidung führt:
– „Discover Opportunities“ : Analyse von Trends, Technologien und
zukünftigen Bedürfnissen, um potentielle Innovationsfelder und neue
strategische Richtungen zu identifizieren.
– „Create Ideas“ : Entwicklung radikaler Ideen in interdisziplinären
Teams und in einem offenen Innovationsumfeld. Diese kombinieren
Perspektiven und schärfen Ideen so, dass sie wirklich transformativ
sind, Innovationsfelder werden in tragfähige Konzepte übersetzt.
– „Make Decisions“ : Bewertung der Konzepte nach zentralen Kriterien
wie Mehrwert für zukünftige Nutzende, technische Machbarkeit,
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Zwtl.: Von der Zukunftsanalyse zur Strategie
Ein zentraler Bestandteil der Methode ist auch die Bewertung von
Innovationen entlang ökologischer und gesellschaftlicher Kriterien.
„Heute ist Nachhaltigkeit nicht nur eine moralische Frage, sondern
ein entscheidender Wettbewerbsfaktor“, so Seppi.
Seit dem Start 2022 wurde der Ansatz bereits in über 30
Innovationsprojekten angewendet – sowohl mit etablierten
Industrieunternehmen als auch mit Technologieunternehmen und KMU.
Dabei entstanden nicht nur Ideen, sondern konkrete Roadmaps für neue
Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle. Lösungen, die
teilweise deutlich über das bestehende Kerngeschäft hinausgehen.
„Radikale Innovation ist kein Zufall, sie entsteht aus einem
strukturierten Prozess. Aber sie braucht Mut – und den Raum, wirklich
weit zu denken“, betont Seppi.
Weitere Infos: https://noi.bz.it/de/fuer-
unternehmen/bahnbrechende-innovation-wagen
Zwtl.: Über NOI Techpark
NOI Techpark ist Südtirols Innovationsviertel und seit seiner
Eröffnung 2017 das Zentrum für Forschung, Entwicklung und innovatives
Unternehmertum in der Region. Auf einem Areal von 12 Hektar – derzeit
zu rund 40 Prozent bebaut – arbeiten aktuell 2.400 Menschen in 83
Unternehmen und 43 Start-ups, drei Forschungsinstituten (Eurac
Research, Fraunhofer Italia, Versuchszentrum Laimburg) sowie vier
Fakultäten der Freien Universität Bozen an Lösungen für eine
nachhaltige Zukunft. Der Fokus liegt dabei auf den Technologiefeldern
Green, Food & Health, Digital und Automotive & Automation. Mit 70
wissenschaftlichen Laboren und Prototypenwerkstätten, Büros,
Coworking Spaces und akademischen Flächen vernetzt NOI Techpark
Wirtschaft und Wissenschaft, fördert Tech Transfer, F&E-Projekte und
Gründungen und macht Südtirol zu einem strategischen Standort für
nachhaltige Innovation.
Weitere Informationen: www.noi.bz.it .


